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Kaufland bietet Ukraine-Flagge mit Nazi-Symbol an - Kunden rufen zum Boykott auf: „Was soll der Scheiß?“

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Von: Nadja Pohr

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Das ukrainische Asow-Regiment
Bei Kaufland wurde die Ukraine-Flagge mit dem Symbol des rechtsextremen ukrainischen Asow-Regiments angeboten. Es enthält zwei Zeichen aus der Nazi-Zeit. © Ukrinform/dpa

Im Online-Shop von Kaufland wurden ukrainische Flaggen mit Nazi-Symbolen angeboten. Viele Kunden sind fassungslos und rufen zum Boykott auf.

Neckarsulm - Nach den Angriffen Russlands auf die Ukraine solidarisierten sich viele deutsche Bürger mit der Ukraine und boten dem Land Unterstützung an. In ganz Deutschland demonstrierten die Menschen unter anderem in den ukrainischen Farben blau-gelb und sprachen sich gegen Russlands Präsident Wladimir Putin aus.

Die Flagge der Ukraine ist seither als Zeichen der Unterstützung nicht nur an vielen öffentlichen Plätzen oder Rathäusern präsent, sondern auch bei vielen Bürgern. Dass man beim Kauf einer Fahne jedoch vorsichtig sein sollte, zeigte nun ein Angebot im Online-Shop von Kaufland, das im Internet eine Welle der Entrüstung entfachte.

Kaufland bietet Ukraine-Flaggen mit Nazi-Symbolen an

Auf den Plattformen Facebook und Twitter wunderten sich Kunden von Kaufland über das Angebot auf dem Online-Shop des Lebensmittelhändlers aus Baden-Württemberg. So wurde dort eine Ukraine-Flagge eingestellt, auf der das Zeichen des rechtsextremen ukrainischen Asow-Regiments abgebildet ist. Das Wappen setzt sich aus den Nazi-Symbolen der schwarzen Sonne sowie dem Zeichen der NS-Organisation „Werwolf“ zusammen.

Die Kaufland-Kunden sind fassungslos. „Gehts noch?“, kommentieren viele. „Was soll der Nazi-Scheiß Kaufland? Stellungnahme, aber pronto“, fordert eine verärgerte Twitter-Userin. „Das kann doch nur ein Fake sein oder Kaufland ist irre“, schreibt ein anderer Nutzer. „Das ist in keiner Form akzeptabel und sollte auch rechtlich verfolgt werden“, so eine weitere Userin. Einige Twitter- und Facebook-Nutzer rufen sogar zum Boykott des Lebensmittelhändlers auf: „Ich gehe nie wieder bei Kaufland einkaufen.“

Kaufland entfernt rechtsextremes Angebot und weist Schuld von sich

In den sozialen Medien reagiert Kaufland auf die wütenden Reaktionen der Nutzer und teilt mit, dass man das Produkt mittlerweile aus dem Online-Shop entfernt hätte. Das Unternehmen der Schwarz-Gruppe weist dabei auch darauf hin, dass sie nicht für alle Inhalte verantwortlich sind. „Unser Shop funktioniert nach dem Marktplatzprinzip. Dies bedeutet, dass dort verschiedene Verkäufer ihre Angebote einstellen können“, erklärt Kaufland auf Twitter.

Dieses Marktplatzprinzip sorgte in der Vergangenheit allerdings schon häufiger für Kritik. Unter anderem, weil dort ein Produkt angeboten wurde, dass in Deutschland eigentlich verboten ist (BW24* berichtete), oder andere kuriose Angebote wie 10.000 Euro teure Gartenstühle* angepriesen wurden. Dennoch wurde Kaufland dank des Online-Angebots als wichtigste Marke in Deutschland ausgezeichnet*. *BW24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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