Hilfen für Familien

Diese Änderungen bringt das Jahr 2021 bei Kindergeld, Elterngeld & Co.

Im Jahr 2021 werden Eltern weiter entlastet - durch Veränderungen bei Familienleisungen wie dem Kindergeld, Elterngeld oder Kinderzuschlag. Ein Überblick.

  • Familienleistungen wie Kindergeld und Elterngeld können bald online und mit einem Kombiantrag beantragt werden.
  • Auch in Sachen Kinderzuschlag und Kinderfreibetrag stehen 2021 Veränderungen für Eltern an.
  • Alle Änderungen im Jahr 2021 im Überblick.

Berlin – Papierberge und Bürokratie adé? Ab sofort soll es für Familien mit Kindern bei Familienleistungen wie Kindergeld und Elterngeld einfacher werden. Statt einzelner Anträge gibt es bald einen digitalen Kombi-Antrag. Und das ist nicht die einzige Verbesserung für Eltern, denn auch beim Kinderzuschlag und Kinderfreibetrag stehen Änderungen an.

Papierkram ade: Elterngeld, Kindergeld und Co. sollen bald in einem Kombiantrag online angefordert werden können.

Kindergeld und Co.: Änderungen bei Familienleistungen – Der Kombi-Antrag

Am Mittwochabend (11.11.2020) verabschiedete der Bundestag ein Gesetz, das es Eltern erleichtern soll, Familienleistungen zu beantragen. Statt Eltern- und Kindergeld einzeln beantragen zu müssen, soll das bald in einem Kombi-Antrag möglich sein. Auch die Geburtsanzeige und die Namensfestlegung soll in diesem Kombi-Antrag angefordert werden. Entscheidendes Element des Gesetzes sei die Regelung des elektronischen Datenaustauschs. Behörden in Deutschland könnten unterschiedliche Daten auf diese Weise untereinander abrufen, wenn Familien sie zum Datenaustausch ermächtigen. Bürger müssten dann nicht mehr doppelt und dreifach Nachweise erbringen, da Standesämter, Krankenkassen, Elterngeldstellen und die Deutsche Rentenversicherung die Daten voneinander abfragen können.

Familienministerin Franziska Giffey unterstrich, dass mit dem Gesetz Familienleistungen wie das Elterngeld* endlich im digitalen Zeitalter angekommen seien. Damit seien die wichtigen Leistungen für Eltern rund um die Geburt eines Kindes gebündelt und Familien könnten mehr Zeit mit dem Nachwuchs anstatt mit Papierkram verbringen, so die Familienministerin.

Änderungen beim Kindergeld und Kinderzuschlag: Familien können sich freuen

Im vergangenen Jahr war der Papierkram allerdings nicht das größte Problem von Familien mit Kindern. Die Corona-Krise* zwang Eltern angesichts geschlossener Schulen und Kitas zur Schichtarbeit. Auch bekommt der Begriff Homeoffice für Familien mit Kindern oft eine ganz andere Bedeutung. Denn statt entspanntem Arbeiten in Jogginghose bedeutet das Arbeiten von zu Hause für Eltern oftmals unzählige Störungen im neuen Arbeitsalltag. Der Kinderbonus sollte Eltern in Corona-Zeiten* zumindest ein wenig entlasten. Ab nächstem Jahr sollen nun auch das Kindergeld und der Kinderzuschlag steigen.

Ab 01.01.2021 steigt der Kinderzuschlag für Familien mit geringem Einkommen auf einen Maximalbetrag von 205 Euro. Eltern, deren Einkommen knapp über dem Hartz-IV-Niveau liegt, haben Anrecht auf diesen zusätzlichen Zuschlag zum Kindergeld. Aber auch das Kindergeld selbst wird angehoben. Es steigt von 204 Euro auf 219 Euro monatlich für das erste und zweite Kind, auf 225 Euro für das dritte und auf 250 Euro für das vierte Kind. Bereits im vergangenen Sommer war das Kindergeld um zehn Euro angehoben worden.

FamilienleistungAlter SatzErhöhter Satz
Kindergeld204 Euro (für die ersten Beiden Kinder)219 Euro (für die ersten Beiden Kinder)
KinderzuschlagMaximal 185 EuroMaximal 205 Euro
Kinderfreibetrag78128388 Euro

Änderungen beim Kinderfreibetrag: Steuer verringern dank Freibetrag

Aber nicht nur Kindergeld und Kinderzuschlag, auch der Kinderfreibetrag wird angepasst. Er soll bei der Steuer um mehr als 500 Euro auf insgesamt 8388 Euro angehoben werden. Eltern können, abhängig vom Einkommen, entweder das Kindergeld oder den Kinderfreibetrag nutzen. Weil der Freibetrag die Einkommensteuer verringert, lohnt er sich vor allem für Besserverdiener.

Die Opposition kritisiert das Vorgehen der Regierung, denn durch die höheren Freibeträge würden vor allem Familien entlastet, die das gar nicht nötig hätten. Dagegen würden Familien mit sehr geringem Einkommen nicht profitieren, denn das Kindergeld werde mit Hartz-IV verrechnet. (Sophia Lother) *fr.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © Daniel Bockwoldt/dpa

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