„Wenn Sie mehrere Schichten kombinieren“

Trend aus den USA: Experte gibt Einschätzung zu „Double Masking“ – Sind zwei Corona-Masken besser als eine?

Das sogenannte „Double Masking“ ist ein Trend aus den USA, bei dem zwei Masken übereinander getragen besseren Schutz gegen das Coronavirus bieten sollen.

München - Das Tragen von Gesichtsmasken gehörte am Anfang der Coronakrise zu den ersten Empfehlungen vieler Gesundheitsexperten, um die Pandemie in Schach zu halten und die Verbreitung des gefährlichen Coronavirus zu verzögern. In vielen europäischen Ländern waren medizinische Mund-Nasen-Schutz-Behelfe, also typische OP-Masken, anfangs nur schwer erhältlich, da sie erst in ausreichenden Stückzahlen produziert werden mussten.

Mittlerweile sind in Deutschland und Österreich noch wirksameren Masken beim Einkaufen oder in öffentlichen Verkehrsmitteln zur Pflicht geworden: FFP2-Masken. Wer diesen hohen Schutz vor Verbreitung*von Coronaviren* übertreffen möchte, kann zwei Masken übereinander tragen, und schützt damit noch besser vor einer Verbreitung des Virust. Das sogenannte „Double Masking“ ist ein Trend aus den USA, der durch den amtierenden Präsidenten Joe Biden auch in Deutschland zum Gesprächsthema wurde.

Zwei Masken übereinander bieten besseren Schutz vor Corona

Doppelt hält besser, lautet die Meinung prominenter Mediziner in den USA. Deren Empfehlung für das Tragen von zwei Masken übereinander ist allerdings auf Menschen beschränkt, denen keine hochwirksamen FFP2-, KN95-, N95- oder P2-Masken zu Verfügung stehen. Die Expertin für Virusübertragung* an der Virginia Tech im US-Bundesstaat Virginia, Linsey Marr, gab zum Thema „Double Masking“ ein ausführliches Interview und Ratschläge. Wie die New York Times berichtet, hat die Wissenschaftlerin keine Einwände gegen das Tragen von zwei Masken übereinander, jedoch gibt es einige Dinge zu beachten. Allen voran sollte die Atmung trotz zweier gleichzeitig getragener Schutzmasken nicht beeinträchtigt werden.

Doppelte FFP2-Maske - „Double Masking“ aus medizinischer Sicht erklärt

Trägern von dünnen oder schwachen Gesichtsbedeckungen wird das Anlegen einer weiteren Maske allemal empfohlen: „Wenn Sie mehrere Schichten kombinieren, erzielen Sie eine ziemlich hohe Effizienz“, indem verhindert wird, dass Viren aus den Atemwegen austreten und in die Atemwege gelangen, sagt Linsey Marr zum „Double Masking“. Das Atmen könne zwar schwerer fallen, aber solange es genügend Raum zum Atmen gibt, würden zwei Masken übereinander nicht schaden.

Der einleuchtende Grund: Je effizienter Mund und Nase mit Stoff bedeckt sind, desto geringer die Chance nahestehenden Menschen mit infizierten Tröpfchen aus Mund oder Nase zu verabreichen. In Kombination mit einer FFP2-Maske* kann das doppelte Schutzschild mehr Sicherheit bringen, aber man läuft auch Gefahr, durch eine falsche Tragweise den Zweck zu verfehlen.

Pflichtutensil in Bayern: Ohne FFP2-Masken kommt der Normalbürger nicht mehr in Geschäfte und öffentliche Verkehrsmittel.

Schutz vor Corona: Reihenfolge beim Anlegen von FFP2-Maske wichtig

Als Faustregel gilt: Zwei Masken übereinander getragen, können eine Tröpfchenübertragung effektiver verhindern. Sollte eine davon verrutschen, kann die zweite Maske die Bedeckung von Mund und Nase eventuell aufrechterhalten. Wer eine FFP2-Maske trägt, und eine zweite dazu haben möchte, etwa aus gewöhnlichem Stoff oder eine klassische OP-Maske, muss unbedingt die richtige Reihenfolge beachten. Die FFP2-, KN95-, N95- oder P2-Masken müssen zwingend zuerst angelegt werden. Darüber lässt sich eine zweite, leichtere Maske stülpen. Lässt es sich mit zwei Masken weiterhin frei atmen, sollte das „Double Masking“ auch nicht gefährlich sein, wie Studien nahelegen.

Zwei Corona-Masken gleichzeitig: Stoff soll immer nach außen

Es gehe nicht darum, eine Maske luftdicht zu machen, erklärte Dr. Marr gegenüber der New York Times, sondern mithilfe zusätzlicher Stofffasern, die Viren durch einen „Parcours“ zu schicken, damit es ihnen schwerer fällt durchzuschlüpfen während man spricht oder atmet. „Die Luft muss diesem gewundenen Weg folgen“, so Marr von der Virginia Polytechnic Institute and State University.

Um zu testen, inwieweit Masken eingehenden und ausgehenden Sprühnebel aufhalten können, wurden Tests durchgeführt, die gezeigt haben, dass selbst relativ einfache Materialien wie Stoffbezüge und chirurgische Masken in beiden Richtungen zu mindestens 50 Prozent wirksam sein können. Zwei leichte Masken übereinander, etwa Mund-Nasen-Schutz und eine bunte Stoffmaske, ergeben natürlich keinen hundertprozentigen Schutz, aber deutlich mehr als eine Maske alleine. (key)*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © Patrick Semansky/dpa

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