Corona-Lockdown

Geschäfte wollen trotz Verbots öffnen: Schlupfloch könnte finanzielles Überleben sichern - besondere Regeln für Kunden

Nach der Verschärfung des Lockdowns im Januar kritisiert der Handelsverband, dass es für den Einzelhandel keinen Fahrplan aus der Krise gebe. Einige Läden wollen nun trotzdem wieder öffnen.

  • Seit Mitte Dezember gilt in Deutschland wieder ein Lockdown, Geschäfte, Schulen und Kultureinrichtungen müssen schließen.
  • Doch vor allem aus dem Einzelhandel kommt Widerstand.
  • Nun wollen einige Geschäfte eine besondere Regel ausnutzen - und wieder öffnen.

München - Schulen bleiben geschlossen, Theater dürfen ihre Stücke nicht mehr aufführen, Kinos keine Filme zeigen. Mit dem zweiten großen Lockdown* wird in Deutschland das öffentliche Leben auf ein Minimum heruntergefahren. Sars-CoV-2, das neuartige Coronavirus*, machte Anfang Januar sogar eine Verschärfung der ohnehin schon geltenden Beschränkungen notwendig, die Infektionszahlen sind deutschlandweit weiterhin hoch.

In Bayern gilt sogar eine Ausgangssperre in der Nacht. Von neun Uhr Abends bis fünf Uhr in der Früh darf nur auf die Straße, wer einen triftigen Grund vorweisen kann. Einige Supermärkte haben deshalb ihre Öffnungszeiten angepasst. Seit dem 16. Dezember müssen nun schon weite Teile des Einzelhandels und der Gastronomie schließen, Restaurants dürfen lediglich Speisen und Getränke für den Verzehr außer Haus verkaufen. Bei vielen sorgt das für Existenzängste.

Coronavirus: Handelsverband kritisiert Politik: „Den Lockdown einfach zu verlängern, ist zu wenig“

Der Handelsverband kritisierte, dass es keinen Fahrplan gebe und viele betroffene Betriebe nicht wüssten, wann sie wieder aufmachen dürfen. „Den Lockdown einfach nur zu verlängern und keinerlei Perspektiven oder Pläne für eine Wiedereröffnung der Geschäfte zu präsentieren, ist zu wenig“, sagt Stefan Genth, der Hauptgeschäftsführer des Handelsverband Deutschland (HDE). Unterdessen kommt von Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder sogar die Forderung, den Lockdown bis in den Februar hinein zu verlängern.

Vor allem Kleinunternehmer, Gastronomen und Selbstständige protestieren. Einige kündigen gar an, ihre Geschäfte in den kommenden Tagen wieder zu öffnen. Das könnte aber teuer werden: Je nach Bundesland werden für Geschäftsführer oder Betreiber Bußgelder von bis zu 25.000 Euro fällig, sollten sie sich nicht an die Anti-Corona-Bestimmungen* halten.

Einer der Unternehmer, der sich an der Protestaktion beteiligen wollte, ist Udo Siebzehnrübl. Er betreibt mehrere Intersport-Filialen, darunter in Rosenheim und Altötting. Seit Mitte Dezember waren seine Läden zu. Der Intersport-Konzern distanzierte sich öffentlich, nachdem sein Vorhaben für Aufsehen gesorgt hatte, Siebzehnrübl zog daraufhin zurück.

Coronavirus: Geschäfte dürfen zum Abholen öffnen - Sonderregeln in einigen Bundesländern

Geschäfte dürfen derzeit nur zum Abholen geöffnet sein, beispielsweise können Kunden im Internet die gewünschte Ware auswählen und sie dann vor Ort abholen. Große Ketten wie Ikea oder Obi nutzen dafür größtenteils eingespielte Online-Systeme, kleinere Anbieter müssen dabei häufig auf Bestellungen über das Telefon zurückgreifen. Eine weitere Möglichkeit: Die Bestellung auf Zuruf. Solange sich keine Schlangen bilden, ist eine Übergabe mit Abstand und Maske* erlaubt.

Der Ladenbesitzer muss hierfür bei geöffneter Eingangstür eine Kasse am Eingang platzieren. Kunden betreten den Laden damit nicht, können die Produkte aber auf Zuruf ordern und an der Kasse dann bezahlen. Mitarbeiter holen dann die gewünschte Ware und überreichen sie an der Ladentür. Gerade für kleinere Geschäfte eine Option, so können immerhin Einnahmen generiert werden. „Jeder Euro zählt in dieser schweren Lage“, sagt HDE-Geschäftsführer Genth. Der Verband appelliert an die Mitglieder, entsprechende Konzepte mit den Behörden vor Ort abzuklären.

Solche Konzepte sind für die Kunden in der Regel kostenlos. Einzig bei Großbestellungen können in Einzelfällen zusätzliche Kosten entstehen, die die Verbraucher aber meist in Form von Gutscheinen zurückbekommen. In Bayern gilt zudem: Beim Abholen müssen Kunde und Verkäufer eine FFP2-Maske* tragen. (fmü) *Merkur.de und tz.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © Frank Rumpenhorst/dpa

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