Ökotest

Seife von Aldi, Lidl und Co. im Test: Experten finden schädliche Inhaltsstoffe

Eine Person wäscht sich mit Handseife die Hände.
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Hände waschen ist während der Corona-Pandemie sehr wichtig. Ökotest hat deshalb aktuell 55 Seifen getestet - doch nicht alle schneiden gut ab. (Symbolbild)

Seit Beginn der Corona-Pandemie ist der Verkauf von Seife explodiert. Im Test fallen beliebte Produkte durch. Auch Seifen von Aldi, Lidl und Co wurden getestet.

  • Ökotest* hat 55 Flüssigeifen getestet.
  • Unter anderem wurden Produkte von Aldi*, Lidl*, Edeka*, Rossmann, dm und Kaufland getestet.
  • In einigen Produkten haben die Experten im Test problematische Inhaltsstoffe gefunden.

Kassel - Regelmäßiges Händewaschen hat in der Corona*-Pandemie eine neue Bedeutung bekommen, schützt es doch vor einer Übertragung des Virus. Allerdings sollte man darauf achten, welche Seife man verwendet. Denn, so das Ergebnis eines Tests von Ökotest, „Seife ist nicht gleich Seife“.

Insgesamt 55 Flüssigseifen hat Ökotest auf die Probe gestellt und dabei enorme Unterschiede festgestellt. Der Test zeigt: Nur ein Teil der überprüften Flüssigseifen erfüllt die Erwartung. Sieben Seifen sind durchgefallen, weil sie problematische Inhaltsstoffe enthalten. Darunter auch Seifen von beliebten Marken wie Dove und Sagrotan.

Seifen im Test: So schneiden Produkte von Aldi, Lidl, Edeka und dm ab

Immerhin 19 getestete Seifen haben von Ökotest die Note „sehr gut“ bekommen, darunter alle 14 Seifen mit einem Naturkosmetiksiegel. Unter den „guten“ Seifen sind zudem auch viele günstige Seifen vom Discounter. Allerdings: „Die „sehr guten“ Seifen kosten im Durchschnitt mehr. Denn mildere Tenside haben ihren Preis“, erklärt die Ökotest-Redakteurin Heike Baier.

Zu den „sehr guten“ Seifen im Test gehören auch die „Alterra Cremeseife Weisser Tee und Bio-Limette“ von Rossmann, die „Alverde Flüssigseife Bio-Lavendel Bio-Malve“ von dm, die „Terra Nutri Happy Lime Flüssigseife“ von Müller Drogeriemarkt. Bei den „guten“ Seifen sind auch viele günstige Produkte von Discountern, Supermärkten und Drogerien: die „Balea Cremeseife Milch & Honig“ von dm, die „Cien Cremeseife Oliv“ von Lidl, die „Bevola Flüssigseife Jasminblüte“ von Kaufland, die „Elkos Body Flüssigseife Meerestraum“ von Edeka und die „Ombia Handseife Mandel, flüssig“ von Aldi Nord* und Aldi Süd*.

Experten finden schädliche Inhaltsstoffe: Diese Produkte fallen im Test durch

Im Test schneiden auch viele Marken-Produkte mit „gut“ ab, dazu gehört die „Nivea Creme Soft Pflegeseife, flüssig“, „Duschdas Prickelnd Frisch Limetten & Minzduft Handseife“. Mit „mangelhaft“ wurde im Test die „Dove Pflegende Hand-Waschlotion“ bewertet. Sie enthält den schädlichen Duftstoff Lilial. Die „Sagrotan Flüssige Handseife Aloe Vera“ bekommt sogar nur die Bewertung „ungenügend“, sie enthält den Konservierungsstoff Chlormethylisothiazolinon (CIT) und verspricht eine antibakterielle Wirkung, für die das Unternehmen keine überzeugende Wirksamkeitsstudie vorgelegt habe.

Im Video: Richtig Hände waschen - so geht es

Seife im Test: Ökotest findet schädliche Inhaltsstoffe

Im aktuellen Test häufen die Rezepturen etliche Problemstoffe an, so Ökotest. Unter anderem wurde der Konservierungsstoff Chlormethylisothiazolinon (CIT), der zu den halogenorganischen Verbindungen gehört und als starkes Allergen gilt, in Produkten gefunden. In Kosmetika, die auf der Haut verbleiben dürfen die Hersteller dieses Konservierungsmittel nicht mehr einsetzen. In Produkten, die zum Abspülen gedacht sind, ist die Menge gesetzlich immerhin stark reglementiert.

Seifen im Ökotest: Ein gefundener Duftstoff kann Fruchtbarkeit beeinträchtigen

In zwei Flüssigseifen wurde im Test der synthetisch hergestellten Moschusduft Galaxolid gefunden. Er reichert sich im Gewebe von Menschen an und gefährdet Gewässer. In fünf Seifen haben die Experten von Ökotest den Duftstoff Lilial gefunden. Die EU hat den Duftstoff im Mai 2020 als Gefahrstoff der Kategorie 1B eingestuft. Laut Einstufung kann er die Fruchtbarkeit beeinträchtigen und steht im Verdacht das ungeborene Kind zu schädigen.

Ab 2022 könnte der Inhaltsstoff in Kosmetik verboten werden. Punktabzug haben die Experten auch für Produkte vergeben, die auf ihren Flaschen eine antibakterielle Wirkung versprechen: Der Zusatznutzen solcher Produkte ist keineswegs sicher erwiesen.

Ökotest testet regelmäßig Produkte die Verbraucher häufig verwenden oder essen - erst im Hersbt 2020 nahm das Verbraucher-Magazin Haferflocken unter die Lupe und hat dort ebenfalls problematische Schadstoffe* gefunden. Auch Pizzen standen schon auf dem Prüfstand - bei einer bekannten Tiefkühlpizza wurden gefährliche Mineralöl-Rückstände gefunden. (Sarah Neumeyer) *hna.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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