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„Ich nannte Prinz Harry nicht Lt. Wales“: Militär-Ausbilder deckt „Spare“-Schwindel auf

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Von: Annemarie Göbbel

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Prinz Harrys Armee-Ausbilder meldet sich zu Wort. Er ist „schockiert“ über einige Szenen in den Memoiren seines ehemaligen Schülers. Er vermutet, dass Szenen „für den Effekt“ dramatisiert wurden.

Montecito – Den Verkaufszahlen schadet die Berichterstattung über Fehler in Prinz Harrys (38) Memoiren offenbar nicht, obwohl sich nach und nach die Protagonisten aus der Erinnerung des Prinzen in der Realität zu Wort melden. So auch der Militär-Ausbilder des Herzogs von Sussex, der in einer Szene im Buch das Propellerflugzeug Slingsby T67 Firefly ohne Vorwarnung absichtlich abgewürgt hat, um einen Trainingseffekt bei Schüler Harry zu erzielen. Zunächst verärgert äußert sich der ehemalige Armee-Ausbilder im Sunday Mirror zu Wort.

Prinz Harrys ehemaliger Ausbilder „Ich bin fassungslos darüber. Ich stehe sogar unter Schock.“

Ex-Major Michael Booley (57) war „schockiert“. Er besteht darauf, dass jedes Detail der Trainingsflüge vorher besprochen wird: „Ich bin fassungslos darüber. Ich stehe sogar unter Schock.“ Der Major AD bezieht sich auf Harrys Ausführen, die sich im Bestseller so anhören: „Auf einem unserer ersten gemeinsamen Flüge hat Booley das Flugzeug ohne Vorwarnung in einen Strömungsabriss gebracht. „Ich spürte, wie die linke Tragfläche einbrach, ein unangenehmes Gefühl der Unordnung, der Entropie, und dann, nach einigen Sekunden, die sich wie Jahrzehnte anfühlten, holte er das Flugzeug zurück und richtete die Tragflächen aus“.

Gut zehn Jahre liegen zwischen den Aufnahmen: Prinz Harry in Camp Bastion und auf Promotour für seine Memoiren „Spare“. (Fotomontage).
Gut zehn Jahre liegen zwischen den Aufnahmen: Prinz Harry in Camp Bastion und auf Promotour für seine Memoiren „Spare“. (Fotomontage). ©  John Stillwell/dpa & Jane Barlow/dpa

Die Spannung steigt: „Ich starrte ihn an. Was um Himmels willen . . .? War das ein missglückter Selbstmordversuch?‘ Nein, sagte er sanft. Das war die nächste Stufe meiner Ausbildung“. Obwohl er den Zweitgeborenen des britischen Königs Charles III. (74) zu seinen fünf besten Schülern zählt, weist er die Geschichte des Prinzen zurück: „Das Buch lobt mich zwar, aber ich fürchte, die Erinnerung an die Einsätze und Lektionen ist ungenau. Es ist wichtig zu betonen, dass es im Cockpit keine Überraschungen gibt“. Jeder einzelne Aspekt werde gründlich gebrieft.

Michael Booley respektiert Prinz Harry

Michael Booley verbrachte 33 Jahre beim Militär und lehrte den Herzog von Sussex 2009 den Firefly zu fliegen. In seinem Statement findet der ehemalige Ausbilder des Ex-Royals sonst nur lobende Worte: „Er war ein außergewöhnlicher Schüler, wirklich sehr talentiert. Er ist ein Freund und ein Mann, den ich sehr respektiere und der immer ein offenes Ohr für mich hatte.“

Er stellt richtig: „Triebwerksausfälle werden natürlich vor dem ersten Alleinflug geübt, für den Fall, dass der Flugschüler einen solchen erleidet“.

Ex-Major Michael Booley: „Er war ein Offizier, und ich habe ihn Sir genannt“

Dem Ausbilder liegt noch eine „Spare“-Szene auf der Seele: Er habe den Herzog von Sussex niemals Leutnant Wales (kurz: Lt.) genannt, wie im Buch behauptet wird: „Er war ein Offizier, und ich habe ihn Sir genannt. Ich denke, dass der Hinweis auf die Flugeinsätze dramatisiert wurde“. Die Schuld an den schockierenden Falschheiten im Buch sucht er demnach nicht bei Prinz Harry: „Das Briefing findet am Boden vor einer Tafel statt. Ich kann nur annehmen, dass das Buch so geschrieben wurde, um einen dramatischen Effekt zu erzielen, denn es ist falsch und kein Ausbilder würde sich so verhalten.“

Es ist nicht der erste Fehler in „Spare“ (dt. „Reserve“), der aufgedeckt wird. Ghostwriter J. R. Moehringer (58) verteidigte bei Dailymail das Werk gegen den Vorwurf der Ungenauigkeit und historischer Fehler und betonte, dass „unbeabsichtigte Fehler“ bei Memoiren üblich seien, bei denen „die Grenze zwischen Erinnerung und Fakten verschwimmt“. Es hat auch sein Gutes, wenn man sich eine zweite Meinung bilden kann. Der leidige Brautjungfernskandal zwischen Herzogin Meghan (41) und Prinzessin Kate (41) konnte mithilfe des Schneiders, der sich nach dem Erscheinen von „Spare“ gemeldet hatte, endlich ausgeräumt werden. Verwendete Quellen: mirror.co.uk, dailmail.co.uk

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