Maybrit Illner

TV-Talk im ZDF: Ist das Coronavirus eine echte Bedrohung? Darüber diskutieren Experten

Thema bei Illner war diesmal: „Wettlauf gegen die Krankheit – wie gefährlich ist das Coronavirus?“
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Thema bei Illner war diesmal: „Wettlauf gegen die Krankheit – wie gefährlich ist das Coronavirus?“

Bei Maybrit Illner im ZDF diskutieren Experten darüber, wie gefährlich das Coronavirus wirklich ist. 

  • Illner spricht über das Coronavirus
  • ZDF-Talk: Auch Experten sind auf Spekulationen angewiesen
  • Jens Spahn: Kein Grund zur Sorge

Eine bessere Steilvorlage für die Sendung hätte sich Maybrit Illner nicht wünschen können als diese Meldung: Die WHO ruft wegen des Coronavirus den internationalen Gesundheitsnotstand aus. Nun ist der Verlauf der Krankheit ja noch im Frühstadium, die Zahl der Infizierten eher gering, was auch für den Kenntnisstand der Wissenschaftler gilt. 

Trotzdem und weil man wohl, einem typischen journalistischen Reflex folgend, dachte, man könne das Thema nicht ignorieren, hatte sich die Redaktion dafür entschieden: „Wettlauf gegen die Krankheit – wie gefährlich ist das Coronavirus?“ lautete der Titel des Abends, und weil die Frage natürlich nicht seriös zu beantworten war, musste die Moderatorin ein ums andere Mal erleben, dass ihre Gäste nach dem Motto: „Nichts Genaues weiß man nicht“ antworteten. Ähnlich auf Spekulationen angewiesen war am Tag zuvor Sandra Maischberger.

ZDF: Illner spricht über das Coronavirus: Jens Spahn beruhigt

Einer immerhin wusste, dass alles in Ordnung ist. Denn in solchen Situationen übt sich der Politiker kraft Amtes, egal von welchem Ressort, zuerst einmal in der Rolle als Beschwichtiger. Es gebe keinen Grund zur Sorge, versicherte Jens Spahn (CDU), Bundesgesundheitsminister. Man sei aufmerksam „und gut vorbereitet unterwegs“. Hätte er etwas anderes sagen können? Rhetorische Frage.

Aber immerhin, so Spahn, sei es nun anders als bei der Sars-Epidemie 2003. Die musste im Lauf des Abends wiederholt als Folie herhalten für die Verbesserungen nicht nur bei der Seuchen-Bekämpfung generell, sondern auch dafür, wie das chinesische Regime mit der Epidemie und der eigenen Bevölkerung umgeht. Dort sei man viel offener als seinerzeit, berichtete Felix Lee, bis 2019 China-Korrespondent der taz. Er hielt die Quarantäne für die mehr als 50 Millionen Menschen in der Region um Wuhan für richtig. 

Coronavirus im Illner-Talk: Unklarheit über Ansteckungsgefahr

Wie ansteckend das Virus denn sei, wollte Illner wissen, und es war nicht die einzige Frage, auf die ihr Gegenüber keine präzise Auskunft geben konnte – obwohl Melanie Brinkmann, Leiterin der Forschungsgruppe Virale Immunmodulation am Helmholtz-Zentrum, gewiss die größte Erfahrung in der Runde hatte. Aber es sei eben noch viel zu früh, man müsse auf Fallzahlen warten, um etwa Auskunft über Sterblichkeitsraten geben zu können. 

Das bestätigte der Arzt Johannes Wimmer, der auch als Fernsehmoderator arbeitet und vielleicht deshalb bisweilen etwas zuspitzte und dramatisierte: „Derzeit kommen wir mit einem blauen Auge davon“. Das missfiel nicht nur dem Minister. 

Weil aber noch so wenig bekannt ist über Charakter und Wirkung des Virus, mussten eben als Vergleich die Fakten der Sars-Epidemie 2002/03 herhalten. Lee konnte bestätigen, dass China aus den Fehlern damals gelernt habe. Zudem sei als Folge der Globalisierung der Wissensaustausch intensiver geworden, so dass nun weltweit an der Entwicklung eines Impfstoffs gearbeitet werden könne. Der aber werde diesmal eher zu spät kommen, schätzte Melanie Brinkmann. 

Coronavirus: Panik bringt Quote und Klicks – auch Illner

Maybrit Illner, ZDF, von Donnerstag, 30. Januar, 22.15 Uhr. Im Netz: ZDF-Mediathek

Ein Problem bei der Ausbreitung des Coronavirus ist die Ausbreitung des Angst-Bazillus per World Wide Web. Die Redaktion glaubte einen Einspieler mit Handy-Videos zeigen zu müssen, die Panik auf Klinikfluren zeigten – obwohl die Herkunft der Filmchen dubios war. Aber Panik bringt Quote und Klicks, und das ist die Währung im Netz. Johannes Wimmer erklärte das Aufkommen von Verschwörungstheorien mit dem Misstrauen der Politik gegenüber, und der zugeschaltete Leiter des ZDF-Studios in Peking, Ulf Röller, bestätigte, dass es bei der Bekämpfung des Virus für Chinas Staatschef Xi auch um die Pflege seines Images geht. 

Illner-Talk: Coronavirus vor allem für ärmere Länder ein Problem

Doch das Problem mit dem Coronavirus werde auf Dauer nicht so sehr in China selbst virulent werden, sondern in den ärmeren Ländern Asiens und Afrikas, wo die Gesundheitsvorsorge und die hygienischen Verhältnisse womöglich schwieriger sind, erklärte Wimmer. Aber auf die Frage nach der Möglichkeit, die Ausbreitung der Krankheit einzudämmen, musste Professorin Brinkmann erneut die Schultern zucken: Das komme ganz auf die Entwicklung an ... 

Das Durcheinander nach dem Wahl-Fiasko im Thüringer Landtag spiegelte sich auch in Maybrit Illners Talkshow im ZDF wieder

Von Daland Segler

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