"Lindenstraße" wird fortgesetzt

Köln - Ans Aufhören denkt bei der "Lindenstraße" niemand. Ganz im Gegenteil: Bis mindestens 2014 wird weiterproduziert!

Sie ist ohnehin schon die älteste und traditionsreichste Serie im deutschen Fernsehen. Seit Dezember 1985 laufen Sonntag für Sonntag am frühen Abend die Geschichten aus der Lindenstraße in der ARD. Gerade wurde 25-jähriges Jubiläum gefeiert. Ans Aufhören denkt aber trotzdem niemand. Ganz im Gegenteil: Bis mindestens 2014 wird weiterproduziert!

Der WDR-Rundfunkrat stimmte einem entsprechenden Vertrag mit der Hans W. Geißendörfer Film- & Fernsehproduktion KG über die Herstellung der Serie für weitere drei Jahre zu. Damit gehen die Dreharbeiten ins 29. Jahr.

WDR-Intendantin Monika Piel zeigte sich begeistert: „Die Lindenstraße ist immer am Puls der Zeit, immer mittendrin und immer ein bisschen gegen den Strich gebürstet“, heißt es in einer Erklärung des Senders. „Einmischen, nicht nur abbilden – das machte von Anbeginn an die ganz besondere Qualität dieser Serie aus. Und das macht sie in der deutschen Serienlandschaft so einzigartig.“ Piel sprach dem Produzenten und „Vater“ der Serie, Hans W. Geißendörfer, und dem gesamten Team ihren „Dank und Respekt“ aus.

„Lindenstraße“, sonntags, 18.50 Uhr, ARD

Geheimnisse aus der "Lindenstraße"

A-dresse – Das große Astor-Kino am Ende der Kulisse erhielt die Adresse „Ulrike-Böss-Straße“, um der 2002 jung verstorbenen WDR-Szenenbildnerin Ulrike Böss zu gedenken. © dpa
B-abys – Die Schauspieler Julia Stark und Johannes Scheit spielen ihre Rollen Sarah Ziegler und Tom Ziegler, seit sie Babys waren. Scheit hatte seinen ersten Auftritt in der Serie, als er sieben Monate alt war und Stark wurde im Casting für die Serie ausgewählt, als sie ein Jahr alt war. © dpa
D-rei – Hausnummer, in der die wichtigsten Lindensträßler leben, allerdings fehlt ein Stockwerk. Die Dachwohnung gibt es nur im Studio. © dpa
E-lses Abschied: Kurz vor ihrem Tod hört Else Kling in Folge 1069 eine Stimme. Die gehörte dem Serienerfinder Hans W. Geißendörfer, der also seine Serienfigur zu sich gerufen hat. © dpa
F-amilienbande – Es gibt auch echte Verwandschaft in der Lindenstraße: Bill Mockridge spielt seit 1991 Erich Schiller, im Herbst 2007 folgte ihm sein Sohn Jeremy in die Serie. Er spielt nicht seinen Sohn, sondern Nico Zenker (momentan nicht dabei). Und: Irene Fischer (Anna Ziegler) ist mit dem Regisseur Dominikus Probst verheiratet. © dpa
H-ollywood – Obwohl die von Til Schweiger verkörperte Figur Jo Zenker 1992 aus der Serie verschwand, wird die Figur in Dialogen noch erwähnt. Dabei heißt es, dass „Jo in Hollywood“ sei. Eine Anspielung auf Schweigers Filmkarriere nach seinem Ausstieg aus der Lindenstraße. Dana Schweiger (damals noch Dana Carlson) spielte in den Folgen 489 und 490 die Rolle der Pat Wollfson. © dpa
I-nternet – Wenn ein Lindenstraßen-Bewohner im Internet eine Homepage einrichtet, dann existiert sie stets auch in der Realität. Die von Hajo Scholz und Andy Zenker ins Leben gerufene Seite zum „Stromwechsel“ ist auch heute noch erreichbar, ebenso das Weblog von Andy und Gabi Zenker, eingerichtet anlässlich eines längern Italien-Aufenthalts. © dpa
K-indergarten – Für die Mitarbeiterkinder der Lindenstraße gibt es einen eigenen Kindergarten direkt am Set. Der Kindergarten befindet sich in unmittelbarer Nähe der Garderoben im ersten Stockwerk. Dazu kommt der Spielplatz, der sich in der Außenkulisse direkt hinter der Villa Dressler befindet. © dpa
L-ippenbekenntnis – Der erste homosexuelle Kuss im deutschen Fernsehen fand nicht 1991 zwischen Carsten und Theo statt, sondern schon 1990 zwischen Carsten und Robert. Die ARD schnitt die Szene damals aber raus, weil die Folge wegen der Fußball-WM schon um 16 Uhr lief und Kinder zusahen. © dpa
N-achbarn – Auch die anderen Eingänge der Straße sind bewohnt: Laut Klingelschild arbeitet in Nummer 1 Dr. jur. F. Pankov (Anlageberater), in Nummer 4 gibt es Antiquitäten, in Nummer 6 logiert Pro Familia. © dpa
P-enner – Die von Harry Rowohlt verkörperte Rolle des Hartmut Rennep hat einen versteckten Gag: Liest man seinen Nachnamen Rennep rückwärts, kommt Penner heraus. © dpa
Quoten – Die Lindenstraße ist im Jahr 2010 so erfolglos wie nie zuvor: Statt ehemals weit über zehn Millionen schauten im bisherigen Jahr nur 3,11 Millionen Leute zu. © dpa
R-uhestätte – Den Set-Friedhof (wo zum Beispiel die Schildknechts begraben sind) gibt es nicht mehr – mittlerweile sind zu viele Serienfiguren gestorben. Falls jetzt in der Serie ein Lindensträßler stirbt, ist die Beerdigung auf einem echten Friedhof. © dpa
U-nbekanntes – Was die Bewohner nicht wissen: Steinbrück wurde von Lisa mit der Bratpfanne ermordet und Carsten hat seine Doktorarbeit gekauft. © dpa
Z-eitsprung – Die Lindenstraße ist in den Dreharbeiten der realen Zeit immer drei bis vier Monate voraus. Texte: lay © dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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