Zwei neue Sendungen

Kerner mit Comeback beim ZDF

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Johannes B. Kerner ist ab Herbst wieder beim ZDF vor der Kamera zu sehen

Mainz - Das ZDF schickt ab Herbst Moderator Johannes B. Kerner wieder vor die Kamera. Damit dürften die Mainzer den Weggang von Jörg Pilawa zur ARD etwas leichter verschmerzen.

Mit zwei neuen Sendungen geht Moderator Johannes B. Kerner ab Herbst im ZDF an den Start. Er kehrt damit nach rund vier Jahren wieder zu dem Sender zurück, den er 2009 verlassen hatte, um zum Privatsender Sat.1 zu gehen. Im Zweiten soll er nun zunächst zwei Ausgaben einer neuen Zeitreise-Show präsentieren, wie ZDF-Unterhaltungschef Oliver Fuchs am Freitagabend ankündigte. Hinzu kommt mit „Deutschlands Quiz-Champion“ eine weitere Show, die Kerner für die Mainzer moderieren soll. Zuletzt hatte der 48-Jährige bei Sat.1 mit einem Magazin nur wenig Erfolg und war für längere Zeit in der Versenkung verschwunden.

Zu den genauen Konzepten der beiden neuen Formate äußerte sich das ZDF am Samstag nicht. Sicher sei lediglich, dass in der Zeitreise-Show zwei Prominenten-Teams durch die Geschichte reisen und sich Fragen und Aufgaben zu den verschiedenen Epochen stellen. Wie viele Ausgaben von „Deutschlands Quiz-Champion“ geplant sind, stehe noch nicht fest, sagte eine Sprecherin des Senders.

Zehn Günter-Netzer-Geschichten, die Sie noch nicht kennen!

1. TV-Start: War eine Katastrophe. 1988 stieg er in der neuen Bundesliga-Show „Anpfiff“ von „RTL plus“ als Experte ein – neben Pudel-Moderator Ulli Potofski und der Sex-Sachverständigen Erika Berger. Die Auftritte waren ein Desaster, alles spottete über den zappeligen Netzer. Der Experte und die Sexpertin mussten gehen. © dpa
2. ARD-Einstieg: In den Neunzigern glänzte Netzer (nach lustloser Kurz-Karriere als Schalke-Berater) als Experte im Schweizer Fernsehen SF. Und weil sich die „Nati“ nicht für die WM 1998 qualifizierte, griff die ARD zu. Seine Bedingung: „Nur mit Delling!“ Waldi Hartmann war sauer („Er hat mich gemobbt“), verzieh Netzer aber schnell: „Ich wollte eh nicht sein Hacki Wimmer sein.“ © dpa
3. Käse und Scheißdreck: In Rudi Völlers Island-Wutrede 2003 spielte Netzer eine führende Rolle: „Was hat denn der Günter früher für einen Scheiß gespielt?“ „Netzing“ sahen alles auf dem Bildschirm, Netzer erinnert sich: „Ich habe Dellings Arm genommen und nur gesagt: Ruhig, ruhig!“ Stinksauer auf „Tante Käthe“ war er trotzdem, schimpfte hinter den Kulissen: „Was glaubt dieser Völler eigentlich?“ © dpa
4. Freundschaft: Delling und Netzer bezeichnen sich als Freunde, Netzer war bei Dellings zweiter Hochzeit mit NDR-Journalistin Isabelle Wagner sogar Trauzeuge. Trotzdem gehen die beiden privat ähnlich rau miteinander um wie im Fernsehen. Netzer in der WELT: „Wir leben das aus, auch in unserem Privatleben.“ © dpa
5. Siezgelegenheit: Trotz aller Freundschaft – die beiden siezen sich auch privat. Delling: „Im Grunde erleichtert das sogar die Arbeit vor der Kamera. Wir müssen uns nicht verstellen.“ Und dabei soll es bleiben. Viele hoffen, dass Netzer seinem Delling heute Abend endlich das Du anbietet – doch der Schweizer Website tagesanzeiger.ch verriet er bereits: „Die Chance, dass ich Delling das Du anbiete, ist gleich null.“ Abschiedsgeschenke soll es auch keine geben: „Ich habe intensivst die ARD aufgefordert, dass nichts stattfinden darf. Mir wäre das äußerst peinlich. Ich kann so etwas nicht ertragen.“ © dpa
6. Krisen: Gekriselt hat es immer wieder bei Netzings – am schlimmsten, als die beiden bei der WM 2006 wegen Heribert Faßbenders Fehlplanung im Kölner Studio in Isolationshaft gehalten wurden, während Kerner und Klopp im Sony-Center in Berlin Party feierten. Das ARD-Duo sah nur das Finale live im Stadion, die Redakteure mussten Eheberater spielen, Netzer wollte die Brocken hinschmeißen. © dpa
7. Ferraris: Gerade wurde ausgerechnet, dass der Ferrari-Liebhaber mit seiner Schweizer TV-Rechteagentur Infront die beiden letzten Weltmeisterschaften für einen Gesamtwert von etwa 120 000 Ferraris vermarktet hat. Um die Zukunft von Geschäftsmann Netzer muss sich niemand Sorgen machen: „Jedem kann ich versichern, dass ich nicht in ein tiefes Loch falle oder mein Leben nicht mehr bewältigt kriege.“ © dpa
8. Vorbereitung: War nie ein Thema für Netzer vor Länderspielen: „Ich mache so gut wie nichts. Delling ist derjenige, der alles machen muss. Denn ich bin ja zudem noch gern faul.“ © dpa
9. Lachen: Lehnt Netzer im Fernsehen ab. O-Ton in der WELT: „Ich habe schon genug damit zu tun, Dellings verschachtelten Sätzen zu folgen. Einer hat mal zu mir gesagt: Dein Fernseherfolg ist mir unbegreiflich. Du sitzt mit einer Steinbeißerfresse da und die Leute mögen dich auch noch. Er hat hundertprozentig Recht.“ © dpa
10. Sprüche: Ihre Wortduelle sind legendär – die besten gibt’s im Internet unter netzer-delling.beeplog.de. Zum Beispiel diesen. Netzer: „Ich sag ja, Sie hören mir nie zu!“ Delling: „In Ihrem Alter merken Sie doch gar nicht mehr, ob jemand Ihnen zuhört.“ © dpa

„Johannes B. Kerner steht wie kaum jemand für die Verbindung von journalistischen Inhalten und spannender Show-Unterhaltung“, erklärte Oliver Fuchs das Engagement des Moderators. „Damit ist er die perfekte Besetzung für die beiden Showkonzepte im Herbst.“ Der Moderator ist mit seiner Rückkehr zum ZDF somit zum zweiten Mal in seiner Karriere für den Sender tätig.

Über Kerners Verpflichtung dürften sich die Verantwortlichen in Mainz auch deshalb freuen, weil Jörg Pilawa (47) zum Ende des Jahres vom ZDF zur ARD wechseln wird. Die Bekanntgabe seines Weggangs hatte im März für einigen Unmut beim Mainzer Sender gesorgt. Intendant Thomas Bellut hatte gleichzeitig angekündigt, den Verlust zu kompensieren. Dies könnte dem ZDF nun mit der Rückkehr Kerners geglückt sein.

1997 hatte dieser Sat.1 schon einmal verlassen, um im zweiten Programm neben zahlreichen Show-Formaten auch große Live-Ereignisse wie Fußball-Länderspiele, Welt- und Europameisterschaften und die Olympischen Spiele in die Wohnzimmer zu bringen. An der Seite von Spitzenköchen machte er den Zuschauern am Freitagabend den Mund wässrig, samstagabends war er im „Sportstudio“ zu sehen und damit allzeit für das ZDF auf der Mattscheibe präsent. Kerner erneut als Sport-Moderator einzusetzen, sei jedoch nicht geplant, sagte Programmdirektor Norbert Himmler dem Nachrichtenmagazin „Focus“.

dpa

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