Am 15. Februar im ZDF

Vorab-Kritik: Wie gut ist die neue Folge „Versehrte Seelen“ vom Bergdoktor?

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Lisbeth (Monika Baumgartner, l.) und Ludwig (Christian Kohlund).

Bergdoktor Martin Gruber zeigt sich auch in dieser Folge wieder von seiner heldenhaften Seite. Neben einer Geschichte mit Happy End gibt es jedoch zahlreiche Szenen, die unangenehm klischeehaft und gewollt wirken. Doch: Wenigstens lüftet Lisbeth endlich ihr großes Geheimnis.

Update vom 12. März 2018: Er spielte die Rolle des Dr. Roman Melchinger und kam bei einem Unfall am Sonntag ums Leben. Hier erfahren Sie, wie der "Bergdoktor" um Siegfried Rauch trauert.

Es sieht mal wieder nach einem sehr komplizierten und emotional verstrickten Fall aus, dem sich Bergdoktor Martin Gruber annimmt. Sein erfahrener Kollege Dr. Roman Melchinger bemerkt ihm gegenüber gleich: „Wie für dich gemacht, würde ich sagen.“ Es geht um ein junges Mädchen, das an einer seltenen Immunstörung leidet - und für dessen Aufklärung nur das Blutbild ihrer Eltern helfen kann. Das Problem: Lena wohnt in einem Jugendheim und weiß nicht, wer ihre Eltern sind. Die Identität ihrer Mutter herauszubekommen, wäre äußerst schwierig, da diese Lena anonym auf die Welt gebracht und sofort nach der Geburt abgegeben hat. 

Bergdoktor Martin Gruber ist wie immer der Held der Folge

Natürlich wirft sich der Bergdoktor an dieser Stelle sofort ins Geschehen, umgeht sämtlichen Papierkram, überredet die Behörden und kreuzt ganz persönlich bei Lenas Mutter auf. Von dieser erfährt er dann den Namen von Lenas Vater und stattet auch diesem einen Besuch ab. Ob das alles im echten Leben ganz so einfach wäre, ist zu bezweifeln - doch dem beliebten Bergdoktor-Image schadet es nicht. Dieser zeigt sich nämlich wie in allen Folgen von seiner besten Seite und setzt sich voll und ganz für seine Patientin ein.

Nervig und gewollt jung: Diese Szenen fallen in der neuen Bergdoktor-Folge auf

War die Geschichte von Klinikarzt Alexander Kahnweiler anfangs noch annehmbar, wird sie nun hingegen von Folge zu Folge nerviger: Bei ihm dreht sich alles um Jens-Torben, seinen Fast-Adoptivsohn. Mittlerweile hat er jedoch herausgefunden, dass Jens-Torben - der in jeder Folge bereits als Kollege im weißen Kittel auftritt - sein leiblicher Sohn ist. Wie soll er das seiner Frau beibringen? Zum Glück berät ihn sein „einziger Freund“ Doktor Martin Gruber und die beiden proben abends in einer Bar, wie Alexander mit seiner Frau Vera reden sollte. Frauenversteher Martin Gruber demonstriert seinem Freund mit engem Händchenhalten und einem tiefen Blick in die Augen, wie er sich Vera in dem Gespräch zuwenden soll.

Apothekerin Frau Hochstetter, mit der Doktor Martin Gruber bereits seit einigen Folgen flirtet, kommt in diesem Moment vorbei und denkt, dass er und Alexander ein Paar sind. „Kein Problem“, sagt sie dann, „ich habe einige Freunde, die so... äh... sind...“. Die Szene erscheint anfangs witzig, wirkt insgesamt aber sehr überzogen, alles andere als modern und greift gemeinsam mit der Reaktion von Frau Hochstetter so viele Klischees auf, dass sie zum Fremdschämen anregt. Sowieso bedient sich der Bergdoktor immer wieder Ausdrücken vermeintlich junger Lässigkeit, tastet sich in dieser Folge sogar an den Begriff „chillen“ heran - was bei jüngeren und älteren Zuschauern aber mit Sicherheit mehr gewollt als authentisch ankommt.

Berührend: eine ganz besondere Mutter-Tochter-Geschichte

Dagegen ist die Geschichte um Lena, die aufgrund einer schweren Krankheit das erste Mal die Identität ihrer Mutter herausfindet, der eigentliche Kern der Folge. Die Muttergefühle, die der Anblick ihrer Tochter bei ihr auslösen, sind der Anstoß dafür, dass die Geschichte um Lenas Geburt neu aufgewickelt wird und sie sich mit ihrer Vergangenheit auseinandersetzt. Dabei tut sie alles, um ihrer Tochter zu helfen - was ihr erwartungsgemäß im letzten Moment noch gelingt. 

Wird Lisbeths Geheimnis endlich gelüftet?

Auf dem Gruberhof dreht sich indessen immer noch alles um Onkel Ludwig (gespielt von Christian Kohlund) und damit irgendwie auch im Kreis. Lisbeth ist einmal kurz davor, die Autotür zu öffnen, um ihm gegenüber zu treten - doch sie kann sich nicht überwinden und geht ihm auch diese Folge lang nur aus dem Weg. Tochter Lilli wirft ihr vor: „Langsam glaube ich, Onkel Ludwig ist der einzige Normale in dieser Familie.“ Auch manch ein Zuschauer wird sich fragen, ob auf dem Gruberhof nicht langsam mal das Geheimnis gelüftet wird, das Oma Lisbeth so unbedingt zu verbergen versucht. Und tatsächlich: Am Ende der Folge wird klar, was nach den letzten Folgen schon zu erahnen war - hinter dem Drama auf dem Gruberhof steckt eine komplizierte Liebesgeschichte.

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