Der Altkanzler über ein Leben nach dem Tod

Helmut Schmidt: "Ich will nicht 100 Jahre werden"

Helmut Schmidt Sandra Maischberger
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Helmut Schmidt war bei Sandra Maischberger zu Gast.

Hamburg - Helmut Schmidt redet bei „Menschen bei Maischberger“ über die Krise mit seiner Loki und das Alter. 100 Jahre alt wolle der Altkanzler nicht werden - und Trost im Jenseits brauche er auch nicht.

Für Altkanzler Helmut Schmidt (96) wäre eine Scheidung von Ehefrau Loki nie infrage gekommen. „Für mich wäre es undenkbar“, sagte der Altkanzler in der ARD-Sendung „Menschen bei Maischberger“, die am Dienstagabend (ARD, 22.45 Uhr) ausgestrahlt werden sollte. Vor zwei Monaten hatte der frühere SPD-Bundeskanzler in seinem Buch „Was ich noch sagen wollte“ zugegeben, „Ende der 60er oder Anfang der 70er Jahre“ eine außereheliche Affäre gehabt zu haben.

„Diese sogenannte Krise liegt auch 40 Jahre mindestens zurück. Wenn Sie die Dauer unserer Ehe, 68 Jahre, nehmen, das soll uns erst jemand nachmachen“, meinte Schmidt. "Wenn ich so weiter neben Ihnen im Rauch sitze, nicht", konterte Maischberger. Schmidt rauchte während der Sendung neun Zigartten.

"Wenn es vorbei ist, ist es vorbei"

Schmidt sprach bei „Maischberger“ auch über sein Alter. „Ich finde das Alter von 96 ziemlich lästig, aber verhindern kann ich das nicht“, meinte er. „Ich will nicht 100 Jahre werden, aber auch das kann ich nicht verhindern.“ Trost im Jenseits? "Nee braucht ich nicht." Er schließe ein Leben nach dem Tod aus. „Wenn es vorbei ist, ist es vorbei. Meine Ehefrau Loki war der Meinung, selbst wenn der Mensch verbrannt wird, bleiben die Moleküle die gleichen, die Atome bleiben die gleichen. Vielleicht wird daraus mal eine Pflanze. Da habe ich ihr zugestimmt.“

Mit seiner Freundin Ruth Loah treffe er sich regelmäßig. „Sie hat sich um mich gekümmert, als es mir sehr schlecht ging.“ Loah wohne im Augustinum am Rande des Hamburger Hafens, komme ihn aber am Wochenende regelmäßig in seinem Haus in Hamburg-Langenhorn besuchen.

In einem Interview mit der Wochenzeitung „Die Zeit“ erinnert sich Schmidt an den Sommer 1945, als er aus britischer Kriegsgefangenschaft nach Hamburg zurückkehrte. „Es war in Neugraben. Da waren meine Schwiegereltern in ein Schrebergartenhäuschen gezogen. Da bin ich hingegangen, weil ich dachte, Loki dort zu treffen. Ich habe bei der Annäherung an diese Hütte den Familienpfiff geflötet. Und dann kam sie rausgelaufen, und wir sind uns um den Hals gefallen!“ Nur unter Mühen habe er in den Alltag zurückgefunden. „Zunächst fiel ich morgens immer wieder um, weil ich völlig unterernährt war.“ Die Narben des Krieges seien auch nach 70 Jahren nicht vollständig verheilt. „Meine Generation wird die Narben mit ins Grab nehmen.“

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