Vorzeitige Bescherung im Reeßumer Haus „Ivalo“ / An Heiligabend wird es besinnlich

Von kleinen und großen Wünschen

Viel Spaß bei den Reeßumer „Ivalo-Kids”, von denen einige bereits gestern ihre Weihnachtsgeschenke bekamen. ·
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Viel Spaß bei den Reeßumer „Ivalo-Kids”, von denen einige bereits gestern ihre Weihnachtsgeschenke bekamen. ·

Sottrum - Von Antje Holsten-KörnerREESSUM · Zweimal werden wir noch wach, heißa, dann ist Weihnachtstag. Während die meisten Menschen noch zwei Tage auf ihre Bescherung warten müssen, gab es sie für knapp die Hälfte der Kinder und Jugendlichen im Reeßumer Haus „Ivalo“ bereits gestern Abend.

„Alle, die den Heiligabend bei ihren Eltern verbringen, haben gestern ihre Geschenke bekommen“, erzählt Leiter Stefan Stawicki. Los ging es traditionell mit dem gemeinsamen Essen im Restaurant. Nach der Rückkehr in Reeßum gab es die eingeübten Theatervorführungen, mit denen Stefan Stawicki und seine Frau Jenny wieder einmal überrascht wurden. Involviert bei den Vorbereitungen waren die Erzieher Ingo Heims, Annika Wilkens, Conny Kleber sowie „Nelly“ Reimer, die derzeit im Haus „Ivalo“ ihren Bundesfreiwilligendienst leistet.

Es wurde nicht nur viel zusammen gesungen und gelacht, sondern die 15-jährige Tanja spielte auch auf dem Klavier. „Außerdem werden an so einem Abend tonnenweise Kekse gegessen“, verrät der Leiter schmunzelnd. Schon jeden Sonntag in der Adventszeit landeten viele der Leckereien in den Mündern der Kinder.

Freude bereitete ebenfalls der Adventskalender, den Jenny und Natalia bestückt hatten. Dort fand sich nicht nur für jeden mindestens ein kleines Geschenk, sondern es gab auch Präsente, von denen alle profitierten. Sogar für Mischlingshündin „Hetty“ war ein Päckchen vorgesehen. Nicht fehlen durften bei der Feier gestern, am letzten Schultag vor den Weihnachtsferien, die Gesellschaftsspiele, an denen sich die Kinder mit Begeisterung beteiligten. Wie bei solch einem Anlass üblich, schaute kaum einer auf die Uhr, sodass es spät wurde.

Während sich Nico, Daniel, Carlos und Tanja verabschiedeten, um zu Hause das Fest zu feiern, geht es für Michelle, Natalia, Jessica, Leon und Carolin in Reeßum weiter. In jedem Jahr mit dabei: der Tannenbaum, den Jenny Stawicki bei Bernd Dodenhoff holt. „Bestimmt wie immer viel zu groß“, vermutet ihr Ehemann. Traditionell ist er für die Zubereitung des Heringssalats nach einem eigenen Rezept zuständig. Damit ist seiner Meinung nach schon genug mit der Farbe rot.

„Statt des Coca-Cola-Weihnachtsmannes kommt das Christkind zu uns“, so Stefan Stawicki. Damit das Christkind auch weiß, womit es den Kindern eine Freude bereiten kann, wurden schon vor einiger Zeit die Wunschzettel eingesammelt. „Ich wünsche mir eine Uhr und Spielzeugautos“, sagt Michelle, mit sechs Jahren die Jüngste im Haus „Ivalo“.

Dagegen steht bei Jessica „alles mit Pferden“ ganz oben auf der Liste. Überhaupt liegt für die 16-Jährige das Glück der Erde auf dem Rücken der Pferde, denn Jessica reitet mit Begeisterung regelmäßig in Stuckenborstel. Bei Nico (10) und Carlos (14) stehen Fußballschuhe und ein Trikot auf dem Wunschzettel. Einen ganz anderen Wunsch hegt Carolin. „Ich möchte gerne einen Erste-Hilfe-Kurs machen“, verrät die Elfjährige. Der Kursus passt sehr gut zu ihrem späteren Traumberuf als Kinderkrankenschwester. Einen kleinen Schritt in Richtung „Leben anderer Menschen retten können“ hat Carolin bereits gemacht, denn sie ist Mitglied bei der DLRG in Rotenburg.

Wenn am Heiligabend das Glöckchen klingelt, wissen alle: Das Christkind war da. Unter dem von den Kindern geschmückten Baum liegen im Schein der echten Kerzen die Geschenke. In der Vergangenheit gehörten ein Puppentheater oder ein Fahrrad zu den größten Präsenten. Was es dieses Jahr ist, hat das Christkind noch nicht verraten. Dabei können es auch praktische Dinge sein, die besondere Freude bereiten. „Bei den Regalen, die ich geschenkt bekam, hatte ich noch beim Einräumen Spaß“, erinnert sich Natalia.

Weiter geht das Weihnachtsfest am ersten Feiertag mit einem großen Frühstück, gemeinsamen Spaziergang, Kultur – wie im vergangenen Jahr der Besuch des Verdener Doms – und Ragout Fin Pastete zum Abendessen. „Oft besuchen uns dann Ehemalige“, freut sich Stefan Stawicki, der inzwischen seit 22 Jahren das Haus „Ivalo“ leitet. Für den zweiten Weihnachtsfeiertag steht wieder ein Besuch bei Erzieher Ingo in Verden auf dem Programm. Besonders gerne erinnern sich die Kids, dass dort im Vorjahr gemeinsam Ente gegessen und Flipper gespielt wurde.

Jedem fällt natürlich etwas anderes ein, wenn von den vergangenen Weihnachtsfesten gesprochen wird. So gefielen Daniel bisher immer die Aufführungen am besten, die gemeinsam einstudiert wurden. Etwas anderes hat Carlos in Erinnerung: „Der Heringssalat von Stefan ist unvergesslich.“ Und fügt verschmitzt hinzu: „Was immer das heißen mag.“

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