Neuer XBox-Vorzeigetitel

„Gears 5“ im Test: Frauenpower in der Testeronwelt

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Manchmal wundert man sich, dass in der Welt von „Gears 5“ überhaupt noch etwas steht.

Rotiert die neue „Gears of War“-Disc in der XBox, weiß man, was einen da erwartet. Kettensägen, Kanonen, hektoliterweise Blut und Testosteron. Doch beim fünften Teil der Serie, „Gears 5“, ist einiges anders. Aber auch besser?

„Gears of War“ ist neben „Halo“ eine der wichtigsten Spielemarken, die Microsoft gehören. Und gerade auf der XBox, auf der sich die Exklusivtitel in den vergangenen Jahren extrem rar gemacht haben, ist der Release eines neuen „Gears“ eine wirklich bedeutende Sache. Insbesondere in den USA ist die Marke extrem stark. Hier in Deutschland traditionell etwas weniger, was auch daran liegt, dass die ersten Teile der Serie, die damals für die XBox 360 erschienen und technisch extrem beeindruckend waren, hier umgehend auf dem Index landeten.

„Gears 5“ im Test: Mut zur Neuerung

Zuviel Blut, zuviel Gewalt - da verstand die USK damals keinen Spaß mehr. Mittlerweile sind die Teile allerdings vom Index verschwunden und können - ausschließlich von Erwachsenen - teilweise sogar in deutlich aufpolierter Form nachgeholt werden. Wenn also ein neues Gears erscheint, dann ist das für die XBox-Verantwortlichen schon ein extrem wichtiger Termin. Da möchte man annehmen, dass keine Wagnisse eingegangen werden und die Verantwortlichen statt dessen auf das Motto „mehr vom selben“ setzen würden. Aber ganz so einfach machen es sich die Entwickler von „The Coalition“, die seit Teil 4 für die Reihe verantwortlich sind, dann doch nicht.

Die einzelnen Hub-Welten sind liebevoll gestaltet und optisch eindrucksvoll.

Im Kern bleibt natürlich auch „Gears 5“ ein „Gears of War“ (auch wenn das „...of War“ aus unerfindlichen Gründen wegrationalisiert wurde). Es ist ein Deckungsshooter mit fetten Waffen, der sich superb steuert und wirklich Spaß macht, wenn man mit dem Genre etwas anfangen kann. Wer den einen oder anderen Serienteil gespielt hat, der fühlt sich sofort wie zu Hause.

Ansonsten aber hat sich einiges getan. In Sachen „Story“ beispielsweise. War diese in „Gears 4“ noch eher „vorhanden“ als wirklich mitreißend, so hat „Gears 5“ vielleicht zum ersten Mal in seiner gesamten Seriengeschichte eine Story anzubieten, die dem düsteren und depressiven Setting, dem sich die Serie seit jeher verschrieben hat, auch angemessen ist. 

„Gears 5“ im Test: Eine Story, die diese Bezeichnung auch Wert ist

Eine Story, die zielsicher die Abgründe von Politik auslotet, die dafür sorgt, dass man bestimmte Figuren anders, neu betrachtet, eine spannende Geschichte erzählt, einen immer mal wieder einen Schlag in die Magengrube verpasst. Eine Story, die aber auch voller witziger Dialoge ist, die bei aller Ernsthaftigkeit nie wirklich anstrengend wird.

Was auch und vor allem an der neuen Hauptfigur liegt. Nachdem sich „Gears 4“ um JD Fenix, den Sohn des Serienveteranen Marcus Fenix, drehte, übernimmt dieses Mal mit Kait eine Frau die Hauptrolle. Das ist im testosterongetränkten „Gears“-Universum, das scheinbar ausschließlich aus Kämpfern mit dem Aussehen einer Wohnzimmerschrankwand besteht, mehr als eine Randnotiz. Vor allem, weil mit Kait eine der spannendsten Figuren des gesamten “Gears“-Universums übernimmt. 

Die Geschichte rund um Kait (l.) ist um Welten spannender und interessanter als die von JD in Teil 4.

Eine Frau, die immer wieder von Visionen geplagt wird sich und auf die schmerzhafte Suche nach ihrer Herkunft begibt. Eine Frau, die - natürlich - kräftig mit dem Lancer-MG und dessen angebauter Kettensäge austeilen kann, wenn der fiese außerirdische Schwarm angreift, die aber auch die „Gears“-Serie von ihrer einstigen schablonenhaften Bromancigkeit befreit. Kait ist ein Knaller und ein unbedingter Gewinn für die Serie.

Ein Gewinn ist es natürlich auch, wenn man die Story nicht nur mit CPU-gesteuerten Begleitern, sondern Mitspielern aus Fleisch und Blut absolviert oder sich gemeinsam mit ihnen den verschiedenen Multiplayer-Modi stellt. 

„Gears 5“ im Test: Fazit

Ansonsten ist „Gears 5“ genau das hochglanzpolierte AAA-Produkt, das man erwartet. Mit einer hervorragenden Grafik, die selbst auf der Ur-XBox-One allzeit ruckelfrei ein gewaltiges Effektgewitter auf den Bildschirm zaubert. Mit einem Sound, der, eine entsprechende Anlage vorausgesetzt, dafür sorgt, dass die Nachbarn sicherheitshalber das Sondereinsatzkommando kommen lassen. Unterhaltung auf höchstem Niveau, endlich mit einer wirklich spannenden Geschichte und endlich mit einer interessanten weiblichen Hauptfigur. Selbst wenn es auf der XBox One deutlich mehr Exklusivtitel geben würde, wäre „Gears 5“ eine unbedingte Empfehlung für alle ab 18.

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