Vergleich mit dem Ausland

Verivox: Mobiles Flatrate-Surfen bleibt in Deutschland teuer

+
Schnelles Surfen unterwegs ist in Deutschland relativ teuer. Foto: Peter Gercke

In einer Werbung der Telekom für einen neuen Flatrate-Mobiltarif heißt es: "Endlich. Keine Limits mehr". Tatsächlich gibt es in dem Tarif keine Drosselung der Geschwindigkeit. Doch blickt man auf andere EU-Staaten, fällt auf: So wirklich billig ist der Tarif nicht.

Bonn (dpa) - Wer in Deutschland mit seinem Handy schnell und viel surfen will, muss deutlicher tiefer in die Tasche greifen als im Ausland. Das zeigt eine Untersuchung des Vergleichsportals Verivox.

Aus dem Bericht geht hervor, dass es in vielen anderen EU-Staaten deutlich billiger ist: So werden in Deutschland rund 80 Euro im Monat für einen Tarif bei der Telekom fällig, um eine unbegrenzte Daten-Flatrate zu bekommen - die Übertragungsgeschwindigkeit wird also nicht ab einer gewissen Menge gedrosselt. In den Niederlanden (35 Euro), Frankreich (40 Euro), Großbritannien (umgerechnet rund 40 Euro) und Schweden (umgerechnet 49 Euro) liegen die billigsten Tarife wesentlich niedriger.

Die Telekom hatte erst kürzlich eine neue Daten-Flatrate für mobiles Surfen eingeführt. Vodafone und Telefónica/O2 haben in Deutschland kein solches Produkt.

Verivox hatte alle verfügbaren Tarife der Netzbetreiber aus zehn europäischen Staaten unter die Lupe genommen. Angebote von Zweitmarken oder Service-Providern wurden dagegen nicht berücksichtigt. Einige Länder hatten nur "Quasi-Flatrates" - dort ist die Grenze zur Datenmenge, ab der auf langsames Tempo gedrosselt wird, also sehr hoch.

In Polen kostet zum Beispiel ein Tarif mit einer 100 GB-Schwelle nur umgerechnet rund 19 Euro - der ist von T-Mobile, einer Tochter des Bonner Konzerns. Relativ billig sind zudem Tarife in Italien (25 Euro/Grenze 100 GB) und Spanien (32 Euro/25 GB). Recht teuer ist Österreich - Verivox zufolge kostet dort der preisgünstigste Tarif 69,73 Euro bei einem Drosselungsbeginn bei 60 GB.

Der Vergleich mache deutlich, dass Deutschland bei Tarifen mit großen Datenmengen weiterhin Nachholbedarf hat, sagte Verivox-Experte Christian Schiele. Er begründet das hohe Preisniveau unter anderem damit, dass der Wettbewerb auf dem heimischen Markt in den vergangenen Jahren abgeflacht sei. Zudem gebe es in Deutschland weniger staatliche Förderung als etwa in Frankreich - heimische Firmen müssen ihr Geschäft weitgehend aus eigener Kraft finanzieren.

Das könnte Sie auch interessieren

Trump räumt russische Einmischung in US-Wahl ein

Trump räumt russische Einmischung in US-Wahl ein

19-jährige Weyherin radelt 900 Kilometer, um Plastikmüll zu sammeln

19-jährige Weyherin radelt 900 Kilometer, um Plastikmüll zu sammeln

Alaphilippe gewinnt Bergetappe - Van Avermaet festigt Gelb

Alaphilippe gewinnt Bergetappe - Van Avermaet festigt Gelb

Obama fordert Kampf gegen Diskriminierung im Geiste Mandelas

Obama fordert Kampf gegen Diskriminierung im Geiste Mandelas

Meistgelesene Artikel

Falsches Google-Gewinnspiel oder angebliche Virenwarnung: So schützen Sie sich

Falsches Google-Gewinnspiel oder angebliche Virenwarnung: So schützen Sie sich

Letzte Chance zum Kauf? Apple nimmt offenbar beliebte iPhone-Modelle aus dem Sortiment

Letzte Chance zum Kauf? Apple nimmt offenbar beliebte iPhone-Modelle aus dem Sortiment

Neue Funktion bei WhatsApp: Von dieser Änderung können alle profitieren

Neue Funktion bei WhatsApp: Von dieser Änderung können alle profitieren

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.