Apple will den Computer am Handgelenk etablieren

Apple zündete ein Neuheiten-Feuerwerk: Konzernchef Tim Cook stellte eine Computeruhr und neue größere iPhones vor. Foto: Monica Davey
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Apple zündete ein Neuheiten-Feuerwerk: Konzernchef Tim Cook stellte eine Computeruhr und neue größere iPhones vor. Foto: Monica Davey
Zudem soll ein iPhone-Bezahldienst die Brieftasche ersetzen. Foto: Monica Davey
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Zudem soll ein iPhone-Bezahldienst die Brieftasche ersetzen. Foto: Monica Davey
Die wichtigste Neuheit des Abends war aber die Apple Watch. Foto: Christoph Dernbach
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Die wichtigste Neuheit des Abends war aber die Apple Watch. Foto: Christoph Dernbach
Die Apple Watch soll verschiedene Smartphone-Funktionen übernehmen. Sie soll beispielsweise das Wetter anzeigen, als Stoppuhr dienen und Gesundheitsdaten sammeln. Foto: Monica Davey
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Die Apple Watch soll verschiedene Smartphone-Funktionen übernehmen. Sie soll beispielsweise das Wetter anzeigen, als Stoppuhr dienen und Gesundheitsdaten sammeln. Foto: Monica Davey
Nutzer können mit der Computeruhr auch Anrufe starten und beantworten, Kurznachrichten diktieren und die Musik-Wiedergabe steuern. Foto: Christoph Dernbach
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Nutzer können mit der Computeruhr auch Anrufe starten und beantworten, Kurznachrichten diktieren und die Musik-Wiedergabe steuern. Foto: Christoph Dernbach
Wegen des kleinen Displays hat Apple eine komplett neue Bedienung entwickelt. Die einzelnen Apps werden mit runden Symbolen angezeigt. Foto: Christoph Dernbach
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Wegen des kleinen Displays hat Apple eine komplett neue Bedienung entwickelt. Die einzelnen Apps werden mit runden Symbolen angezeigt. Foto: Christoph Dernbach
Die Steuerung läuft zum Teil über den Drehknopf an der Seite. Er dient zur Navigation auf dem Bildschirm und übernimmt auch die Rolle des Home-Buttons. Foto: Christoph Dernbach
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Die Steuerung läuft zum Teil über den Drehknopf an der Seite. Er dient zur Navigation auf dem Bildschirm und übernimmt auch die Rolle des Home-Buttons. Foto: Christoph Dernbach
Die Uhr soll es in zwei Größen und in drei verschiedenen Ausführungen geben. Foto: Monica Davey
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Die Uhr soll es in zwei Größen und in drei verschiedenen Ausführungen geben. Foto: Monica Davey

Cupertino (dpa) - Mit der Apple Watch will der iPhone-Konzern einen Computer am Handgelenk im Alltag der Menschen etablieren. Konkurrenten gelang das noch nicht. Auch beim digitalen Bezahlen will Apple dort erfolgreich sein, wo andere noch keinen Massenmarkt erreichen.

Gut vier Jahre nach der Vorstellung des iPads will Apple erneut eine Branche umkrempeln. Mit der Apple Watch präsentierte Konzernchef Tim Cook nicht nur eine "smarte Uhr", sondern machte klar, dass er das ambitionierte Ziel verfolgt, den Computer sinnvoll auf das Handgelenk zu bringen.

Cook griff dabei auf eine bewährte Masche von Apple-Gründer Steve Jobs zurück: Der hob sich die spannendste Ankündigung einer Präsentation oft für den Schluss auf. "One more thing", eine Sache noch, hieß es dann. Fast drei Jahre nach Jobs' Tod ließ Cook diese Tradition für den Sprung ins Geschäft mit Computeruhren aufleben.

In einer Mail an seine Mitarbeiter sprach Cook nach der Präsentation von einem "neuen Kapitel" in der Geschichte von Apple. Ob der 9. September 2014 tatsächlich in eine Reihe mit dem Start des ersten iPhones 2007 oder der Präsentation des ersten iPads 2010 gestellt werden kann, wird sich noch erweisen. Immerhin wird Cook sich dank der Apple Watch nicht mehr ständig fragen lassen müssen, wann der Konzern sich mal wieder in eine neue Produktkategorie wagt.

Computeruhren gibt es inzwischen viele auf dem Markt. Samsung preschte schon vor einem Jahr mit seiner ersten Smartwatch vor. Auf der IFA in Berlin zeigten die Südkoreaner nun schon die erste Version mit eingebautem Mobilfunk-Chip. Zudem gab es neue Modelle von LG, Sony, Motorola. Auf den ersten Blick bieten sie ähnliche Funktionen wie sie Apple verspricht: Telefonieren, Nachrichten diktieren, Fitness-Daten sammeln.

Der iPhone-Konzern will aber nach jahrelanger Entwicklungsarbeit mit einer durchdachten Bedienung und Liebe zum Detail punkten. Dabei wurden auch renommierte Designer klassischer Uhren zu Rate gezogen. Sie kamen zusammen mit Apples Designchef Jony Ive auf die verblüffend einfache Idee, die Krone der Uhr zu einem zentralen Bedienelement zu machen. Der Bildschirm ist aber ebenfalls berührungsempfindlich und reagiert auf Tipp- und Streichbewegungen der Finger. Mit der neuartigen Bedienoberfläche wird klar: Das ist kein geschrumpftes iPhone, sondern ein ganz eigenständiges Gerät. Es geht auch um Funktionen, für die man kein Smartphone nehmen würde.

Zum Marktstart im kommenden Jahr wird sich auch zeigen, wie gut es Apple und den Entwicklern von Apps gelingen wird, die Uhr zu einem sehr persönlichen Gerät zu machen. Die Demo eines Austauschs von Emoticons oder der Übertragung des Herzschlags von einer Watch zur anderen lässt einige innovative Anwendungen erwarten. Zu den deutschen Partnern für die Apple Watch gehört BMW. Die Münchner übertragen wichtige Daten aus dem Auto ans Handgelenk oder zeigen dem Apple-Watch-Besitzer, wo er seinen Wagen geparkt hat.

Dabei wurde aber auch schnell deutlich, dass die Apple-Techniker noch einige Hausaufgaben erledigen müssen. So machten Apple-Manager Kevin Lynch und seine Mitarbeiter keine Angaben zur Batterielaufzeit. Immerhin hieß es an einer Stelle, die Uhr könne über Nacht aufgeladen werden. Das heißt: Der Akku dürfte über den Tag halten - aber auch nicht viel länger?

Wirtschaftlich noch wichtiger als die Apple Watch könnte sich das digitale Bezahlsystem Apple Pay erweisen, das im Oktober zunächst in den USA eingeführt werden wird. Apple verspricht, das Bezahlen mit dem iPhone - und auch der Uhr - werde schneller, sicherer und bequemer sein als mit Bargeld oder einer herkömmlichen Kreditkarte. Und wie beim Bargeld würden bei Apple Pay keine Kundendaten übertragen, sondern nur eine anonymisierte Autorisierungsnummer. Für Kunden und Händler sollen keine zusätzlichen Kosten entstehen. Über die Geschäftsbeziehung zwischen Apple und den Kreditkartenfirmen hüllen sich die Beteiligten in Schweigen.

Zumindest in den USA hat Apple Pay das Potenzial, einen ähnlichen Effekt wie beim iPad zu erzeugen. Vor dem Apple-Tablet hatten Microsoft und andere jahrelang versucht, die Geräteklasse am Markt zu etablieren. Doch erst mit dem iPad gelang der Durchbruch. Da lassen sich die Apple-Manager auch nicht sonderlich davon beeindrucken, dass verschiedenste Versuche bislang gescheitert sind, digitale Geldbörsen auf der technischen Basis der Nahfunks NFC populär zu machen.

Die Börsianer zeigten sich noch nicht überzeugt. Als zunächst die neuen großen iPhones gezeigt wurden, stieg der Kurs. Nach den ersten Eindrücken von der Uhr ging die Aktie auf Talfahrt und schloss am Ende des Tages leicht im Minus.

Apple zu Computeruhr (eng.)

Apple zum iPhone 6 (eng.)

Apple zum iPhone-Bezahlsystem (eng.)

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