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Zwei Funde in kurzer Zeit: Mega-Bisswunden an Haien deuten auf Megalodons hin

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Von: Bjarne Kommnick

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Lebt der Megalodon doch noch in den Ozeanen? Zwei Funde riesiger Bissspuren an Haien in kurzer Zeit nähren den Mythos, der Urzeit-Hai sei nicht ausgestorben.

Ensenada – Seit hunderten Jahren halten sich hartnäckig Mythen und Geschichten über außergewöhnliche Lebewesen in den Weltmeeren. Von der Kategorie unrealistisch wie das Monster von Loch Ness bis hin zu belegten Tatsachen wie gigantische Tiefsee-Kämpfe zwischen Pottwalen und Koloss-Kalmaren: Die Faszination für das Leben im Wasser ist und war schon immer riesig. Auch über den urzeitlichen Riesenhai Megalodon spekulieren Meeresfans immer wieder gerne. Nun sollen ein Video und ein Foto neue Beweise für eine mögliche Existenz des eigentlich ausgestorbenen Megalodons liefern. Was ist da dran?

Tierart:Hai
Überordnung:Galeomorphii
Ordnung:Makrelenhaiartige (Lamniformes)
Familie:Otodontidae
Gattung:Otodus
Art:Megalodon

Megalodon Mythos lebt auf: Haie mit riesigen Bissspuren gefunden – in Mexiko und Australien

Eigentlich sei das Ende von Megalodons bereits über drei Millionen Jahren her, sagen Forscher übereinstimmend. Er soll mit einer Körperlänge von 15 bis 20 Metern höchstwahrscheinlich der größte Hai der Erdgeschichte gewesen sein. Zum Vergleich: Ein weißer Hai kommt gerade einmal auf eine Körperlänge von rund 6 Metern. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind sich sicher, dass eine Rückkehr des Megalodons ausgeschlossen sei. Ist die Geschichte damit bereits zu Ende erzählt?

Hai an Küste Australiens mit riesigen Bisswunden gefilmt: Video soll Existenz von Megalodon belegen

Nein, für viele Menschen nicht – das hat mehrere Gründe: Die Weltmeere sind in ihrer Weite nur zu kleinen Teilen erforscht. Mit vollständiger Gewissheit scheint es also unmöglich zu sein, die Existenz von solchen Mythen komplett zu widerlegen. Auch dass immer wieder Zähne des Megalodon gefunden werden, genügt vielen als Bestätigung der fortwährenden Existenz – auch wenn die Beißer nachweislich ur-ur-alt sind. Wasser auf die Mühlen der Megalodon-Gläubigen sind nun neue Aufnahmen, die der Fotograf Dean Spraakman vor der australischen Küste eingefangen hat. Das Video auf Youtube soll nun die Existenz des Megalodons beweisen.

Youtube-User weltweit feiern „legendären Hai, der den Megalodon überlebt hat“

Darin zu sehen ist ein Hai, übersät mit riesigen Bisswunden. Viele Nutzerinnen und Nutzer sind sich sicher: Die Verletzungen können nur von einem Megalodon stammen. Im Netz wird das verletzte Tier deshalb auch als der „legendäre Hai, der den Kampf gegen den Megalodon überlebt hat“ gefeiert. Das alles ähnlich unglaubwürdig wie die Geschichte von dem Mann, der von einem Wal verschluckt wurde und überlebte* – die allerdings soll tatsächlich stimmen.

Megalodon Darstellung.
Echte Fotos gibt es vom Megalodon nicht, dennoch vermuten einige, dass er noch existieren könnte. © imago

Weiterer Hinweis auf Megalodon: Auch vor mexikanischer Pazifikküste Hai mit riesigen Bissspuren gefunden

Innerhalb kürzester Zeit machte eine neue Meldung die Runde – und traf den Nerv des Megalodon-Hypes. Auch vor der mexikanischen Küste in Ensenada machte der Taucher Jalil Najafov eine ähnliche Entdeckung wie zuvor Fotograf Dean Spraakmanin Australien: Er schoss ein Foto von einem weißen Hai, der ebenfalls mit schweren und riesigen Wunden übersät war. Das Bild teilte er auf Social Media, auch hier waren sich zahlreiche Nutzerinnen und Nutzer sofort sicher: Der Megalodon komme als einzige Ursache für diese massiven Verletzungen des Weißen Hais in Frage. Auch für den erfahrenen Taucher scheint es eine Begegnung der besonderen Art gewesen zu sein: „Ich war wirklich überrascht, denn so etwas habe ich noch nie in meinem Leben gesehen“, so Najafov. Zwei „Beweise“ aus verschiedenen Teilen der Welt – wenigstens der Mythos vom Megalodon war wohl nie lebendiger.

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Hoffnung auf Megalodon-Existenz: Doch nicht ausgestorbener Quastenflosser als Paradebeispiel

Weltweit wird nun in Foren, Gruppen und natürlich in den Kommentaren von besagtem Bild-Material spekuliert, was das Zeig hält. Denn schon andere Beispiele hatten bereits bewiesen, dass auch das Unmögliche möglich ist: So galt der Quastenflosser, ein Brackwasser-Fisch, seit mehr als 60 Millionen Jahren als ausgestorben. Doch 1938 wurde dann trotzdem wieder ein lebendes Exemplar entdeckt, obwohl Forscherinnen und Forscher dies damals für unmöglich gehalten hätten. Zwar sei der Fisch heute wieder vor dem Aussterben bedroht, er zeigt jedoch auch, dass die Hoffnung auf eine Existenz des Megalodons nichts ganz unbegründet zu sein scheint.

Wissenschaftler widersprechen Theorie vom nicht ausgestorbenen Megalodon entschieden

Doch aus der Wissenschaft kommen ernüchternde Einschätzungen zu den möglichen Beweisen für eine Existenz des Megalodons anhand der neusten Bildquellen. „Die Form weist für mich wahrscheinlich auf einen Biss von einem anderen Hai hin“, ist sich Dr. Tristan Cuttridge, wissenschaftlicher Leiter der Forschungseinrichtung „Saving the blue“ in Miami, sicher. Laut Angaben des Meeresbiologen David Ebert seien selbst die jüngsten Hinweise auf seine einstige Existenz bereits über 1,5 Millionen Jahre alt. Doch bei bis zu 3.000 neuentdeckten Tierarten pro Jahr in den Weltmeeren ist sicher: Der Mensch weiß über das Meer noch äußert wenig. Das bietet natürlich Zündstoff für Spekulationen – der auch die Theorie vom noch lebenden Megalodon immer wieder neu entfachen kann.

Zuletzt ging auch das Video eines Mondfisches im Netz viral, spanische Fischer hatten das Tier versehentlich aus dem Mittelmeer gezogen. Vor Italien hat ein Fotograf sogar einen „Alien-Fisch“ entdeckt*, das geteilte Foto davon bracht ihm jedoch einen Shitstorm ein.* kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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