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Ukraine-Krieg: Tierheim-Besitzer bleibt in Kiew – für seine 400 Streuner

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Von: Bona Hyun

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Ein Tierheim-Besitzer aus Kiew bleibt im ukrainischen Kriegsgebiet – aus Liebe und Schutz zu seinen 400 Tieren. Sein Entschluss bewegt das Netz weltweit.

Kiew – Für einen Tierheim-Besitzer in Kiew zählt nur eins: Seine Tiere zu retten und sich weiterhin um sie zu kümmern. Wegen des Ukraine-Kriegs flohen bereits 1,5 Millionen Menschen vor Wladimir Putin. Als lokaler Anwohner bekommt Tierfreund Andrea Cisternio die Präsenz Russlands in der Ukraine zu spüren. Doch seine Tiere und sein eigenes Tierheim zurückzulassen, steht für ihn nicht zur Debatte. Trotz der Angst und Ungewissheit vor dem Krieg entscheidet er sich, zu bleiben – für seine 400 Schützlinge.

Hauptstadt der Ukraine:Kiew
Fläche:839 Quadratkilometer
Höhe:179 Meter
Bevölkerung:2,884 Millionen (2017)

Trotz Ukraine-Krieg: Tierheim-Besitzer bleibt in Kiew für seine 400 Streuner – und pflegt sie weiterhin

Tierheim-Besitzer Andrea Cisternio widmete sein Leben zwei großen Leidenschaften: dem Fotografieren und heimatlosen Tieren. Der gebürtige Italiener arbeitete in seiner Heimatstadt als Fashion Fotograf und zog dann für seine Frau in die Ukraine. Seit 13 Jahren lebt er mittlerweile dort und baute sein eigenes Tierheim auf. Insgesamt 400 Streuner seien bei ihm untergebracht. Das Tierheim sei ursprünglich für herrenlose Hunde gewesen, doch über die Zeit nahm Andrea auch andere Tiere, wie Pferde, Kühe und Schafe auf. Ein großes Herz für streunende Hund hatte auch ein Koch – der Restaurant-Chef kocht täglich ein Extra-Essen für Straßenhunde.

Ein Mann mit einer Ziege und einer Kuh
Für seine Tiere tut er alles – und bleibt auch im Krieg da, um sie zu schützen. Insgesamt 400 Schützlinge behütet Andreas. (kreiszeitung.de-Montage) © @Andrea Cisternino/facebook(screenshot)

Auch nach der russischen Invasion in die Ukraine zählt für Andrea nur eins: Seine Tiere weiterhin zu pflegen und bei ihnen zu bleiben. In einem Interview mit „euronews“ erzählte er von seinem angesammelten Extra-Vorrat für seine Katzen, Hunde und Pferde. Trotzdem habe er nie mit dem Ausmaß der Kriegssituation gerechnet. Obwohl Andrea den Krieg täglich hautnah miterlebt, war das Zurücklassen seiner Tiere keine Option. Er und seine Frau blieben in der Ukraine. So aufopferungsvoll sind Tierbesitzer, weil ihre Schützlinge eben wie eine richtige Familie sind: Ein todkranker Mann kann sogar erst ruhen, als er für seinen Hund ein neues Zuhause findet.

Ein Mann mit mehreren Hundewelpen
Das anfängliche Tierheim für Hunde wurde schnell zu einem Zufluchtsort für viele verschiedene Tiere. © @Andrea Cisternino/facebook(screenshot)

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Tierheim-Besitzer im Netz als Held gefeiert: „Ich bleibe hier für meine Tiere!“

Auf Facebook teilt Andrea seiner Fangemeinde immer wieder Updates mit – vom Krieg und seinen Tieren im Heim. Viele seiner Follower und Freunde sind um ihn besorgt, doch der Tierheim-Besitzer bleibt standhaft. „Ich bleibe hier für meine Tiere. [...] 400 Tiere sind viel zu viele, um sie zu transportieren, sie wegzubringen und eine Bleibe für sie zu finden. Hier sind Pferde, Kühe, Hunde, Katzen... Ein bisschen von allem“, zitiert ihn „euronews“. Das Tierheim sei für ihn viel wert, deshalb könne er nicht alles einfach hinter sich lassen. „Im Moment weiß ich nicht anders, ich bin einfach hier.“ Bewegende Worte eines Tierfreundes, der sich ein Leben ohne seine Vierbeiner nicht vorstellen kann. Auch für einen obdachlosen Mann, der durch einen Hunde-Geburtstag ein Viertel zusammenbringt, sind seine Tiere alles, was er hat.

Andrea bedankt sich bei seinen Abonnenten für den zugesprochenen Mut und ihre Unterstützung. Das Netz bezeichnet ihn als richtigen „Helden“, wie die Zeitung „independent“ berichtet. „Ich würde für meine Tiere sterben. Ich muss den Zufluchtsort retten – mitsamt ihren 400 Schutzsuchenden, die um jeden Preis beschützt werden müssen“, schrieb Andrea auf Facebook. Die Facebook-User stärken ihm den Rücken. „Wir fühlen deinen Schmerz mit und wir hoffen, dass diese Absurdität aus Respekt zum Leben der Menschen aufhören wird“, so ein User. Laut einem Update von „independent“ geht es Andrea, seiner Frau und drei weiteren Tierpflegern soweit gut. Wir wünschen ihnen allen nur das Beste. * kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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