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Ukraine-Krieg: Rohstoff-Mangel macht E-Autos bald unbezahlbar

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Von: Ulrike Hagen

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Explodierende Rohstoffpreise, unterbrochene Lieferketten. Der Ukraine-Konflikt könnte E-Autos zum unerschwinglichen Luxusgut machen – oder gar ihr Aus bedeuten.

London – Das Damoklesschwert schwebt schon länger über der E-Mobilität. Die Nachricht, dass es bald heißen könnte „Bye bye, E-Auto“, weil die Rohstoffe für die Produktion nur noch wenige Jahre reichen, versetzt die Branche bereits seit einiger Zeit in Unruhe. Nun könnte es noch viel schlimmer und vor allem noch viel schneller kommen. Der Ukraine-Konflikt* verschärft die Furcht vor den Rohstoff-Engpässen und treibt die Preise für Rohstoffe, vor allem für Nickel, in astronomische Höhen.

Metallbörse:London Metal Exchange (LME)
Gründung:\t1877
Sitz:\t10 Finsbury Square, London, England

E-Autos: Vom Aus bedroht durch den Ukraine-Konflikt

Nicht nur bei den Preisen für Erdgas und Öl hat der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine ein Beben entfacht. Auch die Kurse für Metalle sind astronomisch in die Höhe geschossen. Wie der „Spiegel“ berichtet, hat sich der Preis für eine Tonne Nickel seit Beginn der Woche mehr als verdreifacht und lag teilweise bei über 100.000 Dollar. An der Londoner Rohstoffbörse wurde daraufhin sogar der Handel ausgesetzt. Das trifft vor allem die E-Auto-Hersteller hart. Denn die Elektroauto-Branche ist auf das Metall angewiesen, um Batterien herstellen zu können.

Ein E-Auto an einer Ladestation und eine Hand mit einem Nickel-Erz
Ukraine-Krieg: E-Autos könnten aufgrund des massiv steigenden Nickelpreises noch viel teurer werden. (kreiszeitung.de-Montage) © R. Price/Anton Novoderezhkin/imago

Wichtiger Rohstoff für E-Auto-Produktion: Preise verdreifacht, Handel ausgesetzt

Nachdem zumindest für Lithium, den Rohstoff, der eine Schlüsselrolle beim Akku-Bau spielt, Entwarnung gegeben werden konnte, als im 300 Kilometer langen und bis zu 40 Kilometer tiefen Oberrheingraben zwischen Basel und Frankfurt am Main ein Lithium-Schatz in Deutschland gefunden wurde, der die Rettung für den Bau von Millionen von E-Autos verhieß, folgt nun also die nächste Hiobsbotschaft.

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Preise für E-Auto-Batterien auf Rekordhoch: Nickel-Preis explodiert wegen Ukraine-Krieg

Russland ist einer der weltweit größten Lieferanten des silbrig-weißen Schwermetalls, 44 Prozent der deutschen Nickel-Importe kommen aus dem von Wladimir Putin* regierten Staat. Der Konflikt in der Ukraine und die verhängten Sanktionen führen zu weiteren Lieferengpässen und verschärfen die bereits bestehende Angebotsknappheit zusätzlich. Das zeigt sich jetzt dramatisch an den explodierenden Preisen an den Börsen.

Ohne Nickel läuft nichts: Explodierende Preise und Knappheit werden bedrohlich für die E-Mobilität

Vor allem für die E-Autoindustrie könnte der hohe Nickelpreis schnell zu einem bedrohlichen Thema werden. Denn Nickel zählt zu den relevantesten Metallkomponenten bei der Batterieherstellung; je mehr Nickel sie enthält, desto höher ist die Energiedichte einer Batterie. Zum Vergleich: Laut IMF enthält eine „typische“ Autobatterie etwa 8 Kilogramm Lithium, 35 Kilogramm Nickel, 20 Kilogramm Mangan und 14 Kilogramm Kobalt.

Bei VW und Audi stehen die Bänder still: Ukraine-Krieg sorgt jetzt schon für Produktionsausfall bei E-Autos

Doch die politische Weltlage hat nicht nur gravierende Auswirkungen auf die Rohstoffpreise und deutliche Folgen für die Verbraucher durch steigende Preise für Lebensmittel durch den Ukraine-Krieg*. Sämtlich globale Lieferketten sind inzwischen betroffen. In den ersten E-Auto-Werken stehen darum die Bänder inzwischen still. Wie der Branchendienst „electrive.net“ berichtet, gaben bereits VW*, die BMW*-Tochter Mini, Audi und Porsche* einen Produktionsstopp bekannt.

Bestellstopp für hybride E-Modelle bei Audi und VW

Autobauer Audi hat laut „Automobilwoche“ bereits einen Lieferstopp für seine Plug-in-Hybride ausgesprochen: „Aufgrund der guten Nachfrage sowie einiger Einschränkungen bedingt durch die Versorgungssituation ist das Produktionsvolumen aktuell für die Audi PHEV-Modelle bereits für das Jahr 2022 ausgeschöpft“, so der Konzern. Volkswagen schloss sich wenige Tage später an: „Aufgrund weltweit steigender Bestellzahlen für die Plug-in-Hybridmodelle, der nach wie vor schlechten Versorgung mit Halbleitern und insbesondere der aktuell dramatischen Situation in der Ukraine ist ein vorläufiger Bestellstopp unvermeidbar“, so Mitteilungen an die betroffenen Händler. * kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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