Teure „Testproduktion“ in Grünheide

Tesla muss E-Autos im Wert 125 Millionen Euro verschrotten

In Grünheide bei Berlin öffnet bald das neue Tesla Werk. Nun will Elon Musk dort schon vorab 2.000 E-Autos produzieren – obwohl er sie dann verschrotten muss.

Grünheide – Tesla produziert 2.000 Elektroautos im Wert von 125 Millionen Euro, um diese anschließend ohne Gebrauch wieder verschrotten zu müssen. Dabei handele es sich um einen Produktions-Testlauf in der neuen Tesla Gigafactory im brandenburgischen Grünheide, den der Autohersteller zuvor beantragt hatte. Der Harken: Die produzierten Elektroautos dürfen nicht verkauft werden. Die Fahrzeuge wandern aus der Produktion also direkt auf den Schrotthaufen. Was dahinter steckt.

AutoherstellerTesla
HauptsitzAustin, Texas, Vereinigte Staaten
Gründung 1. Juli 2003, San Carlos, Kalifornien, Vereinigte Staaten
Umsatz31,54 Milliarden USD (Dezember 2020)

Tesla baut in Deutschland E-Autos für 125 Millionen Euro – und muss die direkt verschrotten

Der Großkonzern Tesla wolle mit einem Testlauf die Qualität der neuen Gigafactory sicherstellen, weil die ersten Test-Modelle in der Produktion „mangelhaft“ gewesen seien. Von den Behörden heißt es: „Die während der Anlagenprüfung erzeugten Teile und Karossen dürfen nicht als Verkaufsware genutzt werden“. Der ganze Antrag scheint aus einer Ungeduld des Unternehmens hervorzugehen, denn eigentlich solle die Anlagenprüfung ohnehin zeitnah abgeschlossen werden.

Tesla darf in der Gigafactory in Grünheide 2.000 E-Autos produzieren – und muss sie dann verschrotten.

Tesla produziert in Grünheide 2.000 E-Autos nur zum Verschrotten: Testlauf für Produktionsanlage

Demnach wollte Brandenburg in den kommenden Wochen ohnehin grünes Licht für die Tesla-Produktion in Grünheide geben. „Wir befinden uns auf den letzten Metern“, sagte Wirtschaftsminister Jörg Steinbach von der SPD am Mittwoch. Doch das Unternehmen von Elon Musk möchte darauf nicht mehr so lange warten, und habe deshalb den Antrag über die Vorproduktion von 2.000 Elektroautos in der Gigafactory gestellt, auch wenn diese Elektroautos eben nicht verkauft werden dürfen – obwohl sie Neuwagen seien. Anders als bei gebrauchten Elektroautos, für die die Preise im „freien Fall“ sind*, würde es mit Sicherheit viele Interessenten für die zu verschrottenden Autos geben.

Zuletzt enthüllten Ex-Tesla-Mitarbeiter einen Skandal um den Autopiloten*, denn ein Video eines autonom fahrenden Tesla soll gefälscht gewesen sein, in Wahrheit soll das Fahrzeug sogar einen Unfall gebaut haben. Doch mittlerweile scheint das autonome Fahren bei Tesla ausgereifter zu sein, denn eine Frau bracht gerade das erste „Tesla-Baby“ zur Welt – im Wagen, der dabei auf Autopilot fuhr*.

Tesla muss neu produzierte E-Autos verschrotten: Umweltamt fordert Entsorgungsnachweis

Von Nachhaltigkeit scheint der Produktionstestlauf von Tesla meilenweit entfernt zu sein, obwohl die Automarke von Elon Musk damit nur zu gerne wirbt. Ausgerechnet im ohnehin von Umweltschützerinnen und Umweltschützern kritisiertem Produktionsstandort Grünheide in Brandenburg werden nun also 2000 Elektroautos produziert, nur um verschrottet zu werden. Das Umweltamt fordert derweil sogar Entsorgungsnachweise von Tesla.

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An dem Standort hatte Tesla damit geworben, alle 45 Sekunden ein Auto zu bauen und das, obwohl der Elektroauto-Akku Erfinder persönlich der Branche eine Katastrophe prophezeit. Für die Fabrik wurde ein mindestens 302 Hektar großes Waldgebiet gefällt. Der Kaufpreis habe bei rund 41 Millionen Euro gelegen. Umstritten ist das Projekt vor allem wegen des hohen Wasserbedarfs der Fabrik. Wirtschaftsminister Steinbach sagte dazu: „Die Versorgung muss und kann gegebenenfalls auch nicht von einem einzelnen Wasserverband gewährleistet werden.“ Der Skandal um die 2.000 Schrott-E-Autos dürfte also nicht die letzte Negativ-Presse für Tesla in Grünheide sein. * kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © imago/jürgen ritter/jochen eckel

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