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Tesla muss 53.000 E-Autos zurückrufen: Sie halten nicht an Stopp-Schildern

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Von: Bjarne Kommnick

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Tesla ruft über 50.000 Elektroautos zurück, der Grund ist eine eklatante Sicherheitslücke: Durch die „Rollstopp“-Funktion halten sie nicht an Stopp-Schildern.

Austin – Das umstrittene Freisprech-Fahrerassistenzsystem von Tesla rückt erneut in den Mittelpunkt. Bereits im November musste der Autohersteller fast 12.000 Autos zurückrufen, nachdem ein Software-Update einige der Sicherheitssysteme der Autos beeinträchtigt hätte. Jetzt seien es sogar 53.822 Fahrzeuge, die Tesla zurückrufen will, um die sogenannte „Rollstopp“-Funktion zu entfernen. Denn diese soll insbesondere bei Stopp-Schildern gegen die Verkehrsregeln verstoßen. Erst vor kurzem fiel der Elektroauto-Gigant damit auf, dass Tesla Elektroautoautos im Wert von 125 Millionen Euro verschrottet – ohne dass diese jemals die Straße gesehen haben sollen.

AutoherstellerTesla, Inc.
CEOElon Musk
Anzahl der Beschäftigten70.757
HauptsitzAustin, Texas, Vereinigte Staaten

Tesla ruft 53.000 Elektroautos zurück: Kein Halt bei Stoppschildern

Doch wie kommt es zu dem Rückruf? Wenn ein selbst fahrender Tesla mit weniger als 9 Stundenkilometer auf eine Kreuzung zufahre und das Auto keine anderen Verkehrsteilnehmer oder Fußgänger in der Nähe der Kreuzung erkennen würde, dann fahre das Fahrzeug automatisch weiter, ohne einen vollständigen Halt einzulegen, auch bei Stopp-Schildern. Das nennt Tesla die „ Rollstopp-Fähigkeit“. Das sogenannte Update 2021.44.30.15 soll sie nun deaktivieren. Tesla teilte gegenüber der US-Behörde NHTSA mit, dass das Update Anfang Februar auf die Autos übertragen werde. Software-Probleme kommen immer wieder vor, zuletzt konnte ein 19-jährigen sogar problemlos 25 Tesla-Autos hacken.

Tesla Cockpit.
Weil die Technik eines Tesla-Modells gegen die Verkehrsregeln verstößt, muss der Autohersteller mehr als 58.000 Modelle zurückrufen. © dpa/Sven Hoppe

Tesla-Software: Stellt Fahrer „durchsetzungsfähiges Verhalten“, bleibt E-Auto am Stopp-Schild nicht stehen

Das Software-Problem betreffe die Tesla-Modelle 3, Y, S und X, auf denen die Firmware 2020.40.4.10 oder eine neuere Version ausgeführt werde und die am Programm „Vollständig Selbstfahrend“ teilnehmen. Diese Software sollte es dem Fahrer oder der Fahrerin ermöglichen, verschiedene Stimmungen für den Fahrstil des Autos auszuwählen. Dazu zählen unter anderem entspannt, durchschnittlich und auch durchsetzungsfähig. Der letzte Modus ist der Haupt-Bestandteil der Rückrufaktion.

Mangelnde Sicherheit in E-Autos von Tesla: US-Behörde untersucht Tesla-Unfälle

Denn das regelwidrige Fahrverhalten trete nur auf, wenn der Modus „assertive“ also zu Deutsch „durchsetzungsfähig“ eingestellt wurde. So wie vielleicht auch bei manch einem aggressiven menschlichen Fahrstil, scheint das KI-gesteuerte Auto dann ebenfalls bewusst Verkehrsregeln wie das Halten an einem Stoppschild zu missachten. Zu dieser Erkenntnis kam die US-Behörde National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA). Die NHTSA führe zwei Untersuchungen zu Teslas Software durch, dabei untersuche die Behörde vor allem Unfälle, bei denen ein Tesla beteiligt gewesen sei. Aggressiv ist auch ein Autohändler aus Schleswig-Holstein: Deutschlands frechster Autoverkäufer zerlegt seine Kunden, wenn diese sich über teure „Services“ beschweren.

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Für Tesla ist alles möglich: Im E-Auto Videospiele daddeln oder am Stopp-Schild nicht halten –sicher ist es nicht

Zuvor hatte die NHTSA bereits eine Untersuchung zum sogenannten „Passenger-Play“ durch, eine Software die es ermöglicht, auf dem Display eines Teslas Videospiele zu spielen. Mittlerweile hat der Autohersteller diese Funktion jedoch wieder deaktiviert – ebenfalls weil die Sicherheit im Straßenverkehr dadurch gefährdet ist. Andere Autohersteller sagen Tesla als Ikone der Elektromobilität derweil Konkurrenz an: Toyota, Mazda und Co. wollen den Verbrenner-Motoren retten. Laut Expertinnen und Experten werden Elektroautos 2022 endgültig zur Kostenfalle werden. Wer sein E-Fahrzeug deshalb noch schnell verkaufen möchte, könnte damit Probleme haben, denn die Preise für gebrauchte Elektroautos sind im freien Fall*. Das kann man für den Anschaffungspreis eines Teslas nicht behaupten – trotz Stoppschild-Macken.* kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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