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„Kein Planet kann ihm entkommen“: Riesiges Schwarzes Loch entdeckt

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Von: Moritz Serif

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Noch nie wurde ein so großes Schwarzes Loch entdeckt. Und es ist extrem gefräßig: Der Quasar frisst eine Erde pro Sekunde.

Australien - Es ist unvorstellbar groß und ausgesprochen gierig: Wissenschaftler der Australian National University (ANU) haben ein riesiges Schwarzes Loch entdeckt. Der Quasar, also das Schwarze Loch, verschlingt pro Sekunde eine Erde, ist so groß wie drei Milliarden Sonnen und scheint heller als das gesamte Licht in unserer Galaxis. Christopher Onken und Samual Lai, Astronomen an der Universität in Canberra vermuten, dass das Loch durch den Zusammenprall von zwei Galaxien entstanden sein könnte.

Schwarzes LochObjekt, dass sehr starke Gravitation erzeugt
GrößeCa. 25 Millionen Kilometer Durchmesser
EigenschaftenMasse, Drehimpuls und elektrische Ladung
LebensdauerAbhängig von der Größe
ArtenSupermassereiche, mittelschwere und stellare Löcher

Die Forscher beschreiben den Quasaren als „sehr große, aber unerwartete Nadel im Heuhaufen“. „Astronomen suchen seit über 50 Jahren nach solchen Objekten, aber ausgerechnet dieses blieb unbemerkt“, schreibt Onken in einer Pressemitteilung der Universität.

Schwarzes Loch ist ein „Ausreißer“: „Wir glauben, dass dieser Rekord ungebrochen bleibt“

Normalerweise würden Schwarze Löcher nicht ansatzweise so groß werden. Der Schwarze Loch sei ein Ausreißer. „Man sollte niemals nie sagen, aber ich glaube nicht, dass wir nochmals so eine Entdeckung machen werden“, sagt Christian Wolf, Co-Autor und Professor über den Quasar. „Wir glauben, dass dieser Rekord ungebrochen bleibt“, fügt Wolf hinzu und führt weiter aus: „Wir haben im Grunde keinen Himmel mehr, in dem sich Objekte wie dieses verstecken könnten“.

Was ist ein Schwarzes Loch?

Als Schwarzes Loch bezeichnet man ein Gebiet im Weltraum, in dem eine hohe Masse auf einen verhältnismäßig viel zu kleinen Raum trifft. Jene Konzentration bedingt, dass die Gravitation im entsprechenden Bereich derart stark ist, dass nicht einmal Licht entkommen kann. Im Gegensatz zu Planeten oder Sternen haben Schwarze Löcher keine Oberfläche.

Da das Schwarze Loch so hell ist, dürfte es jeder mit einem Standard-Teleskop sehen können. Die Umgebung müsse allerdings dunkel sein. Es sei 500 Mal größer als das Schwarze Loch unserer Galaxie. „Kein Planet kann ihm entkommen“, heißt es in der Pressemitteilung der ANU.

Schwarzes Loch ist so groß wie drei Milliarden Sonnen

Nach den Berechnungen habe das schwarze Loch die Masse von drei Milliarden Sonnen und wachse rasant weiter. Andere Schwarze Löcher in vergleichbarer Größe hätten demgegenüber schon vor Milliarden von Jahren aufgehört, in diesem rasanten Tempo zu wachsen. Unklar bleibt, wieso dieses Objekt so anders ist. Dr. Christopher Onken will herausfinden, warum gerade dieses Schwarze Loch anders ist: „Jetzt wollen wir wissen, warum dieses Loch anders ist – ist etwas Katastrophales passiert? Vielleicht sind zwei große Galaxien ineinander gekracht und haben eine Menge Material in das Schwarze Loch geschleudert und es so gefüttert.“

Sind Schwarze Löcher gefährlich und wie entstehen sie?

Dass die Erde von einem Schwarzen Loch verschluckt wird, gilt als extrem unwahrscheinlich. Allerdings sind Quasare extrem gefährlich, wenn man ihnen zu nahe kommt. Astronauten könnten nicht mehr zurückkommen, wenn sie von ihm erfasst würden. Selbst Licht kann nicht entkommen.

Wie entsteht ein Schwarzes Loch?

Ein Schwarzes Loch entsteht in der Regel dann, wenn ein massereicher Stern stirbt. Bei seiner Explosion, insbesondere dann, wenn es sich um eine Supernova handelt, schießt er einen großen Teil der Materie in den Weltraum. Es bleibt der Kern des Sterns zurück. Da der Stern nun keine Kernfusion mehr betreiben kann, die der vorherrschenden Gravitation entgegengewirkt hätte, fällt er in sich zusammen.

Grundsätzlich entstehen Schwarze Löcher am Ende der Entwicklung von Sternen, die größer als zehn Sonnen sind. Dabei kommt es zu einer Supernova, dem hellen Aufleuchten eines sterbenden Sterns. Bei einer solchen Supernova entsteht eine Gaswolke, die in den Weltraum übergeht.

Ein Schwarzes Loch verschluckt einen Stern.
Ein riesiges Schwarzes Loch ist in unserer Galaxis aufgetaucht (Symbolbild). © M.Weiss/ASA/Chandra X-ray Observatory/AP/dpa/picture alliance

Jedenfalls stellt der neueste Sternenfund das Loch in der Mitte unserer eigenen Galaxie ganz locker in den Schatten. 500-mal größer ist das Schwarze Loch derzeit. ANU-Doktorand Samuel Lai erklärt:

„Die Bahnen der Planeten in unserem Sonnensystem würden alle in seinen Ereignishorizont passen – die Grenze des Schwarzen Lochs, aus der nichts entkommen kann.“

ANU-Doktorand Samuel Lai

Was können Schwarze Löcher überhaupt verschlucken?

Doch was verschlingt ein Schwarz Loch überhaupt? Die Antwort ist denkbar einfach und zugleich recht deutlich. Ein Schwarzes Loch verschlingt alles. Zum Beispiel Sterne, Planeten, Gas- und Staubwolken. Ein Schwarzes Loch kann sogar ein anderes Schwarzes Loch verschlucken. Beide fressen sich dann gegenseitig und schaffen einen neueren, noch größeren Quasaren. Unklar ist jedoch, was sich in ihnen befindet.

Wie groß können Schwarze Locher werden?

Generell werden Schwarze Löcher in drei Größenkategorien eingeteilt:

Supermassereiche schwarze Löcher (105 bis 1010 Sonnenmassen)

Stellare schwarze Löcher (maximal 10 Sonnenmassen)

Mittelschwere schwarze Löcher (einige Hundert, bis Tausende Sonnenmassen)

Welche Schwarzen Löcher sind die Bekanntesten?

Beispiele für supermassereiche schwarze Löcher sind unter anderem TON 618 und Sagittarius A. Sagittarius A hat eine Masse von 4,3 Millionen Sonnen und befindet sich im Zentrum unserer Milchstraße. TON 618 ist mit schätzungsweise bis zu 70 Milliarden Sonnenmassen das größte schwarze Loch, das der Forschung bis heute bekannt ist.

Das kleinste bekannte schwarze Loch hat eine Größe von drei Sonnenmassen und ist nur etwa 1500 Lichtjahre von der Erde entfernt. Aufgrund seiner Einzigartigkeit trägt es den Namen „The Unicorn“. Das „Einhorn“ ist das kleinste bekannte schwarze Loch in unserer Galaxis.

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