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Oligarchen jammern über Ehefrauen: „Nervige Kuh sitzt die ganze Zeit zu Hause“

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Von: Patricia Huber

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Russlands Oligarchen sind genervt. Nicht nur von den Sanktionen, sondern auch von ihren Ehefrauen, mit denen sie jetzt Zeit verbringen müssen.

Moskau – Russland ist von den Sanktionen des Westens schwer getroffen. Die normalen Bürger spüren die Folgen des Ukraine-Krieges im täglichen Leben. Westliche Geschäfte wie H&M und Co. sind geschlossen und beliebte Fast-Food-Ketten haben dicht gemacht. Aber auch die Superreichen haben es nicht leicht – zumindest ihrer eigenen Ansicht nach. Einer der Oligarchen beschwerte sich bereits, dass er nicht mehr essen gehen kann und ein anderer beklagte sich über sein schmales Taschengeld von 3000 Euro.

Russlands Oligarchen genervt - Hausarrest mit der Familie

Auf den Sanktionslisten stehen sehr viele der russischen Oligarchen, was zur Folge hat, dass diese ihren Luxus-Lebensstil deutlich einschränken müssen. Jachten, Villen und Flugzeuge wurden festgesetzt und Vermögen in Höhe von 10 Milliarden Euro eingefroren. Auch in Hamburg wurden bereits Jachten von Oligarchen von den Behörden festgesetzt, wie beispielsweise das 400 Millionen Euro teure Schiff „Luna“. Diese Sanktionen bedeuten auch für die Familien der Oligarchen deutliche Veränderungen im täglichen Leben. Shopping-Trips in anderen Ländern oder Urlaube auf der Luxus-Jacht gibt es nicht mehr – und das passt den Männern so gar nicht. Denn die müssen nun quasi Hausarrest mit ihren Familien absitzen.

Das bestätigt auch die österreichische Soziologin Elisabeth Schimpfössl im Interview mit dem Spiegel. Ein in Oligarchen-Kreisen gut vernetzter Freund erzählte ihr, dass die Ehefrauen und Kinder derzeit in Aufruhr seien. Die Kinder können nicht mehr im Ausland studieren und müssen sich ebenfalls vor den Sanktionen fürchten. Und die Frauen sind jetzt gezwungen, mit ihren Männern Zeit zu verbringen.

Die 115 Meter lange Megayacht Luna liegt im Werfthafen von Blohm + Voss im Hamburger Hafen
Die Luxusjachten russischer Oligarchen werden vielerorts festgesetzt. Das führt nun auch zu familiären Streitigkeiten. © Stephan Wallocha/Imago Images

Russland Sanktionen: Zeit mit der Familie als unangenehmer Nebeneffekt

„Bis vor Kurzem, wenn einem die Ehefrau auf die Nerven ging, konnte man sie ein paar Wochen auf die Jacht schicken oder zum Einkaufstrip nach Mailand“, erklärte Schimpfössls Freund. Im Anschluss zitiert er einen Oligarchen mit den Worten: „Jetzt sitzt diese nervige Kuh die ganze Zeit zu Hause!“ Die Sanktionen treffen also nicht nur den finanziellen Aspekt im Leben der Oligarchen, sondern auch den familiären. Die Krisen zu Hause sind für Russlands Superreiche somit ein unangenehmer Nebeneffekt der westlichen Sanktionen.

Daher versuchen sich immer mehr Oligarchen und deren Kinder von Präsident Wladimir Putin zu distanzieren. Sofia Abramowitsch, die Tochter des ehemaligen FC-Chelsea-Besitzers Roman Abramowitsch, schrieb auf Instagram: „Die größte und erfolgreichste Lüge des Kremls ist, dass alle Russen hinter Putin stehen.“ Ihr Vater musste erst kürzlich einen herben Schlag einstecken: Seine Flugzeuge im Wert von 370 Millionen Dollar stehen kurz davor, beschlagnahmt zu werden. Etliche andere Kinder aus der russischen Elite teilten in ihren Instagram-Storys die Worte „Nein zum Krieg“.

Schimpfössl hingegen weiß, dass jeder Oligarch seinen Reichtum in irgendeiner Weise dem Kreml zu verdanken hat. „Alle tun derzeit so, als ob sie mit Putin nichts am Hut hätten. Das stimmt natürlich nicht. Jeder, der in Russland reich wurde, ist um den Kreml herumgetanzt“, sagt sie. Doch es gibt einen Hoffnungsschimmer am Oligarchen-Horizont. Die EU, Kanada und die USA prüfen derzeit, ob sich die sanktionierten Oligarchen nicht freikaufen könnten.

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