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Rührend: 84-Jähriger fährt 1000 Kilometer, um seine Familie aus der Ukraine zu retten

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Von: Ulrike Hagen

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Seine Familie versteckte sich einen Monat im Keller vor russischen Bomben. Dann schnappte sich Opa Valentin ein Auto und fuhr allein 1000 km, um alle zu retten.

Stepowe – Der Ukraine-Konflikt tobt erbarmungslos, täglich wird von Gräueltaten an Zivilisten berichtet. Doch ab und zu gibt es auch Meldungen, die inmitten der humanitären Katastrophe Hoffnung machen: Ein ukrainischer Helden-Hund spürte schon hunderte russische Landminen auf. Und unverdrossen kämpfen auch die Landwirte gegen den übermächtigen Feind: im Trecker-Widerstand zocken ukrainische Bauern der russischen Armee Panzer ab. Nun ist ein 84-jähriger Großvater zum wahren Helden geworden. Er setzte sich hinter das Steuer und fuhr 1000 Kilometer, um seine Familie aus dem Bombenhagel zu retten.

Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen:UNICEF
Gründung:11. Dezember 1946
Hauptsitz:New York City, New York, Vereinigte Staaten
Leitung:Catherine M. Russell
Einsatzgebiete:190 Staaten

Ukraine-Krieg: 84-jähriger Opa fährt 1000 Kilometer, um seine Familie vor den Bomben zu retten

Fast einen Monat lang versteckte sich die Familie von Valentin Mykolayovych vor den russischen Bombenangriffen im Keller ihres Hauses im kleinen Dorf Stepowe. Nachdem seine Schwiegertochter, die Mutter dreier Kinder, fast bei einem Raketenangriff umkam und sämtliche Essensvorräte aufgebraucht waren, fasste der 84-jährige Großvater einen mutigen Entschluss.

Opa Valentin wächst über sich hinaus – noch nie ist er eine längere Strecke gefahren

Kurzerhand entschied sich der alte Mann dazu, seine Familie in Sicherheit zu bringen – koste es, was es wolle. Er quetschte seinen Sohn, seine Schwiegertochter und die drei kleinen Enkelkinder samt Familiendackel in das kleine Auto – und fuhr los. Wie „UNICEF Ukraine“ auf Facebook berichtet, fuhr Großvater Valentin über 1000 Kilometer, obwohl er zuvor noch nie eine längere Strecke mit dem Auto zurückgelegt hatte. Doch die Angst vor den Raketenangriffen und dem Verlust seiner Familie ließen ihn das schier Unmögliche schaffen.

Der 84-jährige Valentin Mykolayovich hält seine sechs Monate alte Enkelin Isabella im Arm
Ukraine-Krieg: Der 84-jährige Valentin Mykolayovich fährt über 1000 Kilometer, um seine Familie zu retten. © UNICEF Ukraine/Facebook

Helden-Opa Valentin fährt 1.000 km durch das Kriegsgebiet, um seine kleinen Enkel zu retten

Das erste Mal Halt machte er erst, als das Schlimmste überstanden war: im Flüchtlingszentrum in der ukrainischen Stadt Saporischschja. Anschließend machte er sich auf den langen, beschwerlichen Weg nach Ivano-Frankivsk in die Westukraine auf, eine mehr als 1000 Kilometer lange Strecke. Valentin Mykolayovich war erschöpft, aber froh, dass alle es unbeschadet bis hierher geschafft hatten: „Ich habe als Kind Patronen gespielt und ich möchte nicht, dass meine Enkel so eine Kindheit haben“, erklärt er gegenüber „UNICEF Ukraine“.

84-jähriger Valentin erlebt zum zweiten Mal die Zerstörung seiner Heimat

Seine Kindheit verbrachte Valentin in den Ruinen des Zweiten Weltkriegs, nun musste er ein zweites Mal im Leben die Bilder von Zerstörung in seiner Heimat erleben. Die Fotos des alten Mannes, der mit seiner schlafenden sechs Monate alten Enkelin Isabella auf dem Arm im Flüchtlingszentrum sitzt, und die das Kinderhilfswerk auf Facebook zeigt, rühren weltweit Zehntausende.

Bilder von dem alten Mann mit kleiner Enkelin Isabella auf dem Arm rühren die ganze Welt

Die Anteilnahme und der Respekt vor dem 84-Jährigen, der über sich selber hinauswuchs, um seine Familie zu retten, ist riesengroß: „Ich habe ehrlich gesagt fast die halbe Nacht geweint, nachdem ich das gesehen habe“, schreibt eine Userin. Ein anderer schreibt: „Lieber Opa, der Krieg wird vorbei sein. Und du musst deine Enkelin in der ersten Klasse zur Schule bringen, auf dem Abschlussball sehen. Und dann im Brautkleid. Du musst also leben, durchhalten, so ein unzerbrechlicher und starker Geist sein. Du machst einen tollen Job. Und du bist ein Vorbild für uns alle. Gott segne dich“.

Ein kleiner Lichtblick in dunklen Zeiten – wie der Bericht der geflüchteten Familie aus der Ukraine, die ihre Katze wiederbekam. Auch diese Familie ist zwar vorerst in Sicherheit, aber sie wissen nicht, ob sie jemals nach Hause zurückkehren können. Unerträglich muten angesichts dieser Schicksale die Klagen russischer Milliardäre im Exil an: Nur noch „schmale“ 3.000 Euro Taschengeld erhält ein Oligarch, der wegen der Sanktionen heult. * kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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