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Invasive Killer-Spinne beißt Männer dort, wo es richtig schmerzhaft ist

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Von: Olaf Kubasik

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Die invasive Rotrückenspinne sucht die Nähe zu Menschen - und ihre Weibchen beißen hochgiftig zu, wenn jemand ihr Netz berührt.

Sie ist der perfekte Killer. Und kleinen Schlangen lässt sie keinerlei Chance. Verfängt sich ein Exemplar in ihrem raffiniert platzierten Netz, erfolgt ein extremer Biss. Bei kompletter Lähmung muss das Reptil-Opfer dann miterleben, wie es von der Rotrückenspinne angeknabbert und verspeist wird. Doch auch für Menschen stellt das starke Nervengift von Latrodectus hasselti eine unglaubliche Gefahr dar. DENN: Wegen ihr müssen In ihrer ursprünglichen Heimat Australien bis zu 400 Menschen pro Jahr ein Gegengift erhalten. Das sind mehr Fälle als bei der giftigsten Spinne der Welt!

Die Gefahr der hochgiftigen Rotrückenspinne für Menschen besteht darin, dass das Tier die Nähe zu ihnen sucht. Und Netze in dunklen Schuppen, vor der Tür abgestellten Schuhe und als Gattung der Echten Witwen wie dieser tödliche Verwandte aus den USA unter den Deckeln von Außentoiletten errichtet. Um Insekten zu erbeuten, die von menschlichen Fäkal-Gerüchen angelockt werden. Einem Australier wurde der Sitz auf einem Dixi-Klo sogar gleich zum doppelten Biss-Verhängnis, wie stern.de berichtet.

ArtRotrückenspinne (Latrodectus hasselti)
VorkommenAustralien, Einschleppung nach Neuseeland, Japan, Belgien und Dänemark
Körperlängeein Zentimeter (Weibchen)
NahrungInsekten, kleine Schlangen und Eidechsen
Biss-Wirkung auf Menschenunerträgliche Schmerzen, Tod möglich

Invasive Giftspinne aus Australien beißt Männer in besonderes Körperteil

Innerhalb von nur fünf Monaten wurde der damals 21-jährige Jordan von einer Rotrückenspinne gleich zweimal in sein bestes Stück gebissen, berichtet echo24.de. Nach dem ersten Vorfall sprach er bereits von „extremen Schmerzen“ und erhielt ein Gegengift. Niemals wieder wollte sich der Australier danach laut BBC auf eine Außentoilette setzen. Doch nach „ausgiebiger Inspizierung des zuvor frisch gereinigten Örtchens“ bestand für ihn kein Problem. Bis er erneut den „gleichen Stich“ an der empfindlichen Stelle verspürte... Zu seinem Glück kannte er das bereits - denn Begegnungen mit anderen Vertretern der Kugelspinnen-Familie können schnell im Jenseits enden. Oder zu Amputationen führen.

Seit den 50er Jahren gibt es Gegengift für Rotrückenspinnen-Bisse. Wobei aber nur die wesentlichen größeren Weibchen eine Gefahr für Menschen darstellen. Im Gegensatz zur tödlichsten Spinne der Welt gelten diese zwar als nicht aggressiv, bei der Verteidigung ihres Reviers in menschlichen Behausungen kommt es jedoch unweigerlich immer wieder zur Konfrontationen - inklusive eines Bisses. Und daraus resultierender übler Symptome, die das Australian Museum wie folgt beschreibt:

Invasive Rotrückenspinne: Weibchen-Biss kann Lebensgefahr für Menschen bedeuten

Ganz große Probleme haben junge, geschwächte und ältere Menschen bei einem Biss der Rotrückenspinne. Denn ihnen droht sogar der Tod. Ein Sterben, das langsam einsetzt. Vor allem, wenn es Auswirkungen auf einen bestimmten Teil des menschlichen Körpers hat. Auf biologie-seite.de heißt es: „Lebensgefahr besteht, wenn durch die auftretenden Lähmungserscheinungen das Atemzentrum betroffen ist.“ Das Problem: Latrodectus hasselti gilt im Gegensatz zu einer anderen Giftspinne Australiens als invasiv - und hat ihr Revier dank des Menschen bereits ausgeweitet.

In Australien wurde ein 21-Jähriger zweimal innerhalb von 5 Monaten von einer Rotrückenspinne in sein bestes Stück gebissen.
In Australien wurde ein 21-Jähriger innerhalb von 5 Monaten zweimal von einer Rotrückenspinne in sein bestes Stück gebissen. © Hans & Judy Beste/imago/Montage

In Japan wurde die Rotrückenspinne dank des weltweiten Handels bereits eingeschleppt. Und hat sich als Neozoon etabliert. In Belgien und Dänemark wurde sie nachgewiesen, konnte sich aber (noch) nicht vermehren. Doch wenn die Globalisierung weiterhin mit der Klima-Erwärmung Hand in Hand einhergeht, werden wird das hochgiftige Tier auch Deutschland erreichen. Nach einem überraschenden Weibchen-Fund in Niederösterreich erklärte Experte Georg Jachan laut heute.at: „Eine in Australien heimische Rotrückenspinne habe ich zuvor noch nicht zu Gesicht bekommen, obwohl ich schon viel gesehen habe.“

Der Kannibalismus der Rotrückenspinnen

Bei der Rotrückenspinne sind nach der Begattung Kannibalismus-Vorfälle immens. DENN: 65 Prozent der Männchen werden während der Paarung verletzt, 12,5 Prozent sterben laut Forschern nach der ersten Kopulation. Geschick der Natur: Männchen, die die erste Begattung überleben und sich ein zweites Mal mit dem Weibchen paaren, können ihr Sperma in beide Samentaschen abgeben und sich so erfolgreicher fortpflanzen.

Invasive Rotrückenspinne: Forscher aus Stuttgart entdeckt Bio-Waffe gegen Ausbreitung

Doch es gibt Hoffnung, die invasive Rotrückenspinne eindämmen zu können. Dank eines fast schon vergessenen Insekts und eines Forschers aus Baden-Württemberg. Dr. Lars Krogmann vom Naturkundemuseum in Stuttgart ist maßgeblich daran beteiligt, dass die Captain Cook‘s Wespe nun als natürlicher Fressfeind der Horror-Giftspinne in befallenen Gebieten zum Einsatz kommt. Als in Deutschland gezüchtete Bio-Waffe. Das Naturkundemuseum teilt dazu mit: „Die Wespe sticht und lähmt die Rotrückenspinne und zieht sie zu ihrem Nest, wo die Wespe ein Ei auf die Spinne ablegt. Die Spinne bleibt am Leben, ist aber gelähmt. Nachdem die Larve aus dem Ei geschlüpft ist, frisst sie die paralysierte Rotrückenspinne auf.“

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