Genug für Millionen Akkus

Rettung für Bau von E-Autos: Lithium-Schatz in Deutschland gefunden

Lithium spielt die Schlüsselrolle beim Akku-Bau für E-Autos. Nun wurde Europas größter Lithium-Schatz unter dem Rhein entdeckt, genug für Millionen Fahrzeuge.

Karlsruhe – Wichtige Rohstoffe für E-Autos werden immer knapper. Experten unkten bereits, dass es bald Bye bye für E-Autos heißen könnte, da Rohstoffe für Produktion nur noch wenige Jahre reichen*. Zumindest, was das neben Kobalt entscheidende Element zum Bau der Akkus angeht, wurde nun eine spektakuläre Entdeckung gemacht: Im 300 Kilometer langen und bis zu 40 Kilometer tiefen Oberrheingraben zwischen Basel und Frankfurt am Main schlummert ein riesiges Lithium-Vorkommen. Ein Deutsches Start-up will den Schatz heben. Deutschland könnte in den nächsten Jahren zum Lithium-Lieferanten Nummer eins in Europa werden.

Strom in Europa:Rhein
Länge:1.232,7 km
Quelle:Sankt-Gotthard-Massiv/Schweiz, als Vorder- und Hinterrhein
Mündung: Rotterdam, Southern Bight, Nordsee
Anliegerstaaten:Schweiz, Liechtenstein, Österreich, Deutschland, Frankreich, Niederlande

Produktion von E-Autos gesichert: Riesiges Lithium-Vorkommen in Deutschland entdeckt

Es dürfte eine Brustlöser-Meldung für zahllose Autobauer sein, die wie Daimler oder VW längst auf die Produktion von Elektroautos setzen: Ausgerechnet der Schwarzwald soll zukünftig als Rohstofflieferant den Bau von Millionen neuer E-Autos sichern: Denn für die Akkus, für die Forscher eine Substanz entwickelten, die E-Autos brandsicher macht*, wird Lithium benötigt – und das ist plötzlich in Deutschland gar nicht mehr knapp. In mehr als 1000 Metern Tiefe schlummert unter dem Rhein ein riesiger Lithium-Schatz, aufgelöst in heißen Thermalquellen. Über Geothermie-Kraftwerke soll das wertvolle Leichtmetall aus dem kochend heißen Wasser gewonnen werden. Das beispiellose Projekt wird es möglich machen, sich von Lieferungen aus Südamerika, China oder Australien weitgehend unabhängig zu machen.

Im Oberrheingraben wurde das größte Lithium-Vorkommen in Europa entdeckt. Damit könnten Millionen von Lithium-Ionen-Batterien hergestellt werden, die auch in Elektroautos genutzt werden. (kreiszeitung.de-Montage)

Millionen neue E-Autos dank riesigem Lithium-Fund: andere Rohstoffe trotzdem knapp

Obwohl Elektroautos in letzter Zeit mit eher negativen Meldungen Schlagzeilen machten – etwa damit, dass die Reparatur und Wartung für ein E-Auto teurer ist als für Verbrenner* oder, dass einige E-Autos nur noch mit 15 Metern Abstand parken dürefn* – der Run auf die emissionsfreien PKW hält an. Steigende Spritkosten, die Aussicht darauf, dass Robert Habeck* als neuer Klimaschutzminister die Innovationsprämie für Elektroautos in die Verlängerung schickt, sowie die Gesetzesänderung, die es ab 2022 möglich macht, mit dem eigenen E-Auto Geld zu verdienen, sind für viele schlagende Argumente, auf Elektromobilität umzusteigen. Dennoch steht die Produktion auf wackeligen Füßen: Denn Kobalt ist und bleibt Mangelware – leider bisher aber auch ein unumgänglicher Bestandteil für den Batterie-Bau.

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Genug für Millionen E-Autos: Unter dem Rhein schlummert Deutschlands Lithium-Schatz

Mit dem Siegeszug der Elektro-Mobilität wird auch der Lithium-Bedarf weiter rasant ansteigen. Immerhin: Deutschland kann diese Nachfrage zukünftig wohl selber decken: Geologe und Gründer des Karlsruher Start-ups Vulcan Energie Dr. Horst Kreuter schätzt, dass 15 Millionen Tonnen des „weißen Goldes“ im Oberrheintals liegen. Daraus könnten jährlich bereits ab 2025 40.000 Tonnen Lithiumhydroxid gewonnen werden: „Damit ließe sich dann eine Million E-Autos ausstatten“, so Kreuter gegenüber tagesschau.de, „Das gesamte Oberrheintal ist damit die größte Lithiumlagerstätte Europas und eine der größten der Welt.“

Klimaneutrale Gewinnung von Lithium – Made in Germany

In Deutschland könnte also Material für Millionen Elektro-Autos gewonnen werden* – und das Oberrheintal könnte zum Lithium-Produzenten Nummer 1 in Europa avancieren. Vulcan Energie hat zur Lithium-Gewinnung ein spezielles geothermisches Verfahren entwickelt. Das bis zu 200 Grad heiße Thermalwasser wird dafür aus bis zu vier Kilometern Tiefe nach oben gepumpt, Lithium herausgefiltert. Das Verfahren komme ohne Zuführung von Energie aus und sei damit praktisch klimaneutral, so Vulcan Energie Gründer Kreuter gegenüber tagesschau.de.

Anschließend werde das Rohlithium zu einer nahen Raffinerie gebracht, wo es in Lithiumhydroxid umgewandelt und an Automobil- und Batteriehersteller in ganz Europa geliefert wird. Die durchschnittliche Transportentfernung, so Kreuter, liege bei nur bei 80 Kilometern. Bisher sind Wege von 10.000 Kilometern und mehr üblich. Das Unternehmen betreibt derzeit eine Pilotanlage - mit „sehr erfolgsversprechenden Ergebnissen“. Und bereits 2024 soll die Produktion im großen Maßstab starten.  *kreiszeitung.de , bw24.de und 24hamburg.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Robert Michael/Martin Gerten/dpa/Kiefer/imago

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