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„Kostenbeitrag“: Wegen steigender Kosten – Restaurant verlangt Eintritt

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Von: Ulrike Hagen

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Wegen explodierender Preise greift ein Restaurantbesitzer zu drastischen Maßnahmen: Gäste müssen bei ihm ab sofort 3 Euro Eintritt pro Person zahlen.

Ratingen – Der Ukraine-Konflikt lässt die Lebenshaltungs-Kosten in ungeahnte Höhe schnellen. Das bekommt jeder tagtäglich am eigenen Leib zu spüren. Nach dem Preis-Frust bei Edeka, Rewe, Aldi, wo jetzt auch Fleisch teurer wird, kam die Bier-Hammer-Botschaft: Preissteigerung „sprengt alle Dimensionen“. Ein Gastwirt in Nordrhein-Westfalen zog jetzt drastische Konsequenzen aus den explodierenden Energie- und Lebensmittel-Kosten: Er nimmt von seinen Gästen ab sofort Eintritt.

Stadt in Nordrhein-Westfalen:Ratingen
Bundesland:\tNordrhein-Westfalen
Fläche:88,72 km²
Einwohner:92 217\t
Bürgermeister:\tKlaus Konrad Pesch (parteilos)

Wegen explodierender Preise: Wirt verlangt 3 Euro Eintritt von seinen Gästen

„Aufgrund der extrem gestiegenen Kosten im Bereich Einkauf, Personal und Energie sind wir leider dazu gezwungen pro Gast ein Kostenbeitrag von 3,00 Euro zu erheben“, schreibt Inhaber Horst Ingendorn auf der Website seines Restaurants „Cedric’s“ in Ratingen. Dafür hat nicht jede und jeder Verständnis. Im Netz hagelt es Kritik für die Pauschal-Gebühr zum Betreten des Lokals.

Ein Gedeck mit Gläsern und Besteck an einem gedeckten Tisch in einem Restaurant.
Das Restaurant Cedric´s in Ratingen (NRW) zieht wegen gestiegener Preise drastische Konsequenzen: Gäste müssen ab sofort drei Euro Eintritt zahlen. (Symbolbild) © Elmar Gubisch/McPHOTO/Imago Images

Für den Restaurant-Besuch Eintritt zahlen: Die Community tobt – „absolutes Tabu“

Der Gastronom aus NRW erntet im Netz herbe Kritik für seine Eintrittsgeld-Praxis: „Gut, dass ich solche Läden meide. Sorry, aber das ist in meinen Augen echt abgebrüht“, schreibt ein User. „Eintritt zahlen, wenn ich essen gehe, ist ein absolutes TABU. Ihr solltet froh sein, dass Gäste kommen!“, kommentiert eine Nutzerin auf der Facebook-Seite des Lokals.

3 Euro Pauschale bringt Gäste auf die Palme: „Der Gast hat genauso mit den Preisen zu kämpfen“

Fast unisono ist man der Meinung, dass die Pauschal-Gebühr zu weit geht. Höhere Kosten für einzelne Lebensmittel auf den Preis der Gerichte umzuschlagen, sei der bessere Weg: „Der Gast hat genauso mit den Preisen zu kämpfen und die Kohle sitzt da auch nicht so locker, darum erhöht man die Preise pro Gericht und kassiert nicht pauschal ab …“ Der Blick auf die Karte verrät jedoch, dass auch das schwierig wäre. Eine Baked Potato mit Beilagen und Huhn oder Garnelen kostet im „Cedric´s“ immerhin bereits zwischen 15 und 17 Euro, ein Salat zwischen 16 und 18 Euro.

Eintritt fürs Essengehen: Auch Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA ist „erstaunt“

Wie „rp-online“ berichtet, sorgt die Ratinger Eintrittsgeld-Regelung auch beim Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) NRW für Erstaunen. Von dieser Maßnahme habe man in dieser Form noch nichts gehört, erklärte der Verband gegenüber dem Nachrichtenportal. Jedoch sei der Kostendruck auf die Gastro-Betriebe enorm, und es gebe weiter zahllose Schließungen, quasi ungebremst. Das sieht auch in der Hansestadt nicht anders aus. Experten warnen, dass jedem sechsten Hamburger Restaurant Corona-Pleite droht.

Eintrittsgeld fürs Restaurant – Maßnahme in NRW-Lokal könnte Schule machen

Relativ wahrscheinlich also, dass auch Gastronom Horst Ingendorn einfach nur aus nacktem Existenzdruck in seinem Lokal die unpopuläre Maßnahme ergriffen hat. Dass Wirte sehr stark im Umsetzen ihrer Argumente sind – auch wenn es um die Verteidigung ihres Hausrechts geht, zeigen zahlreiche Beispiele: Ein Wirt auf Norderney erteilt Gerhard Schröder Hausverbot. In Dierhagen lässt ein Ostsee-Restaurant keine Kinder mehr herein und andernorts verhängte ein Restaurant ein Verbot für Tätowierte.

Ob sich andere Gastronomen ein Beispiel am „Cedric´s“ nehmen, das Eintrittsgeld Schule macht und bald – ähnlich wie in Italien, wo man für das „Coperto“ (Gedeck) zahlt – eine Grundgebühr in Restaurants verlangt wird, bleibt abzuwarten.

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