1. Startseite
  2. Stories

Pinguin schwimmt jedes Jahr 8.000 Kilometer zu seinem einstigen Retter

Erstellt:

Von: Bona Hyun

Kommentare

Eine rührende Freundschaft: Um bei seinem einstigen Retter zu sein, schwimmt ein Pinguin jedes Jahr Tausende Kilometer – und zeigt ihm seine Liebe.

Rio de Janeiro – Pinguin Dindim entging nur knapp einem schlimmen Schicksalsschlag: Der Vogel konnte sich aus einer misslichen Situation nicht selber befreien und wäre fast verhunger. Doch dann eilte ihm ein liebevoller Fischer zur Rettung und pflegte ihn wieder gesund. Fit genug kehrte der Pinguin zurück ins Meer und besucht seinen Retter seitdem jedes Jahr aufs Neue. Mit seiner Dankesgeste erinnert er stark an den Schwan, der seinem Retter noch Jahre später reine Liebe zeigt.

Ausgedehnte brasilianische Küstenmetropole:Rio de Janeiro
Fläche:1.200 Quadratkilometer
Gegründet:1. März 1565
Höhe:2,13 Meter

Pinguin schwimmt jedes Jahr 8.000 Kilometer zum Retter – als Zeichen der Dankbarkeit

Ein Pinguin findet in seinem Retter einen Freund fürs Leben: Der Magellan-Pinguin wurde vor Jahren von einem Fischer an der Küste von Rio de Janeiro gefunden. Er war in Öl getränkt und konnte sich kaum vom Fleck bewegen oder selber befreien. Wäre Fischer Joao Pereira de Souza nicht gewesen, wäre der Pinguin verhungert. In einer ausweglosen Situation steckte auch ein kleiner Vierbeiner – doch ein Mann rettete einen Hund aus dem Abflussrohr vor dem Verhungern. Von alleine, hätte der Hund keinen Ausweg aus dem Rohr gefunden. Auch Fischer Pereira de Souza wollte dem hilflosen Pinguin helfen und nahm ihn mit nach Hause.

Ein Pinguin und ein Mann am Strand umarmen sich
Ein Pinguin schwimmt jedes Jahr zurück zu seinem Retter. © Georg Ismar/dpa

Fischer rettete in Öl getränkten Pinguin vor dem Verhungern – und pflegte ihn gesund

Joao Pereira de Souza gab sein Bestes, um den schwachen Pinguin wieder aufzupäppeln. Er säuberte das Tier und befreite es von jeglichen Ölspuren im Gefieder. Der pensionierte Mann kümmert sich ungefähr eine Woche um den Pinguin und fütterte ihn mit Fisch. Kurze Zeit später war der Pinguin, den Pereira de Souza liebevoll auf den Namen Dindim taufte, wieder bei Kräften und kehrte zurück ins Wasser. Viele würden vermuten, dass die rührende Rettungsgeschichte an der Stelle endet. Zumindest wäre es ein Happy End für alle Beteiligten: Das Tier war gerettet und sein Retter durfte es in die Wildnis entlassen.

Doch die Rettung ist erst der Anfang einer ergreifenden Freundschaft zwischen Dindim und seinem Retter Joao: Als Zeichen seiner Dankbarkeit besucht der Pinguin den Fischer einmal im Jahr und legt dafür jedes Mal 8.000 Kilometer zurück. Anders, als beim Rehkitz, das ein Hund vor dem Ertrinken rettete, sucht Dindim seinen Helden und Menschenfreund nicht nur einmal nach der Rettung, sondern jedes Jahr auf – und das seit vier Jahren. Das berichteten „Independent“, „CNN“ und „Natureworldnews“. Laut Fischer Pereira de Souza lässt sich der Pinguin sogar von ihm streicheln, von anderen Menschen allerdings keinesfalls. „Er sitzt auf meinem Schoß, lässt mich ihn baden und ihn füttern.“

Unzertrennlich: Pinguin und sein Retter sind ein Herz und eine Seele

Der Pinguin und der brasilianische Fischer sind mittlerweile unzertrennlich. Dindim bleibt jährlich für acht Monate bei seinem Retter. Während seines Aufenthalts schläft der Pinguin im Garten von Pereira de Souza. Nach den acht Monaten schwimmt der Vogel wieder an die Küste Argentiniens und Chiles zurück. „Ich liebe den Pinguin, als wäre es mein eigenes Kind und ich glaube, der Pinguin liebt mich auch“, sagte Pereira de Souza dem Fernsehsender Globo TV. „Er kommt immer im Juni und geht dann im Februar und jedes Mal ist er noch mehr angetan und glücklicher, mich zu sehen!“ Ein emotionales Wiedersehen feiert auch ein Mann, der einst ein Löwenbaby rettete – das Tier bedankte sich auf rührende Weise. Egal, wie lange die Rettung her ist, die Tiere erkennen ihre Beschützer auch nach Jahren.

Es gab zwischenzeitlich sogar Gerüchte darüber, dass der Pinguin als de Souzas Haustier gehalten wird. Schließlich erscheint die Freundschaft zunächst ungewöhnlich wie ein Rettungsvorfall aus Amerika, der ein außergewöhnliches Duo zusammenbrachte: Ein Mann rettete einen Hummer vor dem Kochtopf – und schenkt ihm ein zweites Leben als Haustier „Lobster Leon“. Doch diese These konnte TV-Journalist und Biologe João Paulo Krajewski widerlegen. Magellan-Pinguine seien sehr loyal gegenüber ihren Freunden. Das würde erklären, warum der gerettete Vogel unermüdlich so lange Strecken schwimmt, um seinen Menschenfreund zu besuchen. Für Dindim ist Fischer Joao eben ein wichtiger Teil seiner Vogelfamilie. * kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Auch interessant

Kommentare