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Peinlich: 19-Jähriger aus Deutschland hackt problemlos 25 Tesla E-Autos

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Ein erst 19-jähriger IT-Experte hackt 25 Tesla-E-Autos. Dass nichts Schlimmes passiert, liegt an seiner guten Intention – nicht an der Tesla-Sicherheit.

Dinkelsbühl – Elektromobilität könnte schon bald endgültig den gesellschaftlichen Siegeszug antreten – und das europaweit. Eine Umfrage von E.ON und Emnid, zitiert von elektroauto-news.de, deckt auf, dass rund 70 Prozent der Teilnehmer*innen zukünftig auf Elektroautos setzen wollen. Dass das Vertrauen zumindest in eine einzelne Marke, wenn nicht gar die ganze Branche, schnell erschüttert werden kann, zeigt nun ein Vorfall, der schnell Wellen schlug: Einem 19-Jährigen gelingt es innerhalb kürzester Zeit, 25 Teslas in dreizehn Ländern zu hacken. Dass dabei nichts Schlimmes passierte, ist einzig dem jungen Hacker selbst zu verdanken: Der hatte nämlich wirklich gute Intentionen für seinen Coup.

Autohersteller:Tesla, Inc.
Gründung:1. Juli 2003, San Carlos, Kalifornien, Vereinigte Staaten
CEO:Elon Musk (Okt. 2008–)
Hauptsitz:Austin, Texas, Vereinigte Staaten

19-Jähriger hackt 25 Teslas übers Internet

Elektroautos bieten viele Vorteile im alltäglichen Straßenverkehr. VW hat das erkannt und plant jetzt auch in Niedersachsen Mega-Investitionen. Immer mehr Hersteller reagieren auf die aktuelle Entwicklung der Industrie: Kawasaki will etwa ab 2035 nur noch E-Motorräder produzieren*. Zahlreiche Autohersteller wollen sich der Entscheidung anschließen.

Die Schwachstellen, die Elektroautos offenbaren, sind jedoch nicht außer Acht zu lassen. Unlängst gerieten fast schon dramatische Berichte in den Umlauf: Eine Familie erfror fast in ihrem E-Auto, weil der brandneue Tesla nicht heizte. Dass auch das Narrativ über Brandgefahr häufig bestätigt wird, ist mittlerweile hinlänglich bekannt. Kurioserweise kam es sogar schon einmal vor, dass der Fahrer eines abgebrannten E-Autos 12.000 Euro an General Motors zahlen musste*. Der Hackerangriff eines 19-Jährigen auf Tesla-Elektroautos stellt nun gar die Sicherheit der Elektroautos infrage. Wie konnte es so weit kommen, dass 25 Teslas in dreizehn Ländern einfach gehackt werden konnten?

Elektroautos besonders anfällig? Warum Tesla-Sicherheitssystem gefundenes Fressen für Hacker sein könnte

Die Kritik, mit der sich die E-Auto-Industrie beschäftigen muss, ist nicht gerade förderlich für eine gesellschaftliche Etablierung. Weit und breit gebe es keine Lademöglichkeiten für E-Autos*. Darüber hinaus könnten erhöhte Strompreise und Tarifchaos die E-Auto-Anschaffung zur Kostenfalle machen. Die neueste Schlagzeile: Ein 19-jähriger selbsternannter IT-Experte soll laut efahrer.chip.de 25 Teslas gehackt haben. Alles geschah innerhalb kürzester Zeit – und obwohl die betroffenen Elektroautos an dreizehn verschiedenen Länder-Standorten waren.

Unweigerlich wirft der Vorfall die Frage auf, wie die Sicherheit der Elektroautos überhaupt gewährleistet werden kann. Zur Entsperrung und Bedienung von E-Autos braucht es häufig keinen Schlüssel mehr. Ein Smartphone und die passende App genügen. Für Hacker ein gefundenes Fressen – das der junge Mann in Bayern auszunutzen wusste.

E-Autos von Tesla werden geladen. Daneben ein Programmcode auf einem Computerbildschirm.
Einem 19-Jährigen gelingt es innerhalb kürzester Zeit, 25 Teslas in 13 Ländern zu hacken. (Symbolbild) © IMAGO / IP3press und IMAGO / Jan Eifert

Hacker hat Zugriff auf Fenster, Türen und sogar Motor von Tesla-Modellen

Dem Hacker Colombo gelang es, die Sicherheitssysteme abzuschalten, er konnte Fenster und Türen öffnen und sogar den Motor starten. Weil er zudem Einblick in sensible Daten hatte, konnte er jeweils wissen, ob der Besitzer im Auto saß oder nicht. Mit bösartiger Motivation hätte die Geschichte einen schlimmen Ausgang nehmen können: Ohne Problem hätte Colombo den Motor starten oder eben plötzlich ausschalten können, unmittelbar die Musik aufdrehen oder während der Fahrt ein Fenster öffnen können.

Bei Hacker-Angriff auf Tesla-Autos passiert nichts Schlimmes, weil Hacker es gut meint

Seine technische Expertise, die ihm dazu verhalf, 25 Teslas zu knacken, nutzte der 19-jährige Bayer jedoch nicht für kriminelle und gefährliche Machenschaften aus. Er wollte keinen Schaden anrichten. Aber wie ein finnischer YouTuber, der seinen Tesla in die Luft sprengte, weil die Reparatur zu teuer war, wollte auch der IT-Fachmann ein Exempel statuieren. Er wollte Sicherheitslücken aufdecken und aufzeigen. Über die Ereignisse informierte er anschließend selbst die US-amerikanische National Cybersecurity und auch die betroffenen Tesla-Besitzer. Es dauerte nicht lange, bis auch das Security-Team von Tesla auf den Vorfall aufmerksam wurde. Man wolle die Sicherheitslücken nun prüfen.

Autobesitzer für Zugriff auf sensible Daten selbst verantwortlich – weil sie Diensten Zugriff gestatten

Wie Colombo hinterher auf Twitter berichtete, sei Tesla, zumindest was die ausgemachten sensiblen Daten angeht, nicht zu beschuldigen – zumindest nicht in erster Linie. Es seien die E-Auto-Besitzer*innen, die dafür gesorgt hätten, dass deren Daten und die Sicherheit der Elektroautos in Gefahr geraten konnten. Viele Betriebssysteme von Elektroautos übermitteln via Internetverbindung die persönlichen Daten. Das Problem: Wie der vergangene Vorfall zeigt, können auch Hacker darauf zurückgreifen. Zahlreiche Features – von der Einstellung einer Geschwindigkeitsbegrenzung bis hin zur Bearbeitung der eigenen Spotify-Playlisten – machen persönliche Daten einsehbar. Immerhin: Was das angeht, haben E-Autofahrer ihre Sicherheit also schon noch selbst in der Hand – wenn sie denn wollen. *kreiszeitung.de und 24auto.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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