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Mutter macht „Mini-Gefängnis“ aus Kinderzimmer – weil Tochter nicht aufräumt

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Von: Bjarne Kommnick

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Weil ein 8-jähriges Mädchen ihr Zimmer nicht aufräumen will, „verwandelt“ es die Mutter in einen kargen Strafraum. Das Video von der Aktion geht viral.

Tennessee – Auf Social Media Plattformen wie Tiktok und Instagram geht derzeit ein Video von „Mean Mom“ also zu Deutsch der „gemeinen Mutter“ viral. So zu mindestens bezeichnet sich die Influencerin Holly Brooke aus dem US-Bundesstaat Tennessee selbst. Denn in den sozialen Medien teilte sie auf ihren Accounts ein Video von einer Aktion, bei der sie das Zimmer ihrer Tochter Trinity kurzerhand in ein „Mini-Gefängnis“ verwandelt, weil die 8 Jahre alte Schülerin lieber mit ihren Freundinnen spielt als ihr Zimmer aufzuräumen. Doch ganz unangekündigt scheint die Aktion nicht gekommen zu sein, denn eigentlich hatten ihre Eltern ihr eine Frist gesetzt. Was steckt hinter dieser kuriosen Erziehungsmaßnahme?

BundesstaatTennessee
HauptstadtNashville
GouverneurBill Lee
Bevölkerung6,829 Millionen

Tochter räumt nicht auf – Mutter wandelt Zimmer zu Mini-Gefängnis

Auf dem Video, das bereits mehr als 30 Millionen Aufrufe hat, ist das Zimmer von der acht jährigen Trinity zu sehen. Die Unordnung ist unverkennbar, jedoch auch nichts ungewöhnliches für ein Kind in diesem Alter. Ebenfalls üblich scheint es zu sein, dass die Eltern etwas dagegen haben. Deshalb bitten Mutter Brooke, die mit über 700.000 Tiktok-Followern kein unbeschriebenes Blatt auf Social Media ist und ihr Ehemann ihre gemeinsame Tochter darum, das Zimmer aufzuräumen. Doch als die Frist abgelaufen war, sei das Zimmer immer noch unverändert unordentlich geblieben.

Ein junges Mädchen in einem Kinderzimmer hinter Gittern
Weil eine Tochter nicht aufräumen wollte, verwandelte ihre Mutter ihr Zimmer zu einer Art „Mini-Gefängnis“. (kreiszeitung.de-Montage) © K. Schmitt/imago

Deshalb wird das Ehepaar Brooke aktiv. Als Trinity draußen wieder am spielen war, was grundsätzlich eine gute Sache für die Eltern zu sein scheint, ergreifen die beiden die Gelegenheit und fangen an, das Zimmer der Schülerin auszuräumen. Kleidung, Spielsachen und alles was in dem Zimmer liegt wandert raus. Einzig und allein die nötigsten Möbel bleiben drin, zu dem suche die Mutter nun vorerst wieder das Outfit der Tochter aus und nicht sie selbst.

Brooke sagt im Video: „Heute wandeln wir das Zimmer meiner Tochter in eine Art Mini-Gefängnis um“. Die Maßnahme solle dafür dienen, dass Tochter Trinity aus der Aktion lernt und ein Stück pflichtbewusster werde. Immerhin muss die Tochter kein Geld an ihre Eltern zahlen, wie eine 17-jährige Britin, die Miete an ihre eigene Mutter zahlen soll* – was das Netz allerdings feiert.

Mutter verwandelt Kinderzimmer zu Gefängnis: „So machen wir das hier“

„Ich weiß, dass ich damit einige abschrecken könnte, aber so machen wir das hier in meinem Haus“, kommentiert Brooke. Denn: „Sie weiß wie man aufräumt, das haben wir ihr beigebracht. Und ich habe ihr Zimmer bereits unzählige Male aufgeräumt“, erklärt sie. Doch ihre Tochter wolle dem Beispiel nicht folgen. Deshalb würden nun andere Saiten aufgezogen werden. Einzig und alleine sind in dem Zimmer neben den Möbeln noch Bücher drinnen geblieben. Ansonsten wirkt das Zimmer nach der Aktion tatsächlich wie eine karge Zelle: kein Spielzeug, keine Deko, nicht, das Spaß oder Gemütlichkeit verbreitet.

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Mutter macht „Gefängnis aus Zimmer von unordentlicher Tochter – Reaktionen im Netz gespalten

„Ich bin müde, immer wieder zu sagen, dass sie ihr Zimmer aufräumen soll“. Nun muss Tochter Trinity auf ihren gewohnten Lebensstandard vorerst verzichten. In mehreren Schritten würde sie ihre Sachen zurückerhalten, vorausgesetzt, die Wünsche der Eltern würden erfüllt werden. Die Reaktionen im Netz sind geteilt. Ein User kommentiert: „Glaubt sie wirklich, dass das Kind danach lieber aufräumt als vorher? Ich halte nichts von derartigen Strafen, ich glaube das sie dadurch nur noch weniger motiviert wird“. Andere sehen in der Aktion gar einen Grenzübertritt: „Man sollte ihr das Kind wegnehmen, so was geht gar nicht, das ist psychische Gewalt“. Ebenfalls für Unverständnis im Netz sorgte eine Mutter, die einfach ohne ihre Tochter in den Flieger stieg, weil der Kinderpass abgelaufen war*.

Strenge Mutter bekommt in sozialen Medien auch viel Zuspruch: „Gute Aktion, im besten Fall lernt das Kind daraus“

Doch positive und negative Reaktionen scheinen sich die Waage zu halten. „Früher hätte man das nicht mal hinterfragt, heute tun die Leute so als würde sie ihr Kind schlagen. Kinder leben im Überfluss und manchmal müssen sie eben lernen, dass weniger mehr sein kann.“ Ein anderer schreibt: „Gute Aktion, tut niemanden weh, im besten Fall lernt das Kind daraus“. Doch es gibt auch eine Meinung dazwischen: „Ich bin im Zwiespalt, die Aktion mit dem Zimmer an sich finde ich super, dass sie aber auch über die Kleidung entscheidet, raubt dem Kind ein Stück weit seine Selbstbestimmung. Das ist ein Schritt zu viel“.

Wirklich einen Schritt zu weit ging eine Mutter aus Bremen, die ihren Sohn mit einer Schusswaffe bedroht hatte. Statt des Kindes sitzt die nun aber wohl bald in einer Gefängniszelle. * kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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