Müllpresse, Müllstampfer & Co.

Müllpressen für mehr Platz in der Tonne: Bußgeld bis zu 50.000 Euro droht

Die Mülltonne ist voll, aber noch keine Abholung in Sicht – da ist eine Müllpresse verlockend. Aber wer mechanisch Müll presst, riskiert bis zu 50.000 Euro Bußgeld.

Deutschland – Gerade während der Weihnachtsfeiertage platzt die heimische Mülltonne oft aus allen Nähten, die nächste Müllabholung lässt aber oft noch auf sich warten. Eine Müllpresse scheint da eine vielversprechende Lösung zu sein. Zu kaufen gibt es Müllstampfer oftmals als Angebot im Supermarkt, wo ab 2022 zahlreiche Änderungen und neue Regeln gelten, oder auch beim beliebten Online-Kleinanzeigen-Portal, für rund 40 Euro kann man so angeblich für mehr Platz in der Restmülltonne sorgen.

Bundesrechtsverordnung:Bußgeldkatalog
Inkrafttreten der letzten Änderung:28. Juli 2021; (Art. 18 G vom 12. Juli 2021)
Ursprüngliche Fassung vom:13. November 2001; (BGBl. I S. 3033)
Abkürzung:BKatV
Geltungsbereich:Bundesrepublik Deutschland

Müllpresse, Müllstampfer, Müllverdichter und Co. – sind die Geräte überhaupt erlaubt?

Die speziellen Müllpressen funktionieren so, dass man den Müll in der Tonne statt nur mit den Händen mit der mechanischen Presse zusammendrücken kann. So bekommt man bis zu dreimal so viel Müll in die Tonne. Klingt gut? Ist aber verboten! Im Gespräch mit n-tv-Reporter Tobias Deckert erklärt Rechtsanwalt Andreas Hohnel bei Stern.de: „Wenn man den Müll mit der Hand schiebt, drückt und quetscht, das ist erlaubt. Nur die mechanische Verarbeitung, dass man aus einem großen Volumen etwas Kleines presst, das ist verboten.“ Verboten ist 2021 auch die Silvester-Knallerei – da entfällt immerhin der Böller-Müll. Bei einem Verstoß gegen das Böllerverbot drohen in Norddeutschland hohe Strafen.

Überquellende Mülltonnen – kann eine Müllpresse Abhilfe schaffen?

Müll in der Tonne pressen: Bußgeld bis zu 50.000 Euro kann Strafe sein

Nicht nur für das Freikratzen der Autoscheibe im Winter drohen hohe Bußgelder, auch Müllpresser müssen mit hohen Strafen rechnen. Wie hoch die Strafe ausfällt, wenn man mit einer Müllpresse für mehr Platz in der Mülltonne sorgt, ist in der Müllsatzung der jeweiligen Stadt festgehalten. Besonders teuer kann es laut Stern für Müllpresser in Köln werden – dort wird für die Ordnungswidrigkeit ein Bußgeld von bis zu 50.000 Euro fällig.

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Auch in Aachen ist Müllpressing kein Kavaliersdelikt, eine Strafe von bis zu 10.000 Euro droht dort laut Stern. Rechtsanwalt Hohnel erklärt jedoch im n-tv-Video: „Man würde sicherlich bei einem einzelnen Haushalt vielleicht mit 500 oder 1000 Euro anfangen.“ Auch nicht gerade ein Schnäppchen, nur um noch mehr Abfall in der Restmülltonne unterbringen zu können.

Mülltrennung, kaputte Tonnen, Mehrkosten – darum sind hohe Strafen für Müllpresser gerechtfertigt

Der Vorteil einer Müllpresse scheint auf der Hand zu liegen: Keine überquellenden Mülltonnen mehr, man bekommt einfach viel mehr Abfall in die Mülltonne hinein. Mal abgesehen davon, dass jeder Einzelne seine Müllproduktion sowieso der Umwelt zuliebe verringern sollte, überwiegen aber auch die restlichen Nachteile eines Müllverdichters:

  • Die Mülltonne wird schwerer und lässt sich so von den Mitarbeitern der Müllabfuhr oft nur schwer zum Müllwagen transportieren.
  • Die Mülltonnen können durch die Überbelastung und den mechanischen Druck beschädigt werden.
  • Der zusammengepresste Müll steckt in der Tonne fest und wird nicht ausgeleert.
  • In der Sortieranlage kann der Müll so nur schwer getrennt werden.

Der Müllwerker am Fließband später muss den Müll wieder trennen, und wenn man da so einen fest gepressten Würfel hat, dann geht das nicht.

Rechtsanwalt Andreas Hohnel im n-tv-Interview

Müllpresse, Müllstampfer, Müllverdichter und Co. – die Nachteile überwiegen klar

Das Fazit ist klar: Müllpressing lohnt sich nicht. Zwar scheint man durch den mechanischen Vorgang Platz in der Mülltonne zu sparen, das bringt aber nichts, wenn die Tonne dann bei der Abholung nur zur Hälfte geleert wird, weil der zusammengepresste Müll feststeckt. Und ein Bußgeld von bis zu 50.000 ist eine solche Aktion sicher auch nicht wert. Also: Lieber gleich möglichst viel Müll vermeiden und so der Umwelt und dem eigenen Geldbeutel etwas Gutes tun. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Jens Wolf/Friso Gentsch/dpa

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