Zeit, dass sich was dreht im Verkehr

Klimaaktivisten drehen SUVs bundesweit Ventile auf: „Gruße vom Krampus“

Deutschlandweit drehten Aktivisten an den Ventilen von SUVs. Der Klima-Protest wurde bereits zur Anzeige gebracht und könnte sich dennoch schon bald wiederholen.

Berlin/München – Ein kleiner Rückblick: Ob in Berlin, München oder in Leipzig – am 6. Dezember 2021 war in vielen Großstädten Deutschlands die Luft raus. Am 6. Dezember, dem Tag des Nikolaus, konnten sich deutschlandweit zahlreiche SUVs nicht mehr fortbewegen. Die Polizei Berlins ist sich sicher: Klimaaktivistinnen und Aktivisten aus ganz Deutschland ließen die Luft aus den teuren Autoreifen weichen. Ein gezieltes Unterfangen – begründet durch die „überproportional hohen Umweltzerstörung und Klimaerhitzung durch Reiche“. Weihnachten und Silvester ging es weiter – und derlei Aktionen könnten sich jetzt dauerhaft häufen. Das drohen die Klimaaktivistengruppen bereits unterschwellig an.

Hauptstadt von Deutschland:Berlin
Fläche:891,8 km²
Bürgermeisterin:Franziska Giffey
Bevölkerung:3,645 Millionen (Stand: 2019)

Klimaaktivisten lassen in ganz Deutschland bei SUVs die Luft raus: „temporär lahmgelegt“

An den betroffenen Autos, denen durch Aufdrehen der Ventile die Luft aus den Reifen gelassen wurde, haftete ein „Gruß vom Krampus“: „Der Krampus hat dein Auto temporär inaktiviert!!“ – heißt, der Unmut wird größer und die Aktionen könnten sich jetzt häufen. Der Weihnachtssage zufolge zählt der Krampus zu den Begleitern des Nikolaus. Für die braven Kinder gibt es Geschenke, verteilt vom Nikolaus höchstpersönlich. Die unartigen werden von der finsteren Gestalt heimgesucht und bestraft. Es ist eine Erzählung, die nun deutschlandweit Inspiration verschafft und sich nun gegen reiche Menschen, die sich nicht selten als ökologische Vandalen darstellen, vorgeht.

„Anstelle Menschen verstörenderweise immer noch mit Rutenschlägen in einem Sack zu bedrohen, vergreift sich der Krampus am heiligsten Gut der Deutschen: Ihren Autos“, heißt es auf der Online-Plattform Indymedia. Auf den ersten Blick ist es ein harmloser Streich. Das wissen auch die Aktivistinnen und Aktivisten. Im Bekennerschreiben heißt es auszugsweise: „Was wie ein Jugendstreich eines echten Halodri klingt, ist der ernstgemeinte Auftakt einer Reihe solcher Missetaten, die nach Nachahmung schreien“.

Klimaaktivisten „vergreifen sich am heiligsten Gut der Deutschen: ihren Autos“

Außerdem: „Für die Menschen in MAPA (Anm.: „most affected people and areas“; Menschen und Orte, die von der Klimakrise besonders betroffen sind) bedeutet eine Reduktion von Luxusgütern wie SUVs, Jachten oder Privatjets eine größere Chance zu überleben.“ Sie fordern Klartext und auch seitens der Politik entsprechende Handlungsbereitschaft: „Hoch emittierende CO₂-Maschinen müssen neutralisiert werden, um die Klimakrise zu stoppen“.

„Krampus“-Klimaaktivistinnen und Klimaaktivisten fordern „eine größere Chance zu überleben“. (Symbolbild)

Drehen an Ventilen von SUV durch Klimaaktivisten als „Sachbeschädigung mit politischem Hintergrund“

In seiner Neujahrsansprache erklärte Kanzler Olaf Scholz die 2020er-Jahre „zu einem Jahrzehnt des Aufbruchs“ – und bezieht sich gleichermaßen auf die Bestrebungen, die ausgemachten Klimaziele als Industrieland Deutschland erreichen zu wollen. Wie Umfragen verdeutlichen, sind nicht wenige Menschen bereit für den Klimaschutz ihren Lebensstil zu ändern. Die „Krampus“-Aktivistinnen und Aktivisten nehmen nun jedoch auf ihre eigene Art das Heft des Handelns selbst in die Hand.

Zuletzt sorgten die ergriffenen Maßnahmen in der Nacht zu Silvester in Berlin für Ärger. Nach Informationen der taz seien zehn Fahrzeuge anvisiert worden. Konkret ist die Rede von „Sachbeschädigung mit politischem Hintergrund“, wie eine Polizeisprecherin der taz sagte. An den betroffenen SUVs fehle zwar jeglicher Kratzer, noch sei eine Spur des Verbrechens sichtbar. Dennoch wurde das Drehen an den Ventilen im Zeichen einer „Sachbeschädigung“ zur Anzeige gebracht.

Klimaaktivisten wollen weitermachen mit dem Ventildrehen: „Der Krampus zieht von nun an öfter durch die Stadt“

Aktuell werden sie dahingehend geprüft. Das schreibt die Süddeutsche Zeitung, die sich auf die Angaben der Münchner Polizei beruft. Ob tatsächlich ein etwaiger Straftatbestand greifen könnte, ist jedoch mehr als fraglich. Den Aktivistinnen und Aktivisten könnte es im Zweifel egal sein. Für sie ist klar: „Der Krampus zieht von nun an öfter durch die Stadt“. *kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © IMAGO / Stefan Zeitz und IMAGO / SNA

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