1. Startseite
  2. Stories

„Jetzt schlägt’s 13, oder?“: Bäckerei verkauft „Berliner*in“– und kassiert Spottwelle

Erstellt:

Von: Bjarne Kommnick

Kommentare

Eine Bäckereikette aus Hessen hat den Namen eines ihrer Angebote angepasst. Statt „Berlinern“ oder „Kreppel“ gibt es nun „Berliner*innen“ zu kaufen.

Wölfersheim-Berstadt – Stammkundinnen und Stammkunden der Traditionsbäckerei Hinnerbäcker im hessischen Wetteraukreis müssen sich auf eine wohl eher gewöhnungsbedürftige Anpassung in der Produktpalette des Unternehmens einstellen. Denn die gewohnten „Fernseh Kreppel“, eine hessische Bezeichnung für ein Gebäck aus süßem Hefeteig mit Konfitüre-Füllung, besser bekannt als Berliner, bietet die Kette in ihren mehr als 65 Filialen ab sofort nur noch „Berliner*innen“ an. Käufer zeigen sich ähnlich irritiert wie die Edeka-Kunden, die über gegenderte „Hähncheninnenfilets“ stolperten.

Gemeinde:Wölfersheim-Berstadt
Fläche:13,08 km²
Höhe:143 m
Einwohner:1708

Traditionsbäckerei verkauft ab sofort „Berliner*in (m/w/d)“ statt „Berliner“

Bereits seit dem 17. Oktober liegen die Backwaren mit gegendertem Namen in den Geschäften. Und auch die Werbung macht das nochmal deutlich. Während die „Fernseh Kreppel“ durchgestrichen sind, betitelt die Bäckerei ihr Produkt auf Social Media nicht nur als „Berliner*in“, sondern ergänzt zudem noch den Zusatz, wie er auch auf Stellenausschreibungen zu finden ist „m/w/d“, also männlich, weiblich, divers. Eigentlich nichts Ungewöhnliches – wenn es sich um Angestellte handeln würde und nicht um ein essbares Produkt, immerhin gendert bereits jedes dritte Unternehmen.

„Berliner*in“ in der Bäckereikette
Die hessische Bäckereikette Hinnerbäcker bietet ab sofort „Berliner*in“ statt „Berliner“ an. © Hinnerbäcker Bäckerei

Die Bäckereikette postet zu dem neuen Angebot ein Bild, auf dem drei Berliner zu sehen sind, darunter einer mit Augen und Schnauzbart, der andere mit Augen und roten Lippen. Doch so ganz wollen einige nicht glauben, dass es sich dabei mehr als nur um einen Scherz handelt. Deshalb schaffen es Bilder des neuen Namens im Verkauf sogar zu Mimikama, einem Verein zur Aufklärung über Internetmissbrauch, Falschmeldungen sowie eine Beobachtungsstelle für Desinformation und Social Media Analysen.

Netz spottet über neuen Backwaren-Namen: „Gendern? Notwendig, aber jetzt schlägt‘s 13, oder?“

Der Verein erklärt: „Ja, der Hinnerbäcker verkauft wirklich eine Süßspeise unter diesem Namen in seinen Filialen“. Doch das schmeckt einigen Nutzern im Netz gar nicht. Mittlerweile musste der Bäcker sogar Kommentare löschen und die Funktion deaktivieren. Zuvor häuften sich Beiträge von Menschen, die sich davon offensichtlich angegriffen fühlen.

Ein Nutzer kommentiert: „Geistige Verblödung in einem Bild erklärt“, ein anderer User schreibt: „Gendern? Sicher notwendig, aber jetzt schlägt’s 13, oder?“. Ein weiterer schreibt: „Erkläre mir, dass du in einem bescheuerten Land lebst, ohne mir zu sagen, dass du in einem bescheuerten Land lebst“. An einem Berliner Gymnasium hatte ein Vater sogar eine Lehrerin wegen des Genderns verklagt.

Auch interessant

Kommentare