„Bunt, vielfältig und gleichberechtigt“

In Braunschweig sind die Ampelmännchen jetzt homosexuell – und Pärchen

Die Stadt Braunschweig hat die Stadt die traditionellen Ampelmännchen durch gleichgeschlechtliche Ampelmenschen-Paare getauscht. Eine Aktion für mehr Toleranz.

Braunschweig – Seit Anfang dieser Woche erscheinen in der Braunschweiger Innenstadt gleichgeschlechtliche Ampelmenschen-Paare auf Fußgänger-Ampeln – jedenfall, wenn das Licht auf Grün steh, ist Schluss mit den traditionellen Ampelmännchen. Insgesamt sei das bei acht Ampeln der Fall, die Stadt ließ dafür acht Ampelmännchen durch jeweils vier weibliche und vier männliche gleichgeschlechtliche Paare ersetzen. Zudem verziert ein Herzchen die neuen Ampelmotive.

StadtBraunschweig
Einwohner248.292
Fläche192,1 km²
BraunschweigThorsten Kornblum (SPD)

Ampeln in Braunschweig zeigen jetzt homosexuelle Ampelmännchen-Paare

Die neuen homosexuellen Ampel-Paare zeigen sich nur bei Grün. Um keine negative Assoziation hervorzurufen, bleibt es bei roter Ampel bei den alten Ampelmännchen. Die Aktion stehe im Zeichen der Toleranz und setzt auf eine „bunte, vielfältige und gleichberechtigte Stadtgesellschaft, unabhängig von individueller sexueller Orientierung“, erklärt Braunschweigs Oberbürgermeister Thorsten Kornblum von der SPD. Denn immer noch scheint eben diese Toleranz in der Gesellschaft nicht angekommen zu sein, viele homosexuelle Menschen bekennen sich wegen Diskriminierung erst nach ihrem Schulabschluss zu ihrer sexuellen Identität. Andere Länder scheinen - zumindest per Gesetz - weiter zu sein, Israel erlaubt beispielsweise Leihmutterschaft für homosexuelle Paare.

Die Stadt Braunschweig hat auf acht grünen Ampeln Motive mit gleichgeschlechtlichen Paaren installieren lassen.

Die neuen Ampeln in Braunschweig seien „ein Signal für mehr Toleranz, Offenheit und Akzeptanz von gleichgeschlechtlicher Liebe“, so Kornblum. Die Standorte der acht Ampeln würden sich allesamt in der Nähe des Braunschweiger Schlosses am Bohlweg befinden. Immer häufiger starten deutsche Städte Aktionen, um für Toleranz zu werben. In einem Parkhaus beispielsweise hat die Stadt Hanau sogenannte Regenbogen-Parkplätze für queere Menschen eingerichtet.

Homosexuelle Paare statt Ampelmännchen in Braunschweig: Reaktionen im Netz geteilt

Auf Social Media sind die Reaktionen bei den Nutzerinnen und Nutzern geteilt. Doch viele scheinen die Aktion zu unterstützten. Ein User schlägt vor: „ In jeder Stadt ab 20.000 Einwohnern müsste man so etwas installieren, damit die Leute mit der Toleranz leben lernen.“ Eine Userin schreibt zudem: „Ich fühle mich gehört, ich fühle mich gesehen. Danke Braunschweig, es ist nur eine kleine Geeste, aber eine die gut tut.“

Bürgermeister Thorsten Kornblum präsentiert die neuen Ampelmotive in Braunschweig zusammen mit Markus Manegold, Vorstand des Vereins sexuelle Emanzipation Braunschweig und einem Mitarbeiter der Firma Bellis, ein Dienstleister für Signaltechnik.

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Doch der Ampel-Aktion schlägt auch viel Hass im Netz entgegen. Kritikerinnen und Kritiker betiteln die Aktion als „Steuerverschwendung“, auch wenn der tatsächliche finanzielle Aufwand für die neuen Motive gering seien dürfte. Vielen scheint der Sinn auch nicht einzuleuchten: „Die Idee war Stopp oder Gehen und nicht solch ein Unsinn“, meint eine Userin und eine weitere scheint ihr beizupflichten: „Das soll eine Ampel bleiben keine Geschlechterbeleuchtung wahnsinn.“ Insgesamt schreiben viele „Auweia“ oder „Geht´s noch?!“ Wie bei jedem Thema also, dass Potenzial zum Polarisieren hat. Einige scheinen allerdings sogar persönlich angegriffen von der Aktion zu sein: „Ungeimpfte und Hunde müssen draußen bleiben, aber das ist Inklusion?“, wettert einer. Auf wie vielen Ebenen der Vergleich hinkt, wäre eine interessante Überlegung – aber die Gedanken sind ja bekanntlich frei. In jedem Fall zeigen viele Kommentare, dass es wohl noch viele weitere Aktionen brauchen wird, bis das Thema in der Gesellschaft letzten Endes kein Thema mehr ist.

Homosexuelle Ampelpaare in Braunschweig wie in Hannover

Mit der Ampel-Aktion ist Braunschweig jedoch nicht die erste Stadt. Denn beim quasi-Nachbarn Hannover stehen bereits seit zwei Jahren grünleuchtende Ampelpaare. Neben gleichgeschlechtlichen werden dort jedoch auch heterosexuelle Paare gezeigt. Die Aktion sorgte damals ebenfalls für geteilte Reaktionen. * kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Peter Steffen/dpa

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