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Im Schneesturm: Straßenhund hält verirrtes Mädchen die ganze Nacht warm

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Von: Bona Hyun

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Ein kleines Mädchen wäre im Schneesturm erfroren – doch ein liebevoller Straßenhund wärmte sie die ganze Nacht durch Kuscheln und rettete ihr das Leben.

Uglegorsk – Ein zehnjähriges Mädchen wurde um 13:00 auf dem Nachhauseweg von einem eiskalten Schneesturm überrascht. Obwohl sie nur 800 Meter von ihrem Zuhause entfernt war, verlor sie durch den schweren Schneesturm die Orientierung und konnte den verschneiten Weg nach Hause nicht wiedererkennen. Die dicken Schneeflocken nahmen ihr die Sicht und sie hatte panische Angst, nie wieder heim zu finden: Wie durch ein Wunder fand sie Zuflucht bei einem liebevollen Streuner, der sie durch Kuscheln die eiskalte Nacht über warmhielt.

Uglegorskgeschlossene Stadt in der russischen Oblast Amur
Fläche63,3 Quadratkilometer
Postleitzahl676470

Straßenhund rettet verirrtes Mädchen vor dem Erfrieren – gemeinsame Nacht im Schneesturm

Als die zehnjährige Vika nach Schulschluss ihren gewohnten Heimweg antrat, traf ein gewaltiger Schneesturm ein. Nur 800 Meter von ihrem Zuhause entfernt, verlor das verängstigte Mädchen ihren Orientierungssinn und irrte durch den inzwischen halben Meter hohen Schnee. Sie wäre sicherlich bei den Minusgraden erfroren, wäre sie nicht auf einen fürsorglichen und tüchtigen Streuner gestoßen, der sich selber unter einem Balkon vor dem Schneesturm in Sicherheit gebracht hatte. Als wüsste das Mädchen, dass der Streuner ihre einzige Rettung war, setzte sie sich zu dem Hund auf die Matratze und kuschelte sich an sein warmes Fell. Und der Kleine ließ sie liebevoll gewähren.

Ein kleines Mädchen umarmt einen Schlittenhund
Ohne die Wärme von dem Streuner hätte die kleine Vika den Schneesturm wohl nicht überstanden (Symbolbild). © Werner Baum/dpa

Diese Rettungsgeschichte erinnert an die Hundefamilie, die ein ausgesetztes Baby durch Kuscheln warmhielten* und ihm so das Leben retteten, bis es am nächsten Morgen gefunden wurde. Auch für einen Mann im Schneesturm schien alle Hoffnungen verloren, doch ein Hund rettete den Wanderer vor dem Erfrieren und wärmte ihn die ganze Nacht. Kuscheln war auch hier die Rettung: Ein Zebra rettete einem Nashorn-Baby das Leben und kuschelte das Nashornkind gesund – diese beiden Tierfreunde sorgen sich umeinander, als gehörten sie zu ein und derselben Familie.

Liebevoller Streuner wärmt frierendes Mädchen die ganze Nacht durch Kuscheln

Nachbarn und die Familie der kleinen Vika waren panisch vor Sorge, nachdem das Kind von der Schule nicht rechtzeitig nach Hause zurückgekehrt war. Als der gewaltige Schneesturm draußen anfing zu toben, meldete die Mutter ihre Tochter als vermisst an und alarmierte sofort die Polizei. Beamte und Freiwillige begaben sich unverzüglich auf die Suche. „Wir suchten die ganze Nacht nach ihr, man konnte gar nichts sehen, unsere Hände waren so kalt, dass wir unsere Finger kaum bewegen konnten. Am nächsten Morgen befürchteten wir, das kleine Mädchen nicht lebend wiederzufinden. Wie hätte man denn so einen Alptraum durchstehen können?“, sagte Anatoly Ivanov, einer der freiwilligen Helfe in einem Interview mit USA today. Die Temperaturen seien in dem Schneesturm nachts auf -11 Grad gesunken.

Nach 18 Stunden erfolgloser Suche dann die erfreuliche Nachricht: Um 9:00 morgens fand eine der Suchenden das kleine Mädchen unter einem Balkon auf einer Matratze sitzen. Sie klammerte sich die ganze Zeit an einen Streuner, der sie durch Kuscheln warm gehalten hatte. Das Mädchen sagte, sie hätte „den flauschigen Hund umarmt, um sich zu wärmen“. Insgesamt 40 Leute hatten sich an der stundenlangen Suche beteiligt, wie Italy24 News berichtete – die Erleichterung war allen ins Gesicht geschrieben. Dieselbe Welle der Erleichterung durchflutete neulich auch eine Hundebesitzerin, denn ein UPS-Fahrer „lieferte“ ihr ihren entlaufenen Hund nach Hause. Wie schön, dass Nachbarn und Anwohner in solchen Situationen so gut zusammenhalten!

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Heldenhafter Streuner verschwunden – er soll ein neues Zuhause bekommen

Dank des liebevollen Streuners konnte das kleine Mädchen die kalte Nacht überstehen und war bis zum nächsten Morgen wohlauf. Die kleine Vita war zwar warm angezogen, doch wer weiß, ob sie den Schneesturm ohne ihren flauschigen Freund lebend überstanden hätte. Die Mutter fuhr mit ihrer Tochter sofort ins Krankenhaus. Dort konnten die Ärzte glücklicherweise nur leichte Erfrierungen feststellen.

Es ist, als hätten sich auch dieses Duo gefunden, aber viel zu schnell verloren sie sich aus den Augen – der Streuner war nach der Rettung von dem kleinen Mädchen nicht mehr zu aufzufinden. Höchstwahrscheinlich ist der Hund an einen wärmeren Platz weitergezogen. Die Mutter hofft von allen am meisten, den Streuner wiederzufinden. Sie wolle ihm als Dank ein neues, liebevolles Zuhause geben, wenn sie ihn findet. Auch für einen aufmerksamen, aber einsamen Pitbull, der ein ausgebüxtes Kind schützte und mit seinen Eltern vereinte, gibt leider noch kein Happy End. Dabei verdienen diese tierischen Vorbilder ganz dringend eines. Wir drücken die Daumen. *kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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