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Gehörlose Wanderin stürzt 200 Meter tief – Helden-Husky rettet sie

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Von: Yannick Hanke

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Amelia Milling ist wandern, als sie mehr als 210 Meter tief einen verschneiten Berg hinunterstürzt. Ihre Rettung auf vier Pfoten: der Husky Nookie.

Anchorage/USA – Abschalten, in der Natur sein und schöne Landschaften genießen – das wünschte sich Amelia Milling. Die 21-jährige, gehörlose US-Amerikanerin will durch den Crow Pass Trail im Chugach State Park nahe der Stadt Anchorage in Alaska wandern. Weitflächige Seen, atemberaubende Bergspitzen, dazu 28 wunderschöne Wanderwege – ein tolles Ausflugsziel, denkt sich Amelia Milling, die sich aber plötzlich in einer dramatischen Situation wiederfindet – Happy End inklusive.

Heldenhafter Husky: Gehörlose Wanderin fällt über 200 Meter tief – und wird von Vierbeiner gerettet

Auf einmal brechen die Trekkingstöcke der jungen US-Amerikanerin, Milling stürzt einen schneebedeckten Teil des Berges fast 90 Meter tief herunter. Als wäre das noch nicht genug des Unglücks, trifft Milling auf einen großen Felsbrocken auf und rutscht weitere 120 Meter in den Abgrund hinab, wie „ABC News“ unter Berufung auf die Alaska State Troopers, der Staatspolizeibehörde von Alaska, berichtet.

Wanderin Amelia Milling, Husky Nookie und Mitglieder der Alaska State Troopers stehen vor einem Hubschrauber und lächeln in die Kamera.
Wanderin Amelia Milling wurde durch den Husky Nookie und die Alaska State Troopers gerettet. © Alaska State Troopers

Tierische Rettung: In der aussichtslosen Situation erblickt Amelia plötzlich den Husky

Amelia Milling findet sich in einer schier aussichtslosen Situation wieder. Oder etwa doch nicht? Wie die 21-Jährige später berichtet, habe sie sofort einen weißen Husky erblickt, der ihr direkt zur Hilfe kam. „Da habe ich Nookie zum ersten Mal gesehen. Und ich dachte zuerst, er wäre ein Wolf“, wird sie von ABC News zitiert.

Wanderin Amelia Milling ertrinkt fast im Fluss – doch Husky Nookie rettet ihr erneut das Leben

Schnell wird Amelia Milling klar, dass ihr der Hund nur helfen möchte. Sie erkennt sein Halsband und schöpft wieder Hoffnung. Husky Nookie ist eigentlich ein Wanderführerhund, der orientierungslosen und verirrten Wanderern hilft, den Weg zu ihrem Pfad zurückzufinden. Das erfuhr die junge US-Amerikanerin aber erst später. Die Nacht über campte Milling auf dem Felsen – mit Husky Nookie fest an ihrer Seite. Wie der heldenhafte Hund, der einen Jungen rettete, der an Bahngleisen herumirrte, zeigt Nookie herzergreifenden Einsatz.

Nookie kam an, schnappte sich den Schultergurt meines Rucksacks und zog mich tatsächlich aus dem Fluss heraus.

Wanderin Amelia Milling im Interview mit „ABC News“ über ihren Retter, den Husky Nookie

Am nächsten Tag versucht Milling, 24 Stunden nach ihrem ersten Sturz, einen Fluss zu überqueren. Doch die Strömung stellt sich als zu stark heraus und zieht die junge Wanderin immer weiter nach unten. Glücklicherweise weicht Husky Nookie nicht von ihrer Seite und rettet die 21-Jährige ein weiteres Mal. Auch Familienhund Max wärmte ein 3-Jährige stundenlang und rettete ihr damit das Leben.

Rettung naht: Alaska State Troopers ermitteln Standort von Wanderin Amelia Milling

„Nookie kam an, schnappte sich den Schultergurt meines Rucksacks und zog mich tatsächlich aus dem Fluss heraus“, erinnert sich Amelia Milling an die geglückte Rettung durch den Wanderführerhund. Wieder an Land, aktiviert sie ihren „Spot Beacon“, ein GPS-Gerät, um Bergrettern ihren Standort zu übermitteln.

Leutnant Eric Olsen von den Alaska State Troopers, einer der antwortenden Offiziere und Teil des Rettungsteams von Milling, war sehr überrascht darüber, dass Husky Nookie „geholfen habe, sie zu retten“. Als ihm klar wird, dass es sich bei dem Vierbeiner um einen echten „Heldenhund“ handelt, nimmt Olsen direkt Kontakt mit dem Besitzer von Nookie auf. „Kann nicht sein“, lautet dessen verdutzte Reaktion. Überrascht war auch ein krebskrankes Mädchen in Simpsonville, als sie auf einmal Besuch von Polizei und Feuerwehr zu ihrem Geburtstag bekam – aus rührendem Anlass.

Schon immer ein Heldenhund: Husky Nookie rettete bereits sechsjähriges Mädchen aus Fluss

Eric Olsen von den Alaska State Troopers hatte zuvor die Adresse auf dem Halsband von Husky Nookie bemerkt. Auf diesem wurde darum gebeten, den Wanderführerhund an die notierte Adresse zurückzubringen. Auch die Telefonnummer von Nookies Herrchen war dort angegeben, und so kommt eines zum anderen.

Olsen bringt Husky Nookie zurück nach Girdwood, einem Stadtviertel von Anchorage. Dort angekommen, erklärt Besitzer Scott Swift dem Leutnant, dass Nookie das Wandern so sehr liebt und dass er Menschen sogar auf Wanderwegen folgt. „Es gab ein Mädchen, ungefähr sechs Jahre alt – er hat sie gerettet, als sie in den Fluss gefallen ist“, berichtet Swift über einen Unfall, ebenfalls in der Nähe vom Crow Pass Trail. Zweifelsohne heldenhaft ist auch der ukrainische Minenräumhund Patron, der schon hunderte russische Landminen aufspürte.

Facebook-Star Nookie: Heldenhafter Husky wird im Netz gefeiert – „dieser Hund verdient eine Medaille“

Und Amelia Milling? Die Wanderin traf ihren ganz persönlichen Heldenhund wieder. Denn für die 21-Jährige steht fest: Husky Nookie hat ihr Leben gerettet – ohne Wenn und Aber. Derart ergreifend beschützende Instinkte sind bei Vierbeiner fast schon legendär. Das bewies auch Fellnase North: Der Schlittenhund beschützte einen Wanderer vor dem Erfrieren und hielt ganze ihn 13 Stunden lang warm. Glücklicherweise ging auch für Amelia alles gut aus. Unter dem Facebook-Post über den Retter finden die Lobeshymnen auf Nookie kein Ende.

„Dieser Hund verdient eine Medaille“, heißt es beispielsweise. Oder: „Ich selbst habe drei Huskys, mein Sohn hat zwei. Einfach wundervolle und clevere Hunde“. Einige User scheinen den Heldenhund sogar persönlich zu kennen. „Er ist ein wahrer Freund und treuer Begleiter“, schreiben mehrere Personen. Das hat Nookie auf jeden Fall unter Beweis gestellt. Das gilt aber auch für das Kätzchen Ginger Biscuit, das eine tierische Freundschaft mit der Hündin Anne geschlossen hat.

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