1. Startseite
  2. Stories

„Euer Ernst?“ Kawasaki bringt reitbare Elektro-Ziege auf die Straße

Erstellt:

Von: Anika Zuschke

Kommentare

Auf der Elektro-Ziege „Bex“ von Motorrad-Hersteller Kawasaki kann man sich reitend oder rollend fortbewegen – wenn man sich nicht entblödet.

Tokio – Der Bereich Elektromobilität überrascht immer wieder mit neuartigen Innovationen, die eine emissionsfreie Fortbewegung attraktiver gestalten sollen. Dazu gehört beispielsweise Straßen-Beton, der E-Autos während des Fahrens aufladen soll und die Entwicklung eines „Super-Akkus“, mit dem wohl 160 Kilometer Reichweite für ein E-Auto in zwei Minuten geladen werden kann. Kawasaki – das renommierte japanische Unternehmen ist in Deutschland vor allem für seine Motorräder bekannt – kommt nun aber mit einer ganz neuen Idee der Elektro-Fortbewegung um die Ecke: einer E-Ziege.

Japanischer Schwerindustrie-Konzern:Kawasaki Heavy Industries
Gründer:Kawasaki Shōzō
Gründung:15. Oktober 1896
Hauptsitz:Minato, Präfektur Tokio, Japan

Motorrad-Hersteller Kawasaki präsentiert reitbares Gefährt: Eine Ziege mit E-Antrieb

Auf der kürzlich stattgefundenen „International Robot Exhibition“ (iREX) in Tokio stellte der japanische Konzern Kawasaki den elektrischen Transport-Roboter in Form einer Ziege erstmals offiziell vor. Das vierbeinige E-Gefährt trägt den Namen „Bex“, der wohl auf der Ibex-Ziege basiert – im Deutschen auch bekannt unter der Bezeichnung Steinbock. Dem Online-Portal „computerwoche“ zufolge stellt „Bex“ einen Ableger von Kawasakis „Kaleido“-Programm dar, das eigentlich zweibeinige Roboter entwickeln soll.

Doch diese Ziege läuft, beziehungsweise rollt, eindeutig auf vier Beinen – und das hat auch einen Grund: Wie das Portal „Gizmodo“ berichtet, suchten die Ingenieure wohl nach einem Weg, die Geschicklichkeit eines zweibeinigen Roboters, der auch für unebenes Gelände geeignet ist, mit der Zuverlässigkeit eines Gefährts auf Rädern zu verbinden. Heraus kam dabei Ziege „Bex“. Weniger tierisch, aber mindestens genauso innovativ ist auch die Erfindung eines schwedischen Unternehmens: Der Jetson One, quasi ein fliegendes E-Auto, lässt seine Besitzer sogar ohne Pilotenschein abheben.

Eine Kawasaki-Mitarbeiterin reitet bei einer Ausstellung auf dem Transport-Roboter „Bex“.
Kawasaki stellt ein neuartiges Elektro-Gefährt vor: die E-Ziege „Bex“. © Screenshot YouTube @Hirokoma

Elektro-Ziege von Motorrad-Hersteller Kawasaki kann laufen und rollen – sogar mit Fahrer

In einem Video von der Ausstellung demonstriert Kawasaki die Fähigkeiten seiner neusten Erfindung. Die E-Ziege stöckelt mit kleinen, aber scheinbar sicheren Schritten über die Bühne und verwendet dabei eine Gangart, die zu jeder Zeit mindestens zwei Beine auf dem Boden sicherstellt. Das soll laut „computerwoche“ zu mehr Stabilität führen. Dem Portal „electrek“ zufolge bewegt sich das ungewöhnliche Gefährt ähnlich wie die bereits bekannten vierbeinigen Hunde-Roboter von „Boston Dynamics“ – nur wesentlich langsamer und unbeholfener. Einen Roboter-Hund hat auch die Polizei in Nordrhein-Westfalen für 66.000 Euro erworben – wusste aber selber nicht, wofür*.

Bleiben Sie mit unserem Newsletter über Nachrichten aus Niedersachsen, Deutschland und der Welt stets auf dem Laufenden.

Doch die Ziege kann nicht einfach nur laufen: Um auch die Transportfähigkeit des Roboters unter Beweis zu stellen, nimmt eine mit Helm ausgestattete Mitarbeiterin während der Ausstellung auf dem Vierbeiner Platz. Dafür begibt sich „Bex“ auf seine mit Rollen versehenen „Knie“ und erhebt sich anschließend wieder auf seine vier Füße. Wenn die Ziege kniet, fahren unter dem Bauch Antriebsrollen heraus – das Gefährt kann sich also auch rollend fortbewegen und verwandelt sich so quasi in eine Art Elektroroller. Die 360-Grad Knie-Räder ermöglichen laut „efahrer“ in Kombination mit den zwei Antriebsrollen auch das Drehen an Ort und Stelle, wie ein Panzer- oder Kettenfahrzeug.

E-Gefährt von Kawasaki in Form einer Ziege kann bis zu 100 Kilogramm transportieren

Eine der wenigen optischen Ähnlichkeiten zwischen den von Kawasaki bekannten Motorrädern und der neuartigen E-Ziege ist die Lenkstange. Diese sitzt im Nacken des Tieres und sorgt für die Steuerung des Gefährts. „Bex“ ist in der Lage, bis zu 100 Kilogramm schwere Fahrer zu transportieren – der Bediener-Sattel kann laut „efahrer“ aber auch gegen andere Module zum Lastentransport ausgewechselt werden.

Für all diejenigen, die nicht unbedingt auf einer elektrischen Ziege daherreiten wollen, kann in dem Zuge auch auf das Tiermotiv verzichtet werden. Besonders schick an dem Tierkopf ist aber: Die Hörner der E-Ziege sind mit einer LED-Beleuchtung ausgestattet. Insgesamt scheint die E-Ziege „Bex“ momentan vor allem noch für Belustigung zu sorgen. Ein Facebook-User kommentiert knapp: „Euer Ernst????“ Ein anderer weiß zu dem Ganzen auch nicht mehr zu sagen als: „Wenn Du denkst, Du hast auf der Straße alles gesehen ... .“

Setzt sich E-Ziege als Fortbewegungsmittel durch? Mehr als fraglich!

Ob die E-Ziege je als tatsächliches Fortbewegungsmittel eingesetzt wird, ist demnach fraglich. Deswegen arbeitet Kawasaki laut „notebookcheck“ weiterhin auch an einer offiziellen Enthüllung von drei neuen elektrischen Motorrädern – diese sind wohl noch in diesem Jahr geplant. Wer aber offenbar gar nichts von Elektromobilität hält, ist der CEO von Europas größtem Sportmotorradkonzern Pierer Mobility: Seiner Meinung nach ist „E-Mobilität von der Politik gepushter Schwachsinn“. * kreiszeitung.de und 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Auch interessant

Kommentare