E-Mobilität am Ende?

Erfinder des Elektroauto-Akkus warnt vor Katastrophe für E-Mobilität

Einer der Entwickler der Akkus für E-Autos schlägt Alarm: Die Produktion sei schon bald nicht mehr möglich – eine Katastrophe für E-Mobilität und Verkehrswende.

Shanghai – Die Elektromobilität bangt. Gefeiert als umweltfreundliche Alternative zum Verbrenner, muss sich die Branche nun mit schweren Herausforderungen auseinandersetzen. Die Beschwerden der Verbraucherinnen und Verbraucher häufen sich. Jetzt kommt allerdings ein fundamentales Problem hinzu. Sogar der ehemalige Akku-Erfinder prophezeit der Industrie einen schweren Stand. Bereits in fünf Jahren könnte der Produktion die Rohstoffe ausgehen. Für die Etablierung der E-Mobilität, für die von Politik bis Industrie bereits alle Weichen gestellt sind, wärde dies eine Katastrophe.

Chemiker:M. Stanley Whittingham
Geboren:22. Dezember 1941 (Alter 80 Jahre), Nottingham, Vereinigtes Königreich
Bekannt für:Lithium-Ionen-Akkumulator
Auszeichnung:Nobelpreis für Chemie (2019)

Forscher, der Akku für Elektroautos erfand, warnt vor Katastrophe für E-Mobilität

Die E-Auto-Branche braucht neue Ideen. Erst vor wenigen Wochen verbreitete sich die Meldung, der Kobalt-Bestand für die E-Auto-Produktion könne nur noch wenige Jahre reichen* und auch notwendige Chips können nicht ausreichend produziert werden. David Broca, ein Kobalt-Händler des Unternehmens Glencore erkannte das Problem. Sein Statement: „Bei den Autoherstellern besteht die Sorge, dass Kobalt zu einem Problem werden könne, wie es Mikrochips heute sind“. Gilt es das eine Problem noch aufzuarbeiten, kündigt sich schon der nächste Nackenschlag für die Industrie an – generell herrscht Rohstoffknappheit in der Szene.

Auch kreiszeitung.de berichtete unter Berufung von bw24.de-Berichten davon, dass ein riesiger in Deutschland gefundener Lithium-Schatz den Bau von E-Autos sichern könnte. Aber: Sieht man, wie Industrie und Politik auf E-Mobilität für alle und alles zupreschen, kann man einfach ausrechnen: Reichen kann das nicht.

E-Autos: Realität der Akku-Produktion kann nicht mit Plänen für Mobilitätswende mithalten

Urheber des besorgniserregenden Statements, die Produktion sei höchstens noch für eine handvoll Jahre gesichert, ist Stanley Whittingham. Ein Mann mit Expertise. Schließlich erhielt er 2019 nicht nur den Chemie-Nobelpreis. Er gilt auch als treibende Kraft hinter der Erfindung von Lithium-Ionen-Batterien – den Batterien, die üblicherweise in den Akkus von Elektroautos verbaut werden. In der Industrie haben seine Worte Gewicht, besonders dann, wenn er davon spricht, dass in fünf bis zehn Jahren Lithium aufgebracht sein könnte.

E-Auto-Akkus: Brandgefährlich – immer wieder kommt es zu Bränden bei Elektro-Fahrzeugen

Geht es um elektrisch-betriebene Fahrzeuge, sind die Meinungen gespalten. Kritiker*innen verweisen auf Meldungen, dass manche E-Autos wegen Brandgefahr nur mit einem 15-Meter-Abstand parken dürften* oder dass ein Akku-Brand eines E-Autos fast ein ganzes Haus in Brand gesetzt hatte. Andere hingegen befürworten den Trend der Automobilhersteller, die wie Kawasaki schon bald nur noch E-Modelle auf dem Markt* bringen wollen. Daimler, VW und Co. könnten also schon bald voll und ganz auf die Elektromobilität setzten. Die kritischen Stimmen bleiben dennoch laut – insbesondere der Akku macht Probleme und gerät ins Zentrum der Kritik.

Elektroautos: Rohstoffknappheit könnte die Produktion gefährden. (Symbolbild)

Rohstoffkrise der E-Autos ist Katastrophe für Mobilitätswende: Kann die Industrie auf Alternativen setzen?

Mancherorts lasse sich weit und breit keine E-Auto-Lademöglichkeit finden*, andernorts erlebt eine Familie die Elektroauto-Ladesäule erstmal mit Eiswürfeln kühlen*. Die Kritik an Elektroautos lässt sich nicht von der Hand weisen. Sie reicht von überteuerten Reparaturmaßnahmen, die einen finnischen YouTuber dazu anstachelten, seinen Tesla in die Luft zu sprengen, bis hin zu bei den hohen Ladekosten, die 2022 auf Elektroautofahrer*innen zukommen.

Von den vielen Herausforderungen wird sicherlich auch der chinesische Akkuhersteller CATL mitbekommen haben. Namhafte Firmen zählt das Unternehmen zu seinen Stammkunden – sei es Daimler, Tesla oder VW. Sie waren es, die Mitte 2021 laut Online-Portal E-Fahrer die Erfindung einer Natrium-Ionen-Batterie publik gemacht hatten. Sie sollte Abhilfe schaffen, doch wie Wissenschaftler Wittingham beim „World Laureates Forum“ über nachhaltige Energie zu erklären versuchte, sei auch dies keine Lösung des Problems.

Elektroautos: Kritische Entwicklung auf dem Rohstoffmarkt – retten Graphit und Silizium die Produktion?

Während ein anderer renommierter Wissenschaftler und Nobelpreisträger, Steven Chu, auf weitere Materialien als Energie-Speichermedium für die E-Autofahrt hofft, gebe es nach Berichten vom chinesischen Nachrichtenportal Yicai Global für Akku-Erfinder und jetzigen Kritiker Wittingham nur noch eine Möglichkeit: Er ruft die Industrie auf, Lithium-Ionen-Akkus zu recyclen. Es sei die einzige Strategie, die Produktion von E-Autos in Zukunft aufrechterhalten zu können.

Der Rohstoffmarkt stellt sich spätestens seit Mitte 2021 als ein großes Problemfeld der E-Auto-Industrie dar: „Der Markt muss sich möglicherweise auf eine Phase steigender Preise für Batteriezellen einstellen – ein neues Phänomen für eine Branche, die gewohnt ist, von Jahr zu Jahr sinkende Preise zu erwarten“, erfasste der Geschäftsführer von Benchmark Mineral Intelligence (BMI) das Problem gegenüber Nachrichtenagentur Reuters zusammen.

Vielleicht wäre der Brennstoffmotor, den gerade ein deutsches Unternehmen revolutioniert*, eine Lösung auf dem Weg in die Verbrenner-freie Zukunft. Hoffnung machen zudem die von Steven Chu angestoßenen Forschungen: Womöglich käme für die Produktion auch Graphit und Silizium in Betracht. Im allerbesten Fall bleibt die Katastrophe für die Mobilitätswende also vielleicht doch aus. *kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.  

Rubriklistenbild: © IMAGO / Zoonar

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