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„Eine Tragödie“: Gestrandeter Delfin wird von Touristen zu Tode geritten

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Von: Ulrike Hagen

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Schlimme Szenen am Strand: Ein krankes, gestrandetes Delfinweibchen stirbt, nachdem Menschenmassen das Tier bedrängen und quälen. Retter sind entsetzt.

Quintana/Texas – Delfine gehören zu den majestätischsten und intelligentesten Meeresbewohnern. Sie gelten als freundliche, zugängliche Tiere – und werden darum oft genug in Shows oder beim „Schwimmen mit Delfinen“ regelrecht verheizt. Dass vor allem wild lebende Exemplare auf diese Bedrängung von Menschen mit schlimmstem Stress reagieren, der sie sogar umbringen kann, zeigt ein furchtbares Szenario, das sich vergangene Woche an einem Strand in den USA abspielte.

Wildtier-Rettungsdienst:Texas Marine Mammal Stranding Network
Sitz:Galveston, Texas, USA
Gründung:1980
Forschungsleiterin:Sarah Piwetz

Grausame Szenen: Gestrandeter Delfin stirbt elendig, weil Menschenmassen ihn reiten

Wie das „Texas Marine Mammal Stranding Network“, TMMSN, ein Netzwerk für gestrandete Meeressäuger in Texas, auf seiner Facebook-Seite berichtet, wurde ein Delfinweibchen am Sonntag am Quintana Beach in Texas angespült. Der Meeressäuger ist krank und verzweifelt – und seine Situation verschlimmert sich weiter dramatisch, als schnell Massen von Touristen zusammenströmen und sich um das gestrandete Tier drängen.

Ein toter Delfin liegt in der Brandung an einem Strand.
Ein krankes, gestrandetes Delfinweibchen stirbt, nachdem eine Menschenmenge das Tier ins Meer zurücktreibt und sprichwörtlich zu Tode reitet. (Symbolbild) © Aleksei Ivanov/Imago

Strandbesucher stoßen das geschwächte Tier ins Meer und versuchen, auf ihm zu reiten

Den Berichten zufolge trieben die Strandbesucher das geschwächte Weibchen gemeinsam zurück ins Meer, um dort auf ihm zu schwimmen und es zu reiten. Immer wieder wurde der verzweifelte Delfin ins Meer zurückgestoßen, und zahllose Menschen versuchten, mit dem hilflosen, kranken Meeressäuger „Spaß“ zu haben, Selfies zu machen und sich auf das Tier zu setzen. 

Gestrandetes Delfinweibchen wird zu Tode bedrängt – und stirbt, bevor Retter eintreffen

„Sie strandete schließlich und wurde von der Menschenmenge am Strand weiter bedrängt, wo sie später starb, bevor die Retter vor Ort eintreffen konnten“, so der Wildtier-Rettungsdienst TMMSN. Wie „CBN News“ berichtet, ruft eine Person am Strand schließlich den Quintana Beach County Park um Hilfe, doch da war es bereits zu spät. Das Tier war verendet. Der Park nannte den Vorfall eine „Tragödie“.

Fotos statt Mitgefühl: Strandbesucher machen Selfies mit dem schon sterbenden Delfin

Das „Texas Marine Mammal Stranding Network“ teilt die herzzerreißende Geschichte wenig später mit der Mahnung: „Diese Art der Belästigung verursacht unangemessenen Stress für wilde Delfine, ist gefährlich für die Menschen, die mit ihnen interagieren, ist illegal – und wird bei Verurteilung mit Geld- und Gefängnisstrafen geahndet“, so das Meeressäuger-Rettungsnetzwerk auf Facebook.

Meeressäuger-Schutzorganisation mahnt: „Laut gegen solche Grausamkeiten aussprechen“

Weiter heißt es: „Bitte teilt diese Geschichte, um uns daran zu erinnern, dass wir Tiere schützen und uns laut gegen solche Grausamkeiten aussprechen müssen. Wir müssen Wildtiere respektieren und ihnen helfen, wenn sie Hilfe brauchen, anstatt nur an ein tolles Fotomotiv zu denken.“ Zahlreiche Strandbesucher hatten sich für Selfies auch noch an das sterbende Tier gedrängt, anstatt Hilfe zu holen. Dabei gehen inzwischen sogar Reisevermittler mit gutem Beispiel voran: Selbst Expedia schmeißt Delfin- und Walshows aus seinen Programmen heraus. * kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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