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Brandneuer Tesla heizt nicht – Familie erfriert fast in E-Auto

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Von: Christian Einfeldt

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Ein kanadischer Tesla-Fahrer berichtet von einer „schrecklichen Erfahrung“, als bei Minus 40 Grad die Heizung ausfällt. Und das trotz mehrfacher Reparaturen.

Calgary, Canada – Glatte Straßen, die das Fahren erschweren oder Eisschichten am Morgen, die erstmal von den Scheiben befreit werden müssen: Der Winter stellt Autofahrerinnen und Autofahrer vor großen Herausforderungen. Wer ein E-Auto fährt, kann es bei niedrigen Temperaturen jedoch besonders schwer haben: Auch wenn ein Winter-E-Auto-Check zur Reichweite aktuell überrascht*, ist es nicht selten, dass die winterliche Kälte Elektroautos lahmlegt*, weil sie die Reichweite beeinflusst. Doch nicht nur das: Hält man sich in Gebieten auf, wo Minusgrade herrschen, kann es für die Fahrenden eines E-Autos lebensgefährlich werden: Zwei Fahrer berichten, wie sie in ihrem Tesla fast erfroren wären. Die Heizung streikte – bei Minus 40 Grad.

Autohersteller:Tesla, Inc.
Gründung:1. Juli 2003, San Carlos, Kalifornien, Vereinigte Staaten
CEO:Elon Musk (Okt. 2008–)
Hauptsitz:Austin, Texas, Vereinigte Staaten

Brandneu, aber keine Heizung: Familie erfriert fast in E-Auto von Tesla

Unter Berufung des Online-Portals Autoevolution berichtet efahrer.chip.de von unfassbaren Szenen: E-Auto-Fahrer eines Tesla-Modells schildern ihre Erlebnisse, wenn das elektrisch-betriebene Fahrzeug auf niedrige Temperaturen trifft. Eines ist klar: Es empfiehlt sich, genügend Decken eingepackt zu haben. Diese Erkenntnis dürfte nun auch ein E-Auto-Fahrer haben, der gegenüber Autoevolution nur anonym die Geschehnisse im kanadischen Calgary schildern wollte.

Hersteller Tesla hätte ihm im Vorfeld versichert, dass das E-Auto-Modell auch mit Kälte hervorragend klarkäme. Wenig später, im Januar 2021, versagte dann aber die Wärmepumpe des Teslas. Das größte Problem in einem Satz zusammengefasst: „Wir hatten keine Wärme in der Fahrerkabine, es sei denn, der Wagen stand oder war an die Steckdose angeschlossen“.

Trotz aller anfänglichen Zuversicht ist es für den Besitzer nur der Anfang einer langen Odyssee. Dass es oftmals weit und breit keine Lademöglichkeiten für E-Autos gibt*, ist enttäuschend, aber in den meisten Fällen nicht gefährlich. Auch die eher bittere Tatsache, dass ein E-Auto von VW 13 Stunden für 650 Kilometer braucht – und das auch nur bei ausgeschalteter Heizung*, geht schon in eher in Richtung Gefahr für die Gesundheit. Im Falle des Tesla-Fahrers in Kanada wurde es jedoch schlagartig lebensgefährlich.

Ein Tesla-E-Auto wird geladen.
Nachdem die Heizung seines Elektroautos von Tesla ausgefallen war, berichtet ein Fahrer von einer „schrecklichen Erfahrung“. (Symbolbild) © IMAGO / MiS

Elektroauto von Tesla mit Problemen bei Minusgraden: Heizung fällt trotz Reparaturen aus

Mitte Februar sei das E-Auto erst repariert worden. Vier Wochen habe das gedauert. Nach Berichten des betroffenen Tesla-Fahrers wurde die Pumpe ausgetauscht und stattdessen das Substitut namens „Super Manifold“ eingesetzt. „Das Auto schien repariert, aber der schlimmste Winter war Mitte März vorbei“, berichtet der Tesla-Fahrer. Er verließ sich also auf die Funktionalität, die er mangels Kälte nicht hatte testen können. Es brauchte aber natürlich nicht lange, bis der nächste Winter kam – und damit wieder Problem-Saison für den Tesla. Laut efahrer.chip.de erforderten die Sensoren im Heizungssystem einen Austausch. Nochmals ging der Besitzer in die Werkstatt.

Ähnlich wie im Falle eines Mannes, der, nachdem sein E-Auto abgebrannt war, General Motors 12.000 Euro zahlen sollte*, stellte sich der Werkstatt-Besuch gewissermaßen als trügerisch heraus. „Diese Arbeit wurde in der dritten Dezemberwoche durchgeführt, dem frühesten Zeitpunkt, an dem ich die 450 Kilometer zu meinem Service-Center fahren konnte. In den ersten Tagen, als wir unterwegs in den Weihnachtsurlaub waren, schien alles in Ordnung zu sein“, sagte der Tesla-Fahrer. Doch da gab es ja noch den Rückweg. Und da ging alles schief.

Zwischenzeitlich hätten Thermometer Minus 30 Grad Celsius angezeigt und es wurde einfach nicht warm. Was die Geschichte noch dramatischer macht: Das nächste „für Tesla zugelassenen Abschleppunternehmen“ war sehr weit entfernt, von da würde keine Hilfe kommen. Der Notfallplan des Tesla-Fahrers war dann: „Dann rufen wir den Pannendienst an und bekommen wieder Hilfe.“ Die hoffnungsvolle Einschätzung musste er schnell revidieren.

Tesla-Fahrer muss Minustemperaturen ohne Heizung aushalten: „Es war eine schreckliche Erfahrung“

Wie efahrer.chip.de berichtet, hielt seine Familie die Kälte nur dank geeigneter Kleidung sowie Hand- und Fußwärmern aus. Dennoch klagte das neunjährige Kind über anhaltende Schmerzen. Der Tesla fahrende Familienvater konstatiert bitter: „Es war eine schreckliche Erfahrung, und ich habe mir geschworen, sie nie wieder zu machen“. Erneut brachte er den Elektrowagen zur Reparatur: Zwischen dem 31. Dezember und 6. Januar 2022 wurde das Fahrzeug beim Tesla-Service-Center im kanadischen Saskatoon beobachtet. Nachdem einige Ventile und Leitungen ausgetauscht wurden, fuhr das E-Auto auch erstmal wieder mit Heizung.

Von einer reibungslosen Reparatur kann jedoch nicht die Rede sein. Zwischenzeitlich hieß es erneut, dass „keine Innenraumheizung“ vorhanden sei. Auch eine Überholung des Wärmepumpensystems sei erneut nötig gewesen. Das Fazit der langen Odyssee könnte seitens des E-Auto-Fahrers natürlich kaum ernüchternder sein:

Ich bin kein Ingenieur oder Experte, aber nach meiner begrenzten Erfahrung glaube ich, dass diese Autos grundlegende Konstruktionsfehler haben, wenn es um extrem kalte Klimazonen geht.

Betroffener eines E-Auto-Schadens

„Zumindest sollte in Autos, die für kalte Klimazonen geeignet sind, ein zusätzliches Heizsystem eingebaut werden, um solche lebensbedrohlichen Situationen zu vermeiden, in die meine Familie und ich geraten sind“, sagt der betroffene Tesla-Fahrer. In seinem Heimatort Saskatchewan hätten weitere Menschen über Probleme mit der Wärmepumpe geklagt. Portal efahrer.chip.de zitiert noch einen weiteren Fall einer E-Auto-Fahrt, bei der bei Minus 40 Grad die Tesla-Heizung ausfiel. Den Frust versteht da sicher nicht nur der Mann, der seinen Tesla aus Frust über hohe Temperaturkosten in die Luft sprengte.

Elektroauto: Tesla setzt auf Software-Updates, damit nicht nochmal Heizung bei Minus 40 Grad ausfällt

Es sind Umstände, die schnell fatale Folgen bedingen können. Nichtsdestotrotz handelt es sich um Einzelfälle – dies bewiesen nach Angaben von efahrer.chip.de gleich mehrere Institutionen. Zufolge des Recherchezentrums Correctiv bietet sogar ein halbvoller Akku ohne Probleme stunden- bis tagelange Wärme, jedenfalls, wenn das E-Auto steht.

Dass es sich bei den Fällen, die bei Minusgrade von 30 bis 40 Grad Celsius ohne Heizung auskommen mussten, um „grundlegende Konstruktionsfehler“ bei E-Autos handelt, ist auszuschließen. Zukünftige Software-Updates sollen Sorge tragen, dass sich die gefährlichen Geschehnisse auch beim Tesla-Modell nicht ein weiteres Mal wiederholen. *kreiszeitung.de und 24auto.de ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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