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„Billige China-Reifen“: Russlands Panzer versinken haufenweise im Matsch

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Von: Yannick Hanke

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Im Ukraine-Krieg bleiben immer mehr russische Panzer im Matsch stecken, der Grund: Billige Reifen aus China. Die sollen korrupte Generäle gekauft haben.

Moskau – Bis in den Matsch und nicht weiter – mit dieser Realität sahen und sehen sich Russlands Soldaten im Ukraine-Krieg immer wieder konfrontiert. Die Panzer der Armee von Russlands Präsident Wladimir Putin bleiben im Matsch stecken, doch wie kann das sein? Anscheinend haben korrupte Offiziere Geld bei der Bereifung eingespart und dieses lieber in die eigene Tasche gesteckt. Die Alternative: günstige Reifen aus China.

Russlands Panzer bleiben im Matsch stecken – weil korrupte Generäle billige Reifen aus China gekauft haben

Wie die „Daily Mail“ berichtet, sind sich Experten aus dem Westen einig: die schlechte Qualität ihrer Reifen stellt russische Fahrzeuge im speziellen Terrain immer wieder vor neue Herausforderungen. Wenn Panzer, die den Russen im großen Stil von ukrainischen Bauern abgezockt werden, oder bewaffnete Trucks abseits der Straßen fahren, bleiben sie oft im Matsch stecken. Dies führt zu der Annahme, dass Exporte aus China ein entscheidender Faktor bei der ins Stocken geratenen Invasion Russlands in der Ukraine sein sollen.

Ein Soldat steht am 29.03.2022 vor einem Schützenpanzer. Bei einem Raketenangriff auf den Sitz der Regionalregierung in der Südukraine gelegenen Stadt Mykolajiw sind mehrere Menschen ums Leben gekommen.
Russlands Panzer im Ukraine-Krieg, oft gekennzeichnet durch das „Z“-Symbol, sollen mit billigen Reifen aus China versehen sein. Deswegen stellt nasser oder unebener Grund die Panzer immer wieder vor Herausforderungen. (Archivbild) © Louai Barakat/dpa

„Russlands Generäle sind notorisch korrupt“, heißt es in der „New Zealand Times“. Der Großteil des Verteidigungsetats von Russland würde gar auf mehreren Ebenen abgeschöpft werden. Die Folge: seine teuren, bewaffneten Fahrzeuge kann das Land nur mit billigen Reifen versehen. Das würde oft nicht zusammenpassen. Zu geizen scheint Russland aber auch bei der Versorgung seiner Truppen. Ukrainer konnten der russischen Armee nämlich eine ganze Feldküche abzocken – und waren sehr irritiert über deren „Inhalt“: „Schäbige Armee, schäbiges Essen“, hieß es dazu bereits.

China-Reifen für Russlands Panzer kosten deutlich weniger als vergleichbares Produkt von Michelin

Zur Einordnung zieht die „Daily Mail“ den selbsternannten „Reifen-Experten“ Karl Muth zurate, der an der Universität Chicago lehrt. Für ihn ist klar „Russland muss billige Reifen aus China kaufen – und die funktionieren einfach nicht“. Er benennt das Modell der chinesischen Reifen sogar genau: Yellow Sea YS20 – Reifen mit deutlich schlechterer Qualität als Markenreifen. Ein Set von 50 Reifen der Marke Michelin XZL würde im Einzelhandel rund 36.000 US-Dollar kosten. Demgegenüber stünden 50 Sets vom chinesischen Reifen-Äquivalent, die nur 208 US-Dollar kosten.

Eine billige Wartung der Fahrzeuge aus Russland soll zudem der Grund sein, warum der Angriffskrieg von Wladimir Putin immer wieder ins Stocken geraten ist. Schließlich reißen Reifen oftmals, wenn sie monatelang direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind. Dies würde auch die hohe Anzahl verlassener, russischer Fahrzeuge erklären, von denen Ukrainer in verschiedenen Teilen ihres Landes immer wieder berichten. Das Kriegsgerät ist offenbar Schrott, russische Truppen lassen es unterwegs einfach stehen.

Russlands Panzer wegen schlechten Reifen vor Herausforderungen in der Ukraine: Schlamm, Matsch und Nässe als „Gegner“

Aus Furcht vor möglichen Reifenschäden könnte die russische Armee deswegen dazu gezwungen sein, auf den Straßen zu bleiben. Denn andernfalls würde sie riskieren, ihre gepanzerten Fahrzeuge schlicht im Schlamm und Dreck aufgeben zu müssen. Der Boden der Krim und in der Südukraine ist trockener als im Rest des Landes. Zudem stellt das Gelände an sich nur ein geringes Risiko für das russische Militär dar.

Demgegenüber stehen aber andere klimatische Bedingungen im Rest der Ukraine, wo ein Helden-Hund bereits hunderte russische Landminen aufgespürt hat. Die Rede ist von Nässe, die Russlands Armee vor große Herausforderungen stellt. Grundsätzlich ist es Russlands Bestreben, weiter in die Donbass-Region in der Ostukraine vorzudringen. Und zwar in der Annahme, seine Stellung im Land zu festigen und sich in letztendlich in eine stärkere Verhandlungsposition zu manövrieren.

Russlands Oligarchen nagen am „Hungertuch“: Abramowitsch muss Freunde anpumpen, Fridman klagt über „karges“ Taschengeld

Indes häufen sich die Geschichten über russische Oligarchen, denen das Vermögen eingefroren wurde und die über ihren neuen Lebensstandard klagen. Da ist zum einen Chelsea-Besitzer Roman Abramowitsch, der seine reichen Freunde um Geld anbetteln muss. Zum anderen lamentiert der russische Oligarch Michail Fridman, „nur“ noch 3.000 Euro Taschengeld im Monat zur Verfügung zu haben. Probleme, von denen andere Menschen wahrlich nur träumen können – und von 3000 Euro bekommt man immerhin eine Menge chinesischer Billigreifen.

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