Guerilla-Rettungsaktion

Bei Nacht und Nebel: Hamburger Grüne „entführt“ Hühner von Bauernhof

Hühnerrettung bei Nacht und Nebel. Eine Hamburger Grünen-Politikerin bewahrt Hunderte Legehennen vor einem frühen Ende als Suppenwürfel.

Hamburg – Das lief definitiv besser als die katastrophal versemmelte Tierrettung einer Veganerin, bei der 16 Hasen befreit wurden, aber 90 getötet. Lisa Marie Otte, Grünen-Abgeordnete in der Hamburger Bürgerschaft, hat in einer Nacht-und-Nebel-Aktion 810 Legehennen vor dem sicheren Suppentod bewahrt, wie sie auf ihrer Facebook-Seite verkündet. Gemeinsam mit Dutzenden Freunden des Tierschutzvereins „Rettet das Huhn e.V.“, hat die 39-Jährige das gerade mal anderthalb Jahre alte Federvieh auf einem niedersächsischen Bauernhof eingesammelt, um ihnen einen friedvollen Lebensabend in Freiheit zu ermöglichen, statt als Suppenwürfel zu enden.

Abgeordnete in der Hamburgischen Bürgerschaft:Lisa Marie Otte (Grüne)
Geboren:21. Dezember 1982
Engagements: Greenpeace, Vier Pfoten (Kampaignerin)
Funktion:Sprecherin für Tierschutz, Mitglied in den Ausschüssen für Justiz, Kultur und Europa

Hamburger Grüne rettet 820 Hühner vor dem Suppentopf

„Über 800 Legehennen gerettet!“, schreibt die Sprecherin für Tierschutz der Grünen, deren Bundesvorsitzende und Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock jüngst wegen der Abschaffung der Witwenrente von Trollen attackiert wurde. „Dieser Einsatz heute Nacht mit ,Rettet das Huhn e.V.´war zutiefst beeindruckend“, schreibt Otte weiter, „die Hennen werden normalerweise nach etwa einem Jahr als Eier-Produzentinnen alle getötet und zu Suppenpulver, Brühwürfeln oder Hundefutter gemacht. Im Alter von gerade mal 1,5 Jahren bringen sie im Durchschnitt nicht mehr die gewünschte Legeleistung und gelten quasi als Abfall.“

Heldenhafter Einsatz: Lisa Marie Otte (Bündnis 90/Die Grünen) und „Rettet das Huhn e.V.“ bewahren über 800 Legehennen vor dem sicheren Tod. (24hamburg.de-Montage)

Hühner-Rettung: Bei Nacht und Neben trafen sich Dutzende Tierfreunde, um Hunderte Hennen zu „entführen“

Gegen vier Uhr, also mitten in der Nacht, traf sie sich vergangenes Wochenende gemeinsam mit Dutzenden von Tierfreunden auf dem Bauernhof in Niedersachsen. Der Einsatz fand aber nicht etwa nachts statt, weil er illegal war (das war er nämlich nicht) – sondern, um die Tiere nicht unnötig zu stressen. Aber ein einschneidendes Erlebnis bleibt es für die geretteten Hühner dennoch. Sind sie doch am Ende ihrer Legehennen-Karriere angekommen und nicht mehr ökonomisch lohnenswert. Doch statt getötet und zu Hühnerinstantprodukt, Brühwürfel oder Tierfutter verarbeitet zu werden, blüht ihnen Dank der Aktion nun der zweite Frühling in Freiheit.

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Grünen-Politikerin zur Hühner-Rettung: „Gute Politik kann man nicht am Schreibtisch machen“

 „Ich mache heute hier bei der Hühnerrettung mit, weil man gute Politik nicht am Schreibtisch machen kann“, erklärt die Abgeordnete der Bürgerschaft der Hansestadt Hamburg gegenüber „NonstopNews“ – und trägt selbst eine gerettete Henne mit Fußverletzung zu der bereitstehenden Tierärztin. „Wir haben heute über 800 Hennen gerettet, die nach etwa einem Jahr Arbeit als Eier-Produzentinnen schon ausgemustert und zu Brühwürfeln gemacht werden sollten. Der Verein ,Rettet das Huhn‘ gibt ihnen eine zweite Chance: bei Menschen mit Gärten und in Freiheit! Hühner sind toll!“, schwärmt Otte.

Verein hat inzwischen über 100.000 Hennen gerettet und an „Adoptivfamilien“ vermittelt

Der Verein ,Rettet das Huhn e.V.´ hat nach eigenen Angaben so seit Ende 2007 schon über 105.000 Hennen aus der Massentierhaltung befreit und an tierliebe Menschen vermittelt, die diesen Tieren ein artgerechtes, erfülltes Hühneraltersleben schenken möchten. Die kooperierenden Landwirte wiederum profitieren, da sie der Abtransport der ausgemusterten Hennen mehr kosten würde als die Abgabe an die neuen „Adoptivfamilien“. Das Federvieh hat also eine glückliche Zukunft vor sich wie die Tierheim-Hündin, die sich so lange an einen Reporter kuschelte, bis er sie adoptierte.

Gerettete Legehennen aus Niedersachsen dürfen nun ihren Lebensabend als Haustiere verbringen

Im Netz bekommt Lisa Marie Otte sowie die ganze Rettungs-Aktion Zuspruch von allen Seiten: „Danke, Lisa! Es geht ja nicht nur um die aktuell geretteten Hühner, sondern auch um die Offenlegung der ständigen Tierquälerei“, heißt es etwa. Die 820 geretteten Legehennen leben nun übrigens in Hamburg und im Umland der Hansestadt. Mal allein, mal zu zweit, mal in der ganzen Schar. Aber alle in sicherer Entfernung zum Suppentopf.  *24hamburg.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Lisa Marie Otte/Facebook

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