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Viele Elektroautos sind nicht nachhaltig – Batterie-Pass soll das ändern

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Von: Bjarne Kommnick

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Elektroautos sind die umweltfreundliche Zukunft, doch noch sind viele Modelle alles andere als nachhaltig. Ein Batterie-Pass könnte das bald ändern.

Brüssel – Eigentlich sollen Elektroautos die umweltfreundliche Verbrenner-Alternative der Zukunft sein, bereits der verstorbene Astrophysiker Stephen Hawking prophezeite eine goldene Ära der Elektroautos. Doch in der Realität sind viele E-Autos alles andere als nachhaltig. Deshalb will die Europäische-Union und die Bundesregierung den sogenannten „Batterie-Pass“ für Elektroautos einführen, um Hersteller und Verbraucher künftig dazu zu bewegen, E-Auto-Modelle grüner zu produzieren und zu fahren, wie ingenieur.de berichtet.

Elektroautos oft nicht nachhaltig: Was ist der Batterie-Pass fürs E-Auto?

Doch was ist der Batterie-Pass genau? Laut Plänen der EU soll er darüber Aufschluss geben, woher bei der Produktion von Elektroautos die Bestandteile stammen, beispielsweise soll der Batterie-Pass fürs E-Auto Informationen über die Gewinnung von Lithium, Nickel und Kobalt liefern. Denn in der Realität sei die Gewinnung dieser Rohstoffe aufgrund von miserablen Arbeitsbedingungen noch immer Teil einer Branche, die von Nachhaltigkeit kaum weiter entfernt sein könnte. Ohnehin sollen der Elektroauto-Produktion laut Experten bald die Rohstoffe ausgehen, die Rede ist nur noch von „wenigen Jahren“.

Elektroautos häufig noch nicht nachhaltig, Batterie-Pass soll das ändern.
Mehr Schein als sein: Elektroautos sollen nachhaltig sein, sind es oft aber noch nicht. © dpa/Julian Stratenschulte

Immer wieder wird von Todesfällen, Krankheiten, Unterbezahlung und sogar Sklaverei im Zusammenhang mit der Gewinnung von Ressourcen für Elektroautos berichtet. Der „Batterie-Pass“ soll den Weg und die Lieferketten der Elektroautos transparent offen legen und das Bewusstsein der Gesellschaft stärken. „Die europäische Batterie-Produktion kann nur erfolgreich sein, wenn sie in möglichst allen Bereichen auf Nachhaltigkeit setzt“, erklärte der Grünen-Politiker Michael Kellner, Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium.

Batterie-Pass für „beste Umwelt-, Klima- und soziale Bedingungen“ bei Elektroauto-Produktion

Mit dem Batterie-Pass für das Elektroauto sollen laut Kellner „beste Umwelt-, Klima- und soziale Bedingungen bei der Produktion von Batterien“ gewährleistet werden. „Mit dem digitalen Batteriepass kommen wir diesen Zielen ein großes Stück näher“, so Kellner. Der Pass würde unter anderem wichtige Daten wie den Klima-Fußabdruck oder Informationen zur Rohstoffgewinnung bündeln, die unter den Wirtschaftsakteuren einfach ausgetauscht werden könnten: „Ebenfalls lässt sich so gut erkennen, wie sich Batterien reparieren und recyceln lassen.“

Zudem würde der Batterie-Pass Auskunft darüber geben, wie viel CO2 ein Elektroauto verursachen würden und Informationen über den Lebenszyklus des Fahrzeuges liefern, also den Stand der Nutzung. Zuletzt kündigte Tesla an, eine Batterie mit 100 Jahren Lebensdauer produzieren zu wollen. Einen Pass in Papierform wie bei einem Führerschein oder Personalausweis werde es jedoch nicht geben. Stattdessen sollen die Informationen auf einer digitalen Datenbank gesammelt werden.

Der Weg zu nachhaltigen Elektroautos: Wann soll der Batterie-Pass kommen?

Die Bundesregierung bezuschusse die Pläne der EU mit acht Millionen Euro. Als möglicher Startzeitpunkt stehe bisher Anfang 2026 im Raum. Der Batterie-Pass soll die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit mehr auf Nachhaltigkeit lenken, mit dem Batterie-Pass könnte dann der erste Digitale Produktpass auf europäischer Ebene eingeführt werden. In Zukunft sollen demnach auch andere Produkte mit einem ähnlichen Pass versehen werden, um Umwelt- und Sozialstandards zu garantiere.

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