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E-Auto soll 15.000 Kilometer ohne Ladestopp fahren: dank Solarplane 

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Von: Jan-Frederik Wendt

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Forscher testen einen alternativen Antrieb für E-Autos: Solarpaneele aus dem Drucker. Ein Auto soll nun Tausende Kilometer nur mit Sonnenenergie fahren.

Newcastle/Australien – Angesichts der Tatsache, dass die Elektro-Mobilität von Langstreckentauglichkeit noch weit entfernt ist – wie ein Vergleichstest zuletzt zeigte, schafft kein E-Auto mehr als 440 Kilometer am Stück bei Tempo 130 – klingt das Projekt eines Forscherteams aus Australien extrem gewagt: Ohne Stopp an der Ladestation wollen sie per Tesla auf 15.000 Kilometern den Kontinent umrunden. Ausschließlich mit Strom aus Solarpaneelen, die aus dem Drucker kommen.

Land und Kontinent:Australien
Hauptstadt:Canberra
Einwohner:26 Millionen
Regierungschef:Premierminister Scott Morrison
Währung:Australische Dollar

E-Auto fährt 15.000 Kilometer ohne Stopp an der Ladestation: mit Solarzellen aus dem Drucker

Im Rahmen des Projekts „Charge Around Australia“, das auf das Thema Klimawandel und die Notwendigkeit des Ausbaus erneuerbarer Energien aufmerksam machen soll, wird ein E-Auto des Herstellers Tesla mit 18 gedruckten Kunststoffsolarzellen ausgestattet, die den Wagen antreiben sollen. Die 84-tägige Fahrt ist für September geplant. Ein ehrgeiziges Projekt – gerade erst brauchte ein E-Auto von VW für 650 Kilometer 13 Stunden – ohne Heizung. Die Paneele sind jeweils 18 Meter lang und sollen neben dem Fahrzeug ausgerollt werden, wenn das Auto aufgeladen werden muss.

Tesla fährt mit Solarpaneelen aus dem Drucker: 84 Tage durch Australien ohne Ladestopp

Spannend: Die Solarmodule werden nicht etwa von einem hoch spezialisierten Drucker ausgespuckt, sondern stammen aus einem Gerät, das normalerweise „nur“ Etiketten für Weinflaschen herstellt. Das senkt die Kosten für die Paneele auf weniger als zehn Dollar pro Quadratmeter, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Laut Angaben der Universität Newcastle wollen die Wissenschaftler nicht nur die Haltbarkeit der Paneele erforschen, sondern auch deren mögliche Leistung für andere Anwendungen, so Paul Dastoor, der Erfinder der gedruckten Solarpaneele am Forschungszentrum für organische Elektronik laut dem „Spiegel“.

15.000 Kilometer Reichweite: Paul Dastoor und ein Forschungsteam erfinden druckbare Solarpaneele, die E-Autos antreiben sollen
15.000 Kilometer Reichweite: Paul Dastoor und ein Forschungsteam erfinden druckbare Solarpaneele, die E-Autos antreiben sollen. © Tesla/Ingo Wagner/Armin Weigel/dpa/imago/Montage

„Dies ist ein idealer Prüfstand, der uns Aufschluss darüber gibt, wie wir die Technologie an anderen abgelegenen Orten einsetzen können, zum Beispiel im Weltraum“, zitiert das Nachrichtenmagazin den Forscher. Die Solarpaneele sollen dem gängigen Reichweiten-Nerv, den viele Stromer-Fahrer kennen – E-Auto gekauft – weit und breit keine Ladestation – ein Ende machen, ähnlich wie das von Deutschen Forschern entwickelte Wasserstoff-Hybrid-Auto mit 1.000 km Reichweite.

Solarpaneele zum Laden von E-Auto bestehen aus leichtem Kunststoff – einfach transportierbar

Die Solarpaneele bestehen aus einem leichten und flexiblen, laminierten PET-Kunststoff, nicht um gewöhnliche, starre Solarzellen, wie sie heutzutage auf Dächern zu finden sind, und auch für die Solardächer über Autobahnen, mit denen Schweiz neue Energiegewinnung startet, verwendet werden. 

E-Auto: Experiment für nahezu endlose Reichweite für günstiges Geld

Laut den Wissenschaftlern seien diese mit „Solarfarbe“ beschichteten Paneele nicht nur extrem viel günstiger als Silizium-Solaranlagen. Darüber hinaus hätten die gedruckten Solarpaneele einen weiteren Vorteil: Die Zellen könnten bereits bei niedrigen Lichtstärken mehr Strom produzieren als die herkömmlichen Solarzellen auf Siliziumbasis.

Einfach mit Sonnenenergie laden: E-Auto-Fahrern soll Reichweitenangst genommen werden

Wie praktisch das Ausrollen der insgesamt 18 Solarpaneele zum Laden der Batterie sei, müsse sich noch zeigen. Dastoor zufolge geht es bei dem Experiment vor allem darum, ein Signal auszusenden und einen Anstoß zu geben, über alternative Antriebe von E-Autos nachzudenken. Im besten Falle könne der Versuch dazu beitragen, die „Reichweitenangst“ der Menschen zu verringern, berichtet der „Spiegel“.

„Die Gesellschaft sucht nach dieser Art von Antworten auf die Probleme, mit denen sie tagtäglich im Zusammenhang mit dem Klimawandel konfrontiert wird“, zitiert das Nachrichtenmagazin den Forscher. Und nicht nur Klimaaspekte, auch die anhaltende Energie-Krise bringt alternative E-Auto-Antriebe wie Wasserstoff nach vorn.

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