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19-jähriger Autist läuft 160-Kilometer-Marathon – als jüngster Teilnehmer aller Zeiten

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Von: Bjarne Kommnick

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Zach Bates will einen Ultra-Marathon laufen, bevor er 20 Jahre wird. Der autistische Junge erreicht sein hochgestecktes Ziel – als jüngster Teilnehmer aller Zeiten.

Phoenix – Zach Bates aus Phoenix im US-Bundesstaat Arizona hat Unfassbares geleistet. Der junge US-Amerikaner, bei dem im Alter von vier Jahren Autismus diagnostiziert wurde, hat den sogenannten „Coldwater Rumble 100-Meilen-Ultramarathon“ gemeistert und ist mit 19 Jahren der jüngste Absolvent in der Geschichte dieses Rennens geworden. Damit begeistert er seine Fans auf Social Media, doch seine Mutter Rana stellt eines klar: Zach bringe diese erstaunliche Leistung nicht „obwohl“, sondern „weil“ er Autismus hat.

Stadt:Phoenix
Fläche:1.338 km²
Bevölkerung:1,658 Millionen
Höhe:331 m

19-jähriger Autist macht seinen Lebens-Traum wahr: Er läuft einen 160-Kilometer-Ultramarathon

Dabei ist Bates noch gar nicht lange in dieser Sportart aktiv. Nicht mal ein Jahr vor dem 100-Meilen-Ultramarathon hat er sich das Ziel überhaupt erst gesetzt, mit dem Laufen anzufangen. Alles begann auf der Abschlussfeier seiner Highschool. Seine Mutter erklärt gegenüber CCN: „In der Abschlussnacht ist er zu uns gekommen und sagte: ‚Hey, ich möchte vor meinem 20. Geburtstag ein 100-Meilen-Rennen laufen‘, was ungefähr acht Monate nach diesem Datum war. Und ich dachte: ‚Oh, das ist viel‘“.

Zach Bates beim 160-Kilometer-Lauf.
Riesige Leistung: Der autistische Zach Bates hat einen 160 Kilometer-Ultramarathon als jüngster Läufer aller Zeiten erfolgreich absolviert. © Rana Bates

Autist absolviert 100-Meilen-Rennen: Das harte Training wird zur Familienangelegenheit

Über seine Entscheidung, auf die 100 Meilen zu trainieren, sagt Bates: „Ich habe diese Wettkämpfe gesehen und fand sie dann wirklich cool und interessant, sie wirkten anders als andere Rennen. Das wollte ich versuchen.“ Doch für ihn und seine Familie sei der Sport noch Neuland gewesen. Dennoch hätten seine Mutter Rana und sein Vater Brian das Training zu einer Familienangelegenheit gemacht.

Eine Unterstützung, die in New Jersey ein Kind von unverhoffter Seite bekam: Polizisten mit Herz halfen einem autistischen Jungen. Auch eine Elfjährige in Nordmazedonien bekam prominenten Beistand: Weil sie gemobbt wurde, brachte der Präsident das Mädchen mit Down-Syndrom zur Schule.

Autist meistert Ultramarathon: „Bei Autismus gibt es diesen Hyperfokus“

Zach Bates‘ Mutter Rana berichtet: „Wir suchen Routen für ihn aus. Wir gehen als Familie voraus und wandern einen Weg, um sicherzustellen, dass er sicher ist.“ Zudem lesen sie gemeinsam Bücher über das Laufen, organisieren seine Ernährung und sorgen dafür, dass ihr Sohn die richtige Ausrüstung hat – wie beispielsweise eine Tracking-Uhr, die er bei langen Läufen trägt. So können sie ihn verfolgen und sich überzeugen, dass er auf dem richtigen Kurs ist. Ähnlich schöne Familienliebe gibt es auch bei einem Jungen, der aus Liebe zu seinem Bruder „zweimal um den Mond“ laufen will.

Dass Zach Autismus hat, sei laut seiner Mutter sogar der Grund dafür, dass er sein großes Ziel erreichen konnte: „Bei Autismus gibt es diesen Hyperfokus und wenn sie sich auf etwas konzentrieren, das sie lieben und das sie gerne tun möchten, bringt sie das so viel weiter, als andere es vielleicht erreichen könnten“, erklärt sie. Das erkannte auch ein Müllmann, der das Herz einer kleinen Autistin eroberte: „Du bist das Beste an meinem Tag!“.

Nach 28 Stunden läuft Zach beim Ultramarathon als 38. von 99 Startern ins Ziel

„Wenn wir unseren Kindern zuhören und ihnen erlauben, das zu tun, was sie tun wollen, und ihnen eine Unterstützung sind, werden Sie so überrascht sein, wo sie landen werden“, appelliert Mutter Rana. Im Falle ihres Sohnes zeigte sich diese Erziehung als äußerst erfolgreich. Den 100-Meilen-Ultramarathon, der in insgesamt fünf Etappen unterteilt ist, absolvierte Zach als 38. von 99 Läufern in einer Gesamtzeit von etwas mehr als 28 Stunden. Bemerkenswert: 33 Läufer hatten es gar nicht erst bis zum Ziel geschafft. Mit seiner Riesen-Leistung hat Zach es allen Zweiflern gezeigt.

Zwar ist sein 100-Meilen Ziel nun erreicht, aber Zach hat sich mittlerweile höhere Ziele gesetzt: „Ich habe den Cocodona-250 gesehen. Das ist ein 250-Meilen-Rennen, an das ich schon einmal gedacht habe“, erklärt Zach und ergänzt: „Es kann eine Weile dauern, bis ich versuche, dieses Rennen zu absolvieren. Es ist nicht nur 250 Meilen [ca. 402 km] lang, sondern hat auch nahezu 50.000 Fuß [ca. 15 km] Höhenunterschied!“.

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