Vom Winde verweht:

Biathlon-Einzel der Frauen abgesagt

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Miriam Gössner & Co. mussten am Mittwoch pausieren.

Östersund  - Herumfliegende Matten, abgeknickte Äste, chaotische Verhältnisse: Das Einzelrennen der Biathletinnen  im schwedischen Östersund ist aufgrund widriger Windbedingungen am Mittwoch abgesagt worden.

„Das wäre kein Lotteriespiel gewesen, aber vor allem im Wald können wir die Sicherheit der Athleten und Betreuer nicht gewährleisten“, sagte IBU-Renndirektor Franz Berger im ZDF.

Als erste Läuferin hatte sich die Russin Olga Saizewa schon auf ein Rennen unter schwierigsten Umständen eingestellt, ehe Berger seine Arme kreuzte und so den Start in letzter Sekunde abblies. „Das ist eine reine Sicherheitsentscheidung. Es ist viel zu gefährlich, und zu warten wäre sinnlos“, sagte Berger.

Unterstützung erhielt er bei seiner Entscheidung vom deutschen Frauentrainer Gerald Hönig. „Es war ja von vornherein schwierig, auch für die Jury, denn es geht ja um viel“, sagte der 55-Jährige nach der Absage. Aber es sei schlichtweg unglaubwürdig, unter diesen Bedingungen „einen fairen Wettkampf gewährleisten zu wollen. Und wenn schon gute Athleten nicht mehr in der Lage sind, die Scheiben zu treffen, dann ist das keine Werbung für Biathlon.“

Miriam Gössners Traum von einem Comeback rund sechs Monate nach ihrem schweren Unfall hatte sich indes bereits Stunden zuvor zerschlagen. Die 23-Jährige, die in ihrer zweiten Heimat Norwegen mit dem Rad gestürzt war und dabei unter anderem mehrere Brüche an der Lendenwirbelsäule erlitten hatte, wird wohl im Sprint und im Massenstart zum Gewehr greifen.

„Die Distanz ist einfach zu lang. Wir wollen nichts überstürzen und Miri behutsam heranführen. In den Rennen über die kurze Distanz wird sie es aber wahrscheinlich probieren“, sagte Bundestrainer Uwe Müssiggang dem SID. Zuvor hatte Hönig Gössners Trikot mit der Startnummer 90 im Wettkampf-Büro abgegeben und auf diese Weise den Verzicht bestätigt.

Sollte das Wetter am Donnerstag mitspielen, werden um 13.15 Uhr zunächst die Frauen in die Loipe gehen. Fortgesetzt wird der Weltcup in Zentralschweden dann mit dem kräftezehrenden Klassiker der Männer über 20 km (17.15 Uhr). Beste Chancen auf eine vordere Platzierung dürften aus deutscher Sicht dann Andreas Birnbacher (Schleching) und Arnd Peiffer (Clausthal-Zellerfeld) besitzen, für eine Überraschung könnte mit einer starken Schießleistung der Vorjahresdritte Erik Lesser (Frankenhain) sorgen.

SID

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