Deutscher Rekord soll fallen

Skiflug-König Freund peilt neue Bestmarke an

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Bereit zum Rekord-Flug: Severin Freund will seine Skisprung-Bestmarke von 237,5 Meter knacken.

Vikersund - Severin Freund hat die Disqualifikation beim Heim-Weltcup am vergangenen Sonntag abgehakt. Beim Skifliegen will der Weltmeister mit Topergebnissen Schwung für die nordische Ski-WM holen.

Nach der Gewichtspanne von Titisee-Neustadt ist Skiflug-König Severin Freund besonders heiß auf die WM-Generalprobe auf dem Monsterbakken in Vikersund. "Es wäre ja dämlich, dort nicht zu starten. Ich fühle mich frisch genug und habe Lust darauf", sagte der Weltmeister vor dem Doppel-Weltcup an diesem Wochenende.

Auf der Weltrekord-Schanze nimmt Freund eine neue deutsche Bestmarke ins Visier. Nach seinem Rekordflug auf 237,5 Meter am Kulm könnte es in Norwegen bei guten Bedingungen noch weiter gehen. An die Verbesserung des Weltrekordes von Johan Remen Evensen, der vor vier Jahren 246,5 Meter weit gesegelt war, denkt der Bayer allerdings nicht. "Damals waren die Anzüge noch anders geschnitten", meinte er.

In Abwesenheit von Weltcup-Spitzenreiter Stefan Kraft, der sich wie das gesamte Austria-Team gezielt auf die WM vorbereitet, kann Freund den durch seine Disqualifikation am vergangenen Sonntag eingebüßten Boden in der Gesamtwertung wieder gutmachen. Knapp 200 Punkte beträgt sein Rückstand - die würde er bei zwei Siegen herausholen.

Der Rückschlag von Titisee-Neustadt, wo er am Tag nach seinem 13. Weltcupsieg das für seine Skilänge vorgeschriebene Gewicht um 100 Gramm unterschritten hatte und disqualifiziert wurde, ist abgehakt. "Wir werden daraus lernen und schauen, dass uns so etwas nicht noch einmal passiert. Severin sollte sich generell 100 bis 200 Gramm mehr Luft lassen. Deshalb springt er keinen Zentimeter kürzer. Das ist die Konsequenz, die er daraus zieht", berichtete Horst Hüttel, Sportlicher Leiter Skisprung im Deutschen Skiverband (DSV).

Einen Nachteil für die WM, die mit der Entscheidung auf der kleinen Schanze beginnt, sieht Freund durch den Start auf der Riesenschanze nicht. "Die Umstellung ist nicht so tragisch", betonte er. Das sieht Bundestrainer Werner Schuster genauso. "Der Wechsel ist natürlich eine besondere Herausforderung, aber die Athleten sind da sehr flexibel", sagte er.

Schuster hat deshalb auch die WM-Fahrer Markus Eisenbichler, Marinus Kraus und Michael Neumayer nach Norwegen mitgenommen. "Diese vier Athleten bleiben im Wettkampfrhythmus, das Team freut sich auf das Fliegen", erklärte er. Lediglich Richard Freitag und Andreas Wellinger sind in der Heimat geblieben und absolvieren stattdessen ein Training in Oberstdorf.

Der Bundestrainer erhofft sich in Vikersund, wo die DSV-Adler 2012 bei der Skiflug-WM Silber im Team holten, den letzten Push für die am Donnerstag beginnende nordische Ski-WM. "Der Monsterbakken ist fantastisch zu fliegen - das kann unseren Aktiven noch einmal einen emotionalen Schub geben. Ich gehe davon aus, dass wir - gute und faire Bedingungen für alle vorausgesetzt - auch in Norwegen vorne mitmischen können", prophezeite Schuster und verkündete schon vor der Generalprobe: "Wir sind mit Blick auf die Weltmeisterschaften im Plan."

dpa

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