Schliernzauer siegt

Skispringen: Freitag bei Comeback Dritter

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Richard Freitag flog bei seinem Comeback nach zehnwöchiger Verletzungspause auf den dritten Platz.

Lillehammer - Skispringer Richard Freitag ist gleich bei seinem Comeback auf das Podest geflogen.

Richard Freitag streckte die Faust in den Himmel von Lillehammer, dann brüllte er seine Freude laut und deutlich hinaus. „Ich bin zurück!“, schrie der Sachse in die Kamera, nachdem er mit Rang drei auf der Olympiaschanze von 1994 ein Comeback nach Maß gefeiert hatte. Der Podestplatz des Sachsen war aber nur die Krönung einer deutschen Flugshow, in der drei DSV-Adler in den Top 10 landeten und alle sieben unter den besten 20.

Freitag flog in Norwegen nach zehnwöchiger Verletzungspause auf 94,5 und 101,0 Meter und kletterte mit 280,3 Punkten zum elften Mal in seiner Karriere auf das Podium. Überragender Akteur war der Österreicher Gregor Schlierenzauer (288,5), der vor dem Japaner Taku Takeuchi (283,5) gewann und mit dem 52. Sieg seiner Karriere auch das Gelbe Trikot des Gesamtweltcup-Führenden übernahm.

Freitag, der zudem auf Anhieb die Olympia-Norm erfüllte, hatte bereits tags zuvor sowohl im Training als auch in der Qualifikation den besten Sprung gezeigt. „Zwei Sprünge, keine Anzeichen von Schmerzen - ich bin zufrieden. Es ist schön, zurück im Spiel zu sein“, hatte der WM-Sechste da gesagt, sein Mittelfußbruch scheint endgültig abgehakt. Stark präsentierten sich auch Andreas Wellinger (Ruhpolding/276,2) und Vorjahressieger Severin Freund (Rastbüchl/272,9) auf den Rängen sechs und sieben.

Doch das war noch nicht alles: Marinus Kraus (Oberaudorf/266,8) wurde eine Woche nach seinem überraschenden zweiten Platz in Kuusamo Elfter und bestätigte seine ausgezeichnete Verfassung. Auch Karl Geiger (Oberstdorf/263,4), der am Freitag im Mixed mit 107,5 Metern einen Schanzenrekord aufgestellt hatte, überzeugte mit dem 15. Rang. Michael Neumayer (Berchtesgaden/263,9) und Andreas Wank (Oberhof/260,7) rundeten auf den Plätzen 17 und 19 das gute deutsche Ergebnis ab.

Auch beim Stand im Gesamtweltcup macht sich der deutsche Höhenflug bemerkbar: Hinter Schlierenzauer (200) und Takeuchi (159) folgen bereits Wellinger und Kraus mit je 136 Punkten auf dem geteilten dritten Rang. Freund (79) kletterte auf Rang acht. In der Nationenwertung liegt Deutschland mit 965 Punkten sogar vor Japan (807) und Österreich (749) in Führung.

Auf Bundestrainer Werner Schuster wartet nun ein Luxusproblem: Nach nur drei Weltcups haben fünf seiner Schützlinge die Norm für Olympia erfüllt: Freitag, Freund, Wellinger, Geiger und Kraus haben jeder eine Platzierung unter den besten Acht oder zwei unter den Top 16 geschafft. Mehr als fünf Springer darf Schuster nicht mit nach Sotschi nehmen, Neumayer und Wank träumen aber auch noch von den Winterspielen - ganz zu schweigen von Martin Schmitt, der am kommenden Wochenende im zweitklassigen Continental Cup mit der Saison beginnt.

Zu einer Machtdemonstration nutzte derweil Superstar Schlierenzauer den Tag in Norwegen. Im ersten Durchgang flog der Tournee-Sieger auf 105,5 Meter und hatte den Sieg praktisch in der Tasche, auch ein Sicherheitssprung auf 97 Meter konnte daran nichts mehr ändern. „Das war ein weiterer großer Tag für mich, auch wenn sicher ein bisschen Glück dabei war“, sagte der 23 Jahre alte Tiroler.

Das beste Ergebnis seit seinem Comeback verbuchte derweil Oldie Janne Ahonen (36). Der Finne landete auf dem 13. Rang. Eine Enttäuschung erlebte dagegen der Österreicher Thomas Morgenstern, der in Kuusamo noch auf Platz drei gesprungen war. Der ehemalige Tournee-Gewinner verpasste als 34. den zweiten Durchgang.

Freitags Podestplatz war indes nicht der einzige Höhepunkt des Tages auf der kleinen Olympiaschanze. Kurz zuvor hatte die erst 14 Jahre alte Gianina Ernst aus Oberstdorf im ersten Weltcup des Olympia-Winters für eine Überraschung gesorgt. Die gebürtige Schweizerin, die erst seit Juni für Deutschland an den Start geht, sorgte bei ihrem Debüt mit Rang zwei für das beste Ergebnis einer deutschen Weitenjägerin seit Einführung des Weltcups im Jahr 2011. Viel besser hätte der Tag für das deutsche Skispringen kaum laufen können.

SID

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