Eisschnelllauf-Weltcup in Berlin

Pechstein wieder Zweite - Wolf gestürzt

+
Claudia Pechstein

Berlin - Claudia Pechstein ist am Freitag vor heimischer Kulisse in Berlin zum 105. Mal in ihrer Karriere beim Eisschnelllauf-Weltcup auf das Podest gelaufen. Jenny Wolf war im Pech.

Claudia Pechstein kämpfte mit den Freudentränen, Jenny Wolf haderte mit ihrem Sturz und Stephanie Beckert wollte den Tag nur noch abhaken. Deutschlands Eis-Stars erlebten beim Eisschnelllauf-Weltcup in Berlin vor eigenem Publikum einen emotionalen Auftakt.

Pechstein musste sich im Rennen über 3000 m auf ihrer Hausbahn lediglich Dauerrivalin Martina Sablikova (Tschechien) geschlagen geben. Mit persönlichem Bahnrekord (4:02,96 Minuten) zeigte die 41-Jährige erneut eine starke Leistung und feierte bereits ihre vierte Podest-Platzierung im vierten Langstrecken-Rennen der laufenden Weltcup-Saison. In Calgary zum Saisonstart hatte die Eis-Veteranin sogar ihren 30. Weltcup-Sieg geholt.

Lediglich Doppel-Olympiasiegerin Sablikova war am Ende noch schneller (4:02,25). Auf Platz drei landete die Niederländerin Ireen Wüst in 4:03,50. Pechstein ist in Berlin noch für die 1500 m sowie für den Frauen-Teamlauf zum Abschluss am Sonntag nominiert.

Großes Pech hatte indes Sprinterin Jenny Wolf. Die 34 Jahre alte Berlinerin verlor im ersten Rennen über 500 m im direkten Duell mit Olympiasiegerin und Weltmeisterin Lee Sang-Hwa in der Schlusskurve das Gleichgewicht und rutschte in die Bande. Lee siegte mit Bahnrekord (37,36 Sekunden) und feierte im siebten Weltcup-Rennen den siebten Sieg.

Eine schwere Verletzung zog sich Wolf nicht zu. „Schmerzen verspüre ich nicht. Aber ich habe auch noch viel Adrenalin im Blut“, sagte Wolf kurz nach ihrem Sturz. Den Fehler für den Ausrutscher sah die ehemalige Weltmeisterin klar bei sich: „Ich bin mit vollem Risiko in die letzte Kurve gegangen. Ich wollte hier zu Hause keinen Sicherheitslauf hinlegen. Da ist es dann passiert.“

Im deutschen Lager wurde der Sturz mit Bedauern registriert. „Schade, sie war sehr schnell unterwegs und hatte bis dahin ein tolles Rennen geliefert“, sagte der deutsche Teamleiter Helge Jasch. Bereits am Samstag will Wolf zum zweiten 500m-Lauf in Berlin wieder aufs Eis.

Beckert indes sorgte für eine erneute Enttäuschung. Die seit Wochen formschwache Erfurterin wurde in der schwächeren B-Gruppe über 3000 m in kläglichen 4:12,11 Minuten nur Zwölfte. Schneller als Beckert, die 2010 in Vancouver über 3000 m noch Silber gewonnen hatte, war Teamkollegin Isabell Ost (Berlin/4:11,24) auf Rang zehn. Die Dresdenerin Jennifer Bay (4:12,92) kam beim Sieg der Niederländerin Jorien der Mors (4:02,23) auf Rang 14.

„Das Ergebnis ist enttäuschend. Ich habe gedacht, sie hätte durch die Qualifikation für Olympia einen Schub bekommen. Doch es war heute sehr verkrampft“, sagte Bundestrainer Markus Eicher (Inzell). Beckert hatte am vergangenen Wochenende beim Weltcup in Astana/Kasachstan über 5000 m hauchdünn das Ticket für Olympia in Sotschi (7. bis 23. Februar) gelöst.

„Die schnellen Runden haben mir gefehlt“, sagte Beckert. „Ich habe gedacht, dass ich nach der Quali befreiter laufen würde. Doch wenn man zu viel will, klappt es nicht“, sagte die zweimalige Silbermedaillen-Gewinnerin von Vancouver. „Ich komme eh schon nicht richtig in die Gänge, und dann muss ich mir noch den Schwung holen. Sieben Runden sind sehr hart“, klagte Beckert.

Bei den Männern sprintete Nico Ihle über 500 m auf den 13. Platz. Der Chemnitzer lieferte beim Sieg des niederländischen Sprintweltmeisters Michel Mulder (34,80 Sekunden) in 35,39 eine solide Zeit ab.

sid

Mehr zum Thema:

BVB besiegt Titelfluch - DFB-Pokaltriumph im vierten Anlauf

BVB besiegt Titelfluch - DFB-Pokaltriumph im vierten Anlauf

Dortmund holt den Pott! Bilder vom Sieg gegen Frankfurt

Dortmund holt den Pott! Bilder vom Sieg gegen Frankfurt

„Auba-cooler Elfer!“ Die Pressestimmen zum BVB-Sieg

„Auba-cooler Elfer!“ Die Pressestimmen zum BVB-Sieg

G7-Gipfel: Scheitern in letzter Minute verhindert

G7-Gipfel: Scheitern in letzter Minute verhindert

Meistgelesene Artikel

Nach Final-Krimi: Schweden ist Eishockey-Weltmeister

Nach Final-Krimi: Schweden ist Eishockey-Weltmeister

Russland wieder Dritter bei Eishockey-WM

Russland wieder Dritter bei Eishockey-WM

Kommentare