Deutsche Skispringer

Nobody Kraus haarscharf an Sensation vorbei

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Flog haarscharf an einer Sensation vorbei: Skispringer Marinus Kraus

Kuusamo  - Marinus Kraus starrte gebannt auf die Anzeigetafel, dann huschte ein Lächeln über sein Gesicht: Zwar fehlten dem 22-Jährigen in Kuusamo Zentimeter zur Sensation, doch der Nobody hatte wahrlich keinen Grund enttäuscht zu sein.

Bei seinem erst sechsten Weltcup-Start musste sich Kraus einzig Vierschanzentourneesieger Gregor Schlierenzauer aus Österreich um ganze 0,5 Punkte geschlagen geben. Platz drei ging auf der zweiten Skisprung-Station des Olympia-Winters an dessen Landsmann Thomas Morgenstern.

„Das Ergebnis von Marinus Kraus ist natürlich top. Sein erster Sprung war grandios. Er liebt diese Schanze, und er liebt das Fliegen. Fast hätte er sogar gewonnen“, sagte Bundestrainer Werner Schuster  dem SID.

Auch im Gesamtweltcup ist Kraus nach seinem Coup in Finnland jetzt Zweiter. Mit 112 Punkten liegt der neue Hoffnungsträger knapp hinter dem Polen Krzysztof Biegun (113), der am Sonntag das umstrittene Auftaktspringen in Klingenthal gewonnen hatte. Schlierenzauer (100) ist nach seinem 51. Weltcupsieg Dritter. Der Überflieger hatte am Wochenende wegen der windigen Bedingungen auf einen Start verzichtet.

Das Springen in Kuusamo hatte für die Starter des Deutschen Skiverbandes (DSV) vielversprechend begonnen. Kraus führte nach dem ersten Durchgang nach einem Sprung auf 136 Meter mit 142,3 Punkten vor Vorjahressieger Severin Freund (Rastbüchl/141,8). Der erste deutsche Doppelsieg seit Januar 2001, als Stephan Hocke in Engelberg/Schweiz vor Sven Hannawald triumphiert hatte, lag in der Luft.

Favorit Schlierenzauer gewinnt knapp

Doch es war einmal mehr Schlierenzauer, der den DSV-Adlern und der übrigen Konkurrenz einen Strich durch die Rechnung machte. Mit einem Sprung auf 143 Meter flog der Topfavorit vom 15. auf den ersten Platz nach vorn und gewann mit 273,2 Punkten ganz knapp vor Kraus (272,7), der in Klingenthal erstmals in seiner Karriere in die Top 10 gesprungen war (8.).

Freund rutschte nach mehreren Unterbrechungen wegen zu starken Windes mit seinem Satz auf nur 126,5 m noch auf den sechsten Platz ab. „Severin springt noch nicht so stabil, seine Sprünge sind noch nicht so konstant. Aber er hat sich gut etabliert“, sagte Schuster. Karl Geiger (Oberstdorf/14.), Andreas Wellinger (Ruhpolding/15.) und Michael Neumayer (Berchtesgaden/19.) verpassten vordere Platzierungen.

Zwei der insgesamt sieben deutschen Springer schafften es nicht in den zweiten Durchgang. Maximilian Mechler (Isny/116,5 m/39.) sowie Andreas Wank (Oberhof/116,0/42.) scheiterten und waren in prominenter Gesellschaft. Auch für den früheren Vierschanzentourneesieger Janne Ahonen (114,5/31.), der nach zwei Jahren Pause in den Weltcup zurückgekehrt ist, war in seiner finnischen Heimat vorzeitig Schluss.

Gleich zwei Rückschläge mussten die erfolgsverwöhnten Österreicher hinnehmen. Der ehemalige Tournee-Gewinner Andreas Kofler ging fünf Tage nach seinem Sturz in Klingenthal zwar an den Start, scheiterte aber überraschend in der Qualifikation. Stefan Kraft wurde wegen seines Anzugs disqualifiziert und war ebenfalls nicht im Wettkampf dabei.

Am Samstag steht in Kuusamo ein weiteres Springen auf dem Programm. Am darauffolgenden Wochenende geht es in Lillehammer/Norwegen weiter.

SID

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