Nach 16 Jahren: Finnland wieder Weltmeister

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Die Finnen feiern ihren WM-Sieg auf dem Eis

Bratislava - Finnlands Eishockey-Cracks haben sich nach einer 16 Jahre langen Durststrecke endlich wieder zum Weltmeister gekürt. Sie gewannen das Finale gegen Erzrivale Schweden souverän mit einem furiosen Schlussdrittel.

Die finnischen Eishockey-Stars haben Schwedens junge Wilde gestoppt und sich zum zweiten Mal zum Weltmeister gekrönt. 16 Jahre nach dem Triumph von Stockholm siegten die Puckjäger aus Suomi bei der WM in der Slowakei wieder im Finale gegen ihren Erzrivalen mit 6:1 (0:0, 1:1, 5:0) und sorgten nach einem furiosen Schlussdrittel für den höchsten Endspielsieg der WM-Geschichte. Die Schweden mit elf Spielern unter 23 Jahren verpassten im Duell der nordischen Nachbarn ihren neunten WM-Titel.

Jarkko Immonen mit seinem neunten Turniertor sieben Sekunden vor der zweiten Drittelsirene (40.) sowie Petteri Nokelainen (43.) und Niko Kapanen (44.) mit einem Doppelschlag zu Beginn des Schlussabschnitts leiteten den Sieg ein. Janne Pesonen (57.), Mika Pyörälä (58.) und Antti Pihlström (60.) machten den zweiten Final-Triumph der Finnen nach dem 4:1 in Schweden 1995 perfekt. Damit legten die Nordeuropäer ihr Image als ewige Zweite ab. Sechsmal hatten sie bei Weltmeisterschaften Silber gewonnen, zuletzt 2007, vier Finals seit dem letzten Titelgewinn verloren.

Zudem nahmen sie Revanche für drei bittere Endspielniederlagen gegen den Erzrivalen: Bei den WM-Turnieren 1992 und 1998 sowie bei Olympia 2006 waren sie im Kampf um Gold als Verlierer vom Platz gegangen. Der 20 Jahre alte Jungstar Magnus Pääjärvi-Svensson (28.) hatte die Schweden in Führung gebracht. Doch die Finnen drehten zur Freude der mehr 2000 Landsleute in der Ondrej Nepala Arena in Bratislava noch das Spiel.

Mit Bronze hatte sich zuvor der entthronte Weltmeister Tschechien getröstet. Das Team um Altstar Jaromir Jagr setzte sich im kleinen Finale gegen den Rekordchampion Russland mit 7:4 (2:3, 3: 1, 2:0) durch. Es war bereits der 20. dritte Platz für den zwölfmaligen Titelträger. Die Russen mit dem enttäuschenden Superstar Alexander Owetschkin blieben erstmals unter Trainer Wjatscheslaw Bykow bei einer WM ohne Medaille. In den vier Jahren zuvor hatten sie zweimal Gold sowie je einmal Silber und Bronze gesammelt.

„Wir waren klar die beste Mannschaft hier“, sagte der dreifache Torschütze Roman Cervenka, „aber leider haben wir zur falschen Zeit einen schlechten Tag gehabt.“ Im Halbfinale waren die zuvor überragenden Tschechen überraschend mit 2:5 an Schweden gescheitert.

„Es war eine unglückliche WM für uns, obwohl wir einen der besten Spieler hatten“, sagte Bykow und fügte mit Blick auf Superstar Owetschkin, der nicht einen einzigen Scorerpunkt verbuchte, hinzu: „Ich glaube, Alexander ist selbst nicht froh über seine Leistung. Aber einer alleine ist nicht verantwortlich. Wir haben viele Fehler gemacht, obwohl alle Spieler sehr erfahren sind.“

Die 9166 Zuschauer mussten im Finale lange auf Höhepunkte warten. Die beiden Erzrivalen spielten taktisch äußert diszipliniert und warteten auf Fehler. Torchancen waren selten, die besseren hatten zunächst die Finnen. Kapitän Mikko Koivu (7.) scheiterte aber ebenso am starken schwedischen Goalie Viktor Fasth wie Janne Pesonen (27.) und Mikael Granlund (28.). Nach Pääjärvi-Svenssons Führungstor in den Winkel hatte Patrik Berglund Pech, als er den Pfosten des finnischen Tores traf (36.). Doch dann schlugen die Finnen zu.

Frei von taktischen Zwängen hatten zuvor Tschechien und Russland den 9283 Zuschauern ein Offenivspektakel geboten. Bei der frühen Führung der Tschechen durch Cervenka war noch Glück im Spiel, als Fjodor Tjutin den Puck ins eigene Tor bugsierte (4.). Dann ging es drunter und drüber, als binnen 57 Sekunden drei Tore fielen: Torjäger Ilja Kowaltschuk und Verteidiger Dimitri Kulikow drehten innerhalb von 15 Sekunden das Spiel (10.), doch Petr Prucha glich postwendend aus (11.).

Mit seinem zweiten Tor brachte Kowaltschuk erstmals die Russen in Führung (19.), die währte jedoch nicht lange. Prucha traf zum 3: 3 (23.). Dann sicherten Cervenka (31. und 36.), Jan Marek (47.) und Tomas Plekanec, der ins leere Tor traf (59.), den Tschechen Edelmetall. Wladimir Tarasenko gelang nur noch der zwischenzeitliche Anschlusstreffer (37.).

sid/dpa

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